Bewertung: 8

Review: #12.11 In Sachen Dean

Foto: Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

"Hangover" trifft auf "Findet Dorie" - bei "Supernatural" ist es mal wieder Zeit für eine ihrer skurrilen Episoden. Und wie immer schafft die Serie es problemlos, mit den noch so verrückten Geschichten beste Unterhaltung zu bieten. Dabei erinnert einen #12.11 Regarding Dean ein bisschen an eine Mischung aus #4.06 Yellow Fever und #3.11 Mystery Spot.

"Who's Dean?"

Das Thema Gedächtnisverlust wurde in "Supernatural" jetzt schon öfters behandelt. Abgesehen von den Dschinn-Episoden, in denen gleich die ganze Realität mitverändert wurde, gab es beispielsweise noch #2.14 Born Under A Bad Sign, in der Sam einen Mord begangen hat, an den er sich nicht mehr erinnern konnte. Ganz ähnlich muss Dean in dieser Folge erst einmal nachvollziehen, was überhaupt mit ihm geschehen ist. Denn dass er sich selbst an das Wort für "Lampe" oder den richtigen Autoschlüssel nicht mehr erinnern kann, das kann keine durchzechte Nacht verbrochen haben. Und so verfolgen Sam und Dean ganz im Hangover-Stil Deans letzte Nacht zurück, während der langsam aber sicher immer weniger hilfreich ist. Hier habe ich gleich an #4.06 Yellow Fever und #3.11 Mystery Spot denken müssen. In beiden Folgen ist Dean aufgrund übernatürlicher Dinge nicht ganz auf der Höhe und Sam muss das Ruder übernehmen. Deswegen gab es wohl auch einige Parallelen gerade zur ersten Folge. So wundert sich Dean (ohne Angstkrankheit voll Begeisterung) darüber, dass sie Jäger sind und er geht irgendwann dazu über, statt einer Waffe eine Taschenlampe mitzunehmen.

Aber so lustig es auch anzusehen war, wie Dean mit unbekümmerter Freude durch den Tag stolpert, man merkt eben doch, dass da etwas um einiges Beunruhigenderes dahinter steckt.

"My name is Dean Winchester."

Dass die Folge nicht komplett ins Komische abgerutscht ist, war wohl Jared Padalecki und besonders Jensen Ackles zu verdanken. Die spielen ihre Charaktere nach all den Jahren so selbstverständlich, dass trotz des lustigen Anscheins immer auch noch die Panik der Brüder mitschwingt, den Bruder - oder in Deans Fall - sich selbst zu verlieren. Dabei stand Jensen Ackles natürlich im Vordergrund, der den ahnungslosen Dean wirklich grandios gespielt hat. So viel Ausgelassenheit und Freude hat man diesem Charakter schon lange nicht mehr angesehen. Und trotz der Begeisterung für sein "neues" spannendes Leben, sieht man Dean genau an, wie sehr ihm das Vergessen eigentlich Angst macht. Besonders die Szene im Badezimmer war stark gespielt. Dean starrt in den Spiegel und zählt mühevoll die paar Informationen aus seinem Leben auf, die Sam ihm vorher erzählen musste. Als dann plötzlich nicht nur Mary, Sam und Cas aus seinem Kopf fallen, sondern Dean sich auch nicht mehr an seinen eigenen Namen erinnern kann, war das pure Verzweiflung und Panik in seinem Gesicht.

"If that's what being happy looks like, I think I'll pass."

Irgendwie hatte die ganze Geschichte auch etwas unglaublich Tragisches. Denn in dieser Folge hat man mal wieder gesehen, wie schwer ihr Schicksal auf den Winchester-Brüdern liegt. Speziell Dean ist im Laufe der Staffeln immer ernster geworden und hat viel von seiner Ausgelassenheit verloren. Das ist diesmal nur noch offensichtlicher gewesen, als ihm plötzlich durch den Gedächtnisverlust all die Bürden der Erinnerung genommen wurden. Keine tragische Familiengeschichte mehr, keine Apokalypsen, kein Kainsmal und andere schwere Entscheidungen, kein harter Jäger-Alltag.

Plötzlich sieht man Dean so gut gelaunt und unschuldig wie schon lange nicht mehr. Er ist vom Anblick von Leichen schockiert, kann keine Innereien sehen und findet, dass ihre Arbeit heldenhaft ist. Wann hat Dean sich denn das letzte Mal als Held gesehen? Das ist bestimmt schon lange her. Er und Sam sind sonst immer viel zu sehr damit beschäftigt, sich für ihre Fehlentscheidungen zu grämen, als zu sehen, wie viel Gutes sie tagtäglich tun. Wie Rowena schon gesagt hat, ihre Entscheidungen haben sie in der Überzeugung getroffen, das Richtige zu tun.

"Nothing heals old wounds like opening fresh ones."

Ach, Rowena. Selten habe ich mich bei einem Charakter so lange schwer getan, zu entscheiden, ob ich ihn mag oder nicht. Doch inzwischen hat Rowena einen guten Teil ihrer anfänglich nervigen Art abgelegt und sie ist mir tatsächlich noch ans Herz gewachsen.

In dieser Folge hat sie sich mal von einer sehr netten Seite präsentiert. Besonders ihr Gespräch mit Dean ist da hervorgestochen. Es ist interessant zu erfahren, dass auch Rowena an ihren Motiven zweifelt. Macht sich der Einfluss der Winchesters genau wie bei Crowley und Castiel jetzt auch bei ihr bemerkbar? Auf jeden Fall fragt sich Rowena, ob es alles wert war. All die Gräueltaten, all der Verrat. Und wofür? So ganz bin ich mir da noch nicht sicher. Geht es Rowena um Macht, wie man durch ihre ständigen Hexenbuch-Diebstähle annehmen könnte? Doch je mehr Privates man von Rowena erfährt, umso mehr hat es den Anschein, als würde sie nur Anschluss suchen. An Crowley, an Luzifer, an den großen Hexenzirkel oder aktuell an die Loughlins. Irgendwo dazugehören und mächtig sein. Darum scheint es ihr zu gehen. Ganz nebenbei wurde auch noch eingestreut, dass es die britischen Men of Letters waren, die Rowena zum ersten Mal vertrieben haben. Dementsprechend schlecht dürfte sie auf die Gruppe zu sprechen sein. Das wird später sicher noch eine Rolle spielen.

Randnotizen:

  • Die Abschlussszenen haben das Hangover-Feeling noch abgerundet. Und der herrliche Anblick von Dean auf dem Rodeo-Bullen kommt jetzt mit in die Reihe der lustigen Zusatzszenen, wie z.B. der längeren "Eye of the Tiger"-Sequenz.
  • Wird Rowena jetzt zu Sams Bösewicht-Sidekick, wie Crowley es für Dean ist?
  • Mein persönliches Highlight von Dean mit Gedächtnisverlust waren die vielen Post-It -Zettelchen im Impala. "No!", "Stay", "Witch-killing Bullets" - Zum Schreien.



Fazit

Diese Filler-Episode war durch Deans Gedächtnisverlust wirklich sehr unterhaltsam und konnte trotz seiner lustigen Grundstimmung mit einigen tiefgründigen Szenen voll überzeugen. Wieder einmal beweist "Supernatural", dass es ein Händchen dafür hat, Episoden zu drehen, in der sich die Serie mal nicht ganz so ernst nimmt.

Denise D. - myFanbase

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