Bewertung: 6

Review: #1.09 Niemals leiden, heißt niemals glücklich sein

Foto: Nico Tortorella & Adan Canto, The Following - Copyright: 2013 Fox Broadcasting Co.; Bob Mahoney/FOX
Nico Tortorella & Adan Canto, The Following
© 2013 Fox Broadcasting Co.; Bob Mahoney/FOX

Nach der starken letzten Episode wirkt diese etwas schwächer und hat auch viele Momente, die einen am Verstand der Menschen zweifeln lässt. Nicht nur Joes Handlungsstrang wird immer düsterer, auch die Rückkehr von Jacob verspricht keine guten Zeiten. Es bewegt sich also auch etwas innerhalb der Follower-Gruppe und es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas gewaltig schief geht.

"And so we begin."

Joe geht soweit, dass er seine Follower ihre eigene Geschichte schreiben lässt. Dass dies nicht gut gehen kann, ist leicht abzusehen, vor allem, wenn man es mit jemandem wie Amanda Porter zu tun hat. Sie wirkt von Anfang an sehr verstört und ihr Auftreten lässt einen erschauern. Kein Wunder, dass Joe so viele Anhänger hat, wenn sie alle so kaputt und verwirrt wie Amanda sind. Joe findet die Menschen am Boden, wenn sie keinen Ausweg sehen und verzweifelt sind. Sie sehen in Joe den Ausweg, die Hoffnung auf bessere Zeiten und schon sind sie gefangen und machen, was er ihnen sagt. Man muss zwar zugeben, dass er keine Befehle erteilt, sondern sie inspiriert und das macht ihn zu einem sehr guten Anführer, da er sie auf diese Weise leicht um den Finger wickelt.

Amanda ist das beste Beispiel, da er ihr die Freiheiten lässt, ihr eigenes Kapitel zu schreiben. Und ihre Idee ist gar nicht so schlecht. Sie will es Ryan heimzahlen, dass dieser mit Claire geschlafen hat und da Amanda selbst betrogen wurde, möchte sie Ryan weh tun. Die Idee, andere Frauen mit dem Namen Claire Matthews umzubringen, ist vielleicht zu viel des Guten, doch sie rückt Amanda als Follower in den Vordergrund und zeigt, wie wahnsinnig sie eigentlich ist. Es ist immer wieder erschreckend, zu sehen, wie weit die Menschen gehen und welche Ereignisse sie erleben, die sie letztlich so zerstören. Amanda hat also ihre Aufgabe gefunden und sucht sich nach und nach die nächste Claire Matthews. An sich fühlt sich das an wie ein Fall der Woche, doch das schöne daran war das Ende, als Ryan sich endlich eingestanden hat, dass er Claire nach all der Zeit immer noch liebt und das er alles für sie tun würde. Diese Ehrlichkeit muss er jetzt nur noch Claire gegenüber zeigen und vielleicht haben die beiden ja doch noch eine Chance. Man hat schön gemerkt, dass Ryan mit seinen Kräften ziemlich am Ende ist und nicht mehr kann. Er ist ein gebrochener Mann, der sich jetzt auch noch eingesteht, die Ex-Frau eines Serienkillers zu lieben. Dass er noch normal durch die Gegend laufen kann, ist ein Wunder. Man kommt nicht drum herum, ihn zu bewundern.

Nervig an diesem "Fall der Woche" war erneut Nick Donovan und die Entscheidung, den Fall nach Washington abzugeben. Zum einen macht es das Ryan nicht einfacher, obwohl alle wissen, dass er der Schlüssel zu allem ist und zweitens ist es schade, dass das Team Ryan, und wohl auch Mike nun nicht mehr so zusammen arbeiten werden, wie bisher. Es wäre eine Schande, wenn man diesen Teil der Serie nun ändern würde, aber ich habe noch die Hoffnung, dass Rodericks Entdeckung bezüglich Claires Aufenthaltsort die gesamte Handlung aufmischen wird. Schließlich weiß Joe nun, wo Claire ist und er wird alles daran setzen, sie zu sich zu holen. Was danach sein Plan ist, das steht noch in den Sternen, aber ich freue mich darauf, es herauszufinden.

"Hello, Emma."

