Bewertung: 7

Review: #1.17 Ivan (Nr. 88)

Es geht mit großen Schritten auf das Finale der ersten Staffel zu und es deutet jetzt darauf hin, dass wir zwar keine Antwort bekommen werden, ob Raymond Reddington vielleicht doch Elizabeth Keens Vater ist, aber es kamen Dinge ins Rollen, die ein spannendes Finale versprechen. So weiß Elizabeth nun endlich, dass Reddington Recht hatte und Tom nicht der ist, der er zu sein scheint.

Dabei geht Reddington sehr behutsam vor. Er lässt Elizabeth selbst dahinter kommen, da er längst weiß, dass sie nur das glaubt, was sie mit eigenen Augen sieht. Und so bringt er sie auf die Spur der verschwundenen Jolene Parker, wohl wissend, dass Elizabeth sich des Falls annehmen und so zwangsweise auf die Wahrheit treffen wird.

"To know that everything's going to be okay. You're going to be okay."

Die Szene, in der Elizabeth das angebliche Appartement untersucht und dabei fast auf ihren Mann trifft, ist durchaus interessant und vor allem spannend inszeniert. Das einzige, was mir etwas sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass sie Tom zuvor anruft, um ihm zu sagen, wo sie sich gerade befindet. Warum tut sie das? Aus storytechnischer Sicht ist es notwendig, dass sie Tom vorwarnt, denn sonst würde sie dort hinein spazieren und ihren Ehemann dabei erwischen, wie er vor einer Wand gepflastert mit ihren Bildern steht. Der kleine Anruf zuvor gibt ihm die Möglichkeit, alle Spuren zu verwischen und zu fliehen. Das wirkt dann doch schon etwas arg konstruiert, aber gut. Spannend war die Szene trotzdem.

Gerade als man sich dann damit abgefunden hat, dass Elizabeth zwar nah dran war, aber Tom ihr wieder ein Schnippchen geschlagen hat, da wendet sich das Blatt. Ein kleines, blinkendes Spielzeug verrät Tom am Ende und macht Elizabeth klar, dass Reddington all die Zeit über die Wahrheit gesagt hat und Tom tatsächlich nicht der ist, der er zu sein glaubt.

Elizabeth flüchtete sich danach erst einmal zu Red, der die ganze Folge über an einer Spieluhr bastelt, die just die Melodie spielt, die Elizabeth mit ihrer Kindheit verbindet und die ihr Vater ihr immer vorgespielt hat, wenn sie traurig war und sie aufmuntern wollte. Wieder einmal wird den Zuschauern nahe gelegt, dass Reddington Elizabehts Vater ist, auch wenn er es schon einmal zögernd verneint hat, als sie ihn darauf angesprochen hatte. Alleine schon wie er sie in den Arm nimmt und tröstet, legt wieder einmal nahe, dass ihm Elizabeth tatsächlich am Herzen liegt. Und warum sollte sie das, wenn nicht er der Vater von ihr ist.

"So the Federal Government has armed a cyber terrorist with a digital equivalent of a nuclear warfare. Another fabulous example of your tax dollars at work."

Ob der spannenden Ereignisse zwischen Reddington und Keen, sowie der Tatsache, dass nun kein Geheimnis mehr ist, dass Tom Keen ein Betrüger ist, tritt der Fall um Nr. 88 der schwarzen Liste, Ivan, arg in den Hintergrund. Es geht dieses Mal um eine neue elektronische Waffe, die Kontrolle über sämtliche Computersysteme gewährt und die in die Hände eines russischen Hackers geraten sein soll.

Was als 08/15-Fall begann, nahm eine interessante Wendung als sich Ivan überhaupt nicht als der Schuldige hinter dem Hackangriff und dem Diebstahl herausstellte, sondern ein gelangweilter, liebestoller Teenager, der seine Herzensdame beeindrucken wollte und ihren Vater vom Wegzug aus Washington bewegen wollte. Naiver kleiner Junge!

Mir hat die Idee durchaus gefallen, bis sich der Hacker aus Langeweile in eine U-Bahn geflüchtet hat, Keen hinterher gesprungen ist (durch das Fenster einer beschleunigenden U-Bahn!) und die beiden mit voller Geschwindigkeit sich seelenruhig unterhalten konnten, ohne dass auch nur die Bahn ein klein wenig gewackelt hat. Normalerweise kann man nicht mal in Ruhe eine SMS tippen, wenn eine Bahn beschleunigt, geschweige denn aus voller Fahrt eine Vollbremsung hinlegt. Hier aber kauern Elisabeth und der Hacker hinter einem Sitz und kommen natürlich gerade noch rechtzeitig zum Stehen, bevor ihnen die Schienen ausgehen. Das macht die ansonsten recht spannende und herrlich unspektakuläre inszenierte Geschichte ein wenig herunter.

Randnotizen


  • Ressler leidet noch immer unter dem Tod von Audrey. Wer würde es ihm verdenken, immerhin war es die Frau, die er liebt. Ich finde es gut, dass ihr Ableben nicht einfach unter den Tisch gekehrt wird und Ressler so tut, als wäre es nie passiert. Es quält ihn, doch er versucht sich mit der Arbeit vom Schmerz abzulenken.
  • Es macht immer wieder Spaß, wenn Mr. Kaplan auf der Bildfläche erscheint. Sie ist herrlich geheimnisvoll und für Red ein guter Freund und eine Frau, auf die man sich verlassen kann. Sie reinigt Tatorte, spürt Leiche auf und schafft es anschließend, sie wieder so zu verbuddeln, dass niemand auf die Idee kommt, dass sie schon mal ausgegraben wurde. Ich würde ihr gerne mal bei der Arbeit zusehen, aber das wäre wohl zu viel verlangt. Ein bisschen Mysterium tut ja hin und wieder auch ganz gut.



Fazit

Der vor allem gegen Ende hin vollkommen unrealistische Fall schmälert ein wenig den Spaß an der Episode, ist angesichts des gigantischen Schritts nach vorne zu verschmerzen, denn die Fälle interessieren eigentlich schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich. Sie sind ein nettes Beiwerk, um den Charakteren etwas zu tun zu geben, doch in Wahrheit interessiert mittlerweile nur noch die Geschichte von Reddington und Keen, sowie die Geschichte um Tom, wenn das sein richtiger Name ist. Und die ist so spannend inszeniert, dass man über andere Ungereimtheiten durchaus hinweg sehen kann.

Melanie Wolff - myFanbase

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