Review: #2.12 Metropolis Report
Die Familienfehde bei den Luthors geht in die nächste Runde. Diesmal ist Lex Luthor wütend, dass ein wichtiges Geschäft platzt und stellt den zuständigen Mitarbeiter zur Rede. Doch anders als der Ruf der Luthors es will, müssen dafür keine Köpfe rollen, Lex will der Sache nur auf den Grund gehen. Dennoch umgibt ihn immer eine gewisse Unberechenbarkeit und man wartet quasi darauf, wann sein Gewissen ihn dann doch nicht mehr zurückhält. Viel schneller als gedacht, findet er in seinem Büro eine Wanze und ist sich sicher, dass sein Vater Lionel Luthor ihn ausspioniert. Er stellt kurzerhand das ganze Haus auf den Kopf und wer kann ihm das auch verdenken? Industriespionage muss man ernst nehmen und hat Lex ja auch bereits Konsequenzen spüren lassen. Dass der Feind dann aber quasi aus den eigenen Reihen kommt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Da nimmt er seinen Vater – natürlich auch aus einem schlechten Gewissen – nach dessen Unfall und dem Verlust des Augenlichts bei ihm auf und der nutzt das entgegengebrachte Vertrauen offensichtlich schamlos aus, um Lex' Gespräche abzuhören. Gleichzeitig sind solche Ausraster wie Lex ihn hier zeigt, aber auch ein Zeichen dafür, dass er zu allem fähig wäre. Clark Kent bekommt so aus erster Hand mit, wozu Lex bereit ist zu gehen, wenn er hintergangen wird. Klingt fast wie ein kleiner Vorbote dessen, was uns erwartet, sollte er je hinter Clarks Geheimnis kommen und sich aufgrund des Misstrauens seines besten Freundes verraten fühlen.
Lex ist jedoch nicht der Einzige, der sich dieses Mal von Lionel verraten fühlt. Auch Jonathan Kent kann es nicht gutheißen, dass Martha Kent an ihrem Hochzeitstag arbeiten muss. Martha sitzt hier wirklich zwischen den Stühlen, da die Familie auf das Geld durch ihren Job bei LuthorCorp angewiesen ist. Außerdem macht ihr der Job Spaß und fordert sie heraus. Dass Jonathan ihr deswegen ein schlechtes Gewissen macht, ist daher ein bisschen unfair, zieht sich so aber schon durch die ganze Staffel. Mir hat es daher gut gefallen, dass sie Jonathan Kontra gegeben hat, auch wenn sich sicher alle mit ihm einig sind, dass es weniger um das Geld als um die Tatsache geht, dass sie für jemand so zwielichtiges wie Lionel Luthor arbeitet. Der wird seinem Ruf dann auch sogleich wieder gerecht, als er Martha gegenüber gewissermaßen Avancen macht. Zumindest finde ich die Art seiner Beförderung sehr fragwürdig. Die Uhr mit der Bekundung seiner Zuneigung und das Hände streicheln, während er sie von dem Farmleben und Jonathan wegzulocken versucht, finde ich absolut unangebracht. Und hier hätte ich mir gewünscht, Martha hätte genauso viel Rückgrat, ihn in seine Schranken zu verweisen, wie sie zuvor auch Jonathan eine Ansage gemacht hatte. Doch auf die Reaktion müssen wir noch warten, da ein Überfall auf die Konzernzentrale dazwischen kommt. Dass Lionels Avancen hier nur der Anfang waren und Martha in dieser Episode noch viel mehr die Augen über das wahre Ich ihres Chefs geöffnet werden, hatte da wohl noch niemand ahnen können. Erst sucht sie sogar noch Trost in Lionel, weil sie die Geiselnahme sehr beunruhigt. Doch als sie zu sehen bekommt, was er in seinem Tresor verbirgt – zig Barren reinen grünen Meteoritengesteins, zahlreiche Akten, darunter eine über Clark, und schließlich auch der achteckige Schlüssel zu dessen Raumschiff – kann sie ihren Schock nicht verbergen. Entgegen aller Warnungen von Jonathan hatte sie wohl immer auch in das Gute in Lionel geglaubt. Hier kommt ihr aber zugute, dass Lionel ihren Gesichtsausdruck nicht sehen kann. Auf einen Schlag wird ihr bewusst, was für eine große Gefahr Lionel für Clark ausstrahlt. Ich würde mich an ihrer Stelle fragen, warum er das Meteoritengestein in dieser Form überhaupt hat und wofür er es anwenden will. Weiß er von Clarks Geheimnis und dass er ihn damit schwächen oder womöglich töten kann? Leider werden wir auf die Schnelle nicht erfahren, was in der Akte über Clark stand. Hatte Lionel schon Hinweise auf dessen Geheimnis oder war es eine einfache Zusammenstellung von Informationen über Personen, die eng mit Lex verbunden sind, um mögliche Druckmittel zu finden? Beides wäre möglich, aber wenn uns diese Folge eins gelehrt hat, dann dass Lionel mehr mitbekommt, als er vorgibt. Er hat schon öfters festgestellt, dass Clark zum richtigen Zeitpunkt an Ort und Stelle war und auch wenn er seine Superkräfte nicht sehen kann, so hat er mit Sicherheit eine Ahnung davon, dass er anders ist. Immerhin war er auch in dessen Adoption nach dem Meteoritenschauer involviert und weiß, dass die Kents etwas zu verbergen haben. Und auch im Rahmen dieser Geiselnahme hat er wieder ein paar Hinweise sammeln können, von denen er Lex wiederrum versucht hat, abzulenken. Was Lionel nun aber mit den ganzen Informationen vorhat, das bleibt wohl einer der spannenden Höhepunkte, wenn es auf das Finale zugeht.