Wer in dieser Folge leider sehr schwach war, das war Roderick. Nach der großartigen Einführung in der letzten Folge habe ich wohl mehr erwartet. Er rückte hier wieder in den Hintergrund, man hat ihn kaum gesehen und seine Interaktion mit Emma hat nur für Kopfschütteln gesorgt. Warum passt es ihm nicht, wenn Emma plötzlich mit Joe zusammen ist - was sie zum Glück gar nicht ist. Aber was sollte es Roderick angehen? Fühlt er sich durch sie bedroht? Die kleine Emma? Da kann doch etwas nicht stimmen. Seine Unterhaltung mit ihr war sehr seltsam, ganz besonders, als er Jacobs Stimme nachgemacht hat. Hier wusste man nicht, ob man jetzt lachen oder weinen soll. Das war ein verstörender Moment, der nicht das geringste ausgesagt hat. Zumindest wird deutlich, dass Emmas Hoffnungen nicht erfüllt werden und Joe sich von ihr zurückzieht. Gott sei Dank haben die Autoren diesen Weg gewählt, denn Emma und Joe passen einfach nicht zusammen.

Viel spannender ist hier die Beziehung Emma und Jacob und nach seiner Rückkehr wird es definitiv nicht mehr so sein wie zuvor. Jacob wird nach Pauls Tod ein anderer Mensch sein und er wird es Emma nicht leicht machen, ganz besonders nicht, nachdem sie ihn ignoriert hat. Das könnte ein Problem werden, da beide jetzt in der Nähe von Joe sind und auch noch persönliche Dinge miteinander klären müssen, die vielleicht Auswirkungen auf Joes Plan haben könnten.

"You owe me."

Die Freude über Jacobs und Pauls Rückkehr hat nicht lange angehalten, denn Paul stirbt in dieser Folge und verlässt damit den Cast. Das ist sehr schade, da er und Jacob gut harmoniert haben und ihre Story irgendwie noch nicht erzählt war. Das ging zu schnell, nachdem sie jetzt zwei Episoden gefehlt haben. Zumindest haben wir gesehen, wie die beiden sich kennengelernt haben und wie Paul Jacob immer beschützt hat, auch vor Emma. Er hat auf ihn aufgepasst und sich um ihn gekümmert und allein diese Informationen machen seinen Tod noch viel schlimmer.

Wenn man jedoch auf die kommende Entwicklung schaut, so ist Pauls Tod vielleicht gar nicht so schlecht. Jacob wird nicht mehr derselbe sein, weil er jetzt wirklich zu Joes Followern gehört und endlich das getan hat, wovor er jahrelang Angst hatte. Dass es auch noch Paul war, verleiht dem ganzen eine größere Bedeutung und macht die Situation für Jacob wahrscheinlich noch sehr viel schlimmer. Als er sich überwunden hat, Pauls Leben zu beenden und ihn unter Tränen mit dem Kopfkissen erstickt hat, musste man doch kräftig schlucken. Das war kein schöner Anblick und hat noch einmal deutlich gemacht, dass in dieser Serie doch alles möglich ist und kein Charakter wirklich sicher vor dem Tod ist. Es bleibt zu hoffen, dass Jacob jetzt wieder dabei ist und dass er sich an Emma rächen wird. Verdient hat sie es auf jeden Fall. Hinzu kommt, dass Jacob mehr Sympathiepunkte auf seiner Seite hat und Emma mittlerweile irgendwie egal geworden ist. Ihr Verhalten gegenüber Joe ist kindisch, wenn man bedenkt, wer Joe ist und wie sehr er Claire liebt. Auch das Ignorieren von Jacob war nervig und irgendwie ist es schön, dass Roderick derjenige ist, der es ihr auf diese Weise heimzahlen kann. Was noch kommt, das bleibt abzuwarten. Es wird mit Sicherheit nicht langweilig werden.

Fazit

Das Tempo dieser Episode war nicht sehr hoch und es gab viele Störfaktoren, doch am Ende sind es die Highlights, die hervorstechen. Da wäre zum einen die Rückkehr von Jacob, einem anderen Jacob. Der Tod von Paul ist schade, doch für die weitere Entwicklung war er wohl notwendig. Ein weiteres Highlight ist Ryans Liebesgeständnis, da es deutlich zeigt, dass dieser Mann langsam am Ende ist und nur noch mit Claire glücklich sein möchte. Das wurde ihm durch Amanda klar und sie hat es geschafft, uns einen Einblick in die Welt der Follower zu verschaffen, worüber man nur dankbar sein kann. In Zukunft wäre es jedoch schön, wenn man sich mehr auf Ryan und Joe konzentrieren würde, anstatt mit einem "Fall der Woche" anzutanzen. Das Tempo sollte nämlich wieder gesteigert werden.

Alex Olejnik - myFanbase

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