Bewertung

Review: #2.13 Wer schoss auf Lionel Luthor?

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Smallville
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Nachdem die vergangene Episode an einigen Geheimnissen gerüttelt hat, aber gleichzeitig auch neue aufgebaut hat, muss man sich zu Beginn dieser Folge erst einmal orientieren. Ich habe zwar angenommen, dass man uns mit einer Rückblende das Attentat auf Lionel Luthor (John Glover) erklärt, das wir in den ersten Minuten zu sehen bekommt, die Art und Weise wie wir hier in die Handlung geschmissen werden, war aber dennoch ungewöhnlich. Zumal der erhoffte Zeitsprung ausblieb und man erst im weiteren Verlauf der Episode durch kleine Rückblenden oder Vermutungen die Puzzlestücke serviert bekommt, die zur Aufklärung der Frage führen, wer auf Lionel Luther geschossen hat.

Nach und nach werden uns verschiedene Verdächtige präsentiert, die es auf Lionels Leben abgesehen haben könnten. Nachdem das zu Beginn der Episode vor allem Jonathan Kent (John Schneider) ist, können wir uns als Zuschauende schon darauf einstellen, dass es einen anderen Täter geben muss. Auch wenn Jonathan ein Hitzkopf ist, würde er niemals so weit gehen, jemand anderes zu erschießen, weshalb man sofort ahnt, dass jemand versucht, ihn als Sündenbock für die Tat dastehen zu lassen. Doch so sehr wir auch wissen, dass irgendjemand versucht, ihm die Schüsse in die Schuhe zu schieben, neutral betrachtet gibt es doch einige Indizien, die Jonathan als möglichen Täter ausweisen. Dass er eine starke Abneigung gegenüber den Luthors – allen voran Lionel – verspürt, ist nichts neues und nachdem Lionel zuletzt auch Avancen gegenüber Martha Kent (Annette O'Toole) gemacht hat, könnte man sich schon vorstellen, dass seine Eifersucht ihn sehr wütend gemacht hat. Dennoch ist er einfach ein herzensguter Mensch, der sich um seine Gemeinde und insbesondere seine Familie sorgt und da müsste schon etwas unfassbar Grausames passiert sein, dass Jonathan soweit gehen würde, Lionel zu erschießen. Denn selbst als Ende der ersten Staffel und zu Beginn der zweiten Staffel Clark Kents (Tom Welling) Geheimnis aufzufliegen drohte, wollte Jonathan seinen Sohn und seine Familie zwar beschützen und hat dafür auch alles gegeben, aber er wäre wohl niemals so weit gegangen, den zwielichtigen Journalisten zu töten.

Doch "Smallville" wäre nicht "Smallville", wenn es hier nicht auch immer einen Twist gäbe. Über diese ersten 1,5 Staffeln haben wir schon so manch übernatürliches Ereignis gesehen und so sind meine Gedanken auch in diese Richtung gegangen. Gab es vielleicht einen Doppelgänger oder eine andere Form der Täuschung, so dass alle denken, Jonathan wäre der Täter gewesen? Vielleicht ist er auch durch irgendein Mittel nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen? In so einem Whodunnit-Szenario, wie es diese Episode aufbaut, beginnt man durchaus mitzurätseln und bei einer Superhelden-Serie wie dieser kann man dabei auch mal abwegige Erklärungen finden. Doch diese Folge lässt das Übernatürliche komplett außen vor.

So geht die Tätersuche also weiter und mit Lex wird uns auch erneut ein sehr wahrscheinlicher Kandidat präsentiert. Während man bei ihm weniger zweifelt, dass er seinen Vater ermorden könnte, habe ich ihn dennoch sofort als Verdächtigen ausgeschlossen, da Lex raffinierter vorgegangen wäre. Die Auseinandersetzungen mit Lionel lebten immer von hitzigen Wortgefechten, da hätte er sich nicht angeschlichen und einfach auf ihn geschossen, ohne ihm wenigstens noch mal eine Art Rechtfertigung um die Ohren zu werfen. Als mit Lex ein alternativer Täter präsentiert wird, kann man es Clark wohl nicht verdenken, dass er der Sache nachgeht. Schade, dass er ihm gegenüber nicht dieselbe Unschuldsvermutung walten lässt, die er auch bei seinem Vater hat. Ja, Lex hat in der Vergangenheit schon ganz andere Streitigkeiten mit seinem Vater ausgetragen, aber würde Clark ihm wirklich zutrauen, Lionel zu erschießen? Wieso attackiert er Lex verbal so sehr? Wenn er doch bei seinem eigenen Vater davon ausgeht, dass jemand versucht, ihm die Sache in die Schuhe zu schieben, wieso geht er nicht auch davon aus, dass jemand versucht, die Schüsse einem seiner besten Freunde anzuhängen? Hier blitzt bereits durch, dass Clark Lex alles zutrauen würde und kann man so einer Person wirklich vertrauen? Stattdessen würde ich mich eher auf die Person konzentrieren, die Lex' Namen ins Spiel gebracht hat: Lionels Mitarbeiter Dominic Senatori (Jason Connery). Durch seine Nähe zu Lionel bekommt er mit, welche Konflikte es gibt und wer vielleicht ein Motiv hätte, ihm schaden zu wollen. Auch geht er völlig ungefragt auf die Polizei zu und präsentiert Lex als möglichen Täter. Tut er all das, um von sich abzulenken? Für mich hat ihn das sofort zu einem Hauptverdächtigen gemacht und so triumphierte ich doch ein wenig, als auch Lex Dominics Motiv aufgedeckt hat.

Was dann aber letztendlich die Auflösung war, hätte ich so nicht erwartet. Aber es ergibt vollkommen Sinn und zeigt auch, wie jemand an der entsprechenden Position Beweise entweder manipulieren kann oder genau weiß, welche Art von Beweisen ausreicht, um jemanden zu verurteilen. Man kann also die Schritte sehr genau planen, jemanden schuldig wirken zu lassen, vor allem, wenn man dank seines Einflusses weiß, welche Strippen man ziehen muss oder kann. Dass das Motiv des Täters so eng mit Korruption verbunden ist, ist bitter, zeigt aber auch mal wieder, zu was Menschen bereit sind, um ihre eigene Haut zu retten. Warum er sich überhaupt auf diese Deals mit Lionel eingelassen hatte, wird leider nicht so recht deutlich, aber als dieser wiederum seine Existenz bedroht, kann man die Reaktion vielleicht ein wenig verstehen... Letztendlich könnte man argumentieren, dass es sich Lionel irgendwie auch selbst zuzuschreiben hat, in welche Situation er geraten ist. Seine Erpressung und Manipulation von Menschen bleiben nicht folgenlos, doch ich fürchte, dass er dennoch nicht daraus lernen wird.

So bleibt uns letztendlich zwar eine spannende Folge, die uns miträtseln lässt. Nach den großen Entwicklungsschritten und Erkenntnissen in den vergangenen Folgen, bleibt aber dennoch ein zwiegespaltenes Gefühl zurück. Vielleicht sollten wir einmal durchatmen, um die letzten Schritte zu verarbeiten, aber dafür wurde diese Folge zu spannend aufgebaut. Mir ist nicht ganz klar, warum man uns hier diese Person als Täter präsentiert und ihn damit aus