Was Martha angeht, so stehen wir hier an einem Wendepunkt in der Beziehung mit Lionel. Nun ist sie ihm nicht mehr dankbar, dass er ihr einen Job gegeben hat, der sie vor neue Herausforderungen stellt und der ihre Familie finanziell absichert. Das ist das Mindeste, wenn man sieht, wie er sie hintergangen hat. Nun will sie sein Vertrauen in sie ausnutzen, um herauszufinden, was er über Clark weiß. Ich fand es daher gut, dass sie nicht einfach nur kündigt, sondern Jonathan diesen strategischen Vorteil erkennt und ausspielen will. Hoffentlich gerät Martha dadurch aber nicht in noch größere Gefahr. Dieser Tag mit der Geiselnahme zeigt schon, in was für gefährliche Fahrwasser man sich begibt, wenn man mit den Luthors zu tun hat... Lionel wird jedoch nicht der einzige sein, vor dem Martha Geheimnisse hat. Auch ihrer Familie verschweigt sie, dass sie in Besitz des achteckigen Schlüssels für das Raumschiff ist. Warum sie es Jonathan und auch Clark verschweigt, bleibt wohl abzuwarten. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sie Angst hat, welche Konsequenzen es für die Familie haben könnte, sollten sie der Sache mit dem Raumschiff weiter auf den Grund gehen und Clark damit noch mehr Informationen über seine Herkunft herausfinden. Nach so einem ereignisreichen Tag will sie vielleicht erstmal zu ein bisschen Normalität zurückkehren. Ich hoffe aber, dass sie das Geheimnis nicht allzu lang für sich behält und damit ein Bruch innerhalb der Familie oder der Ehe zu Jonathan entsteht. Die Beziehung hat für mein Dafürhalten in letzter Zeit schon genug gelitten.
Für Lana Lang ist es in dieser Episode erstmal Zeit, neue Beziehungen aufzubauen. Nachdem sie nun die Bestätigung hat, dass Henry Small ihr leiblicher Vater ist, soll sie dessen Frau kennenlernen. Dass sie trotz der Nervosität vor diesem Treffen noch ein offenes Ohr für Clark hat, macht die Freundschaft zwischen den beiden für mich so besonders. Natürlich kommen dann auch solche Zitate wie "Some people are just meant to be together" dazu, die die Fanherzen höher schlagen lassen bzw. Clana-Shipper weiterschmachten lassen. Was das Treffen mit Henrys Ehefrau angeht, erwartet Lana derweil eine große Ernüchterung. Sie hat keinesfalls Sorge, was Lana für ihre Familie bedeuten könnte. Stattdessen warnt sie Lana eher davor, dass sie Henrys neuestes spannendes Projekt wird, das er wieder fallenlässt, wenn er das Interesse verliert. Sie will also Lana vor einer großen Enttäuschung bewahren. Nachdem man bereits gesehen hat, welche Hoffnung Lana darin setzt, mit den Smalls vielleicht eine neue Familie gefunden zu haben, kommt das natürlich als Schock. Man könnte natürlich annehmen, dass Lana was anderes ist als eine geplante Karriere, aber als sie dann anspricht, dass er sich auch nicht mehr für die Kinder interessiert, die er schon hat, kann man Lana den Schmerz schon ansehen. Ich hoffe dennoch, dass sie ein gutes Verhältnis zu Henry findet.
Auch für Lex endet diese Folge mit einer großen Ernüchterung. Erneut wird ihm vor Augen geführt, was die Kents für eine besondere und liebevolle Familiendynamik haben, während zwischen seinem Vater und ihm immer nur Krieg herrscht. Vielleicht wünscht er sich auch deshalb so sehr, ein besseres Verhältnis zu Jonathan zu haben. Aber diese Folge hat wieder gezeigt, dass es jedes Mal, wenn es einen Schritt vorwärts geht, zwei Schritte zurück gemacht werden. Und nachdem, was Martha über Lionel herausgefunden hat, wird Jonathans Misstrauen gegenüber den Luthors sicherlich nicht kleiner werden. Gut, dass er nicht komplett herausgefunden hat, dass Lex der Drahtzieher hinter der ganzen Geiselnahme war, auch wenn er nie darauf abgezielt hatte, sondern einfach nur das Büro seines Vaters verwanzen lassen wollte. Da muss ich aber auch sagen, dass Lex' Herangehensweise etwas kurzsichtig war, so à la "Auge um Auge". Als würde Lionel nicht sofort durchschauen, dass Lex ihn ebenfalls verwanzt hat, sobald das nächste Geschäft aus seiner Sicht platzt. Es hat auf jeden Fall gezeigt, dass diese Zwietracht zwischen Vater und Sohn dafür sorgt, dass Unschuldige verletzt oder gar getötet werden. Eine weitere Eskalation sollte eigentlich in niemandes Interesse sein, doch die beiden Luthors sind sicherlich einfach zu stur, um nachzugeben bzw. es einfach mal gut sein zu lassen.
Fazit
Zu Beginn dieser Episode hätte ich niemals angenommen, dass die Situation so schnell eskaliert und damit auch soviele Geheimnisse ans Licht bringt. Es bleibt spannend zu sehen, was Martha noch über Lionel herausfinden kann bzw. was Lionel schon alles über Clark herausgefunden hat. Denn das Aufdecken der Geheimnisse hat auch neue Fragen aufgeworfen, die es in den kommenden Folgen zu beantworten gilt. Hoffentlich spannt man uns nicht allzu lang auf die Folter.
Catherine Bühnsack - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: InsurgenceErstausstrahlung (US): 21.01.2003
Erstausstrahlung (DE): 03.01.2004
Regie: James Marshall
Drehbuch: Jeph Loeb & Kenneth Biller
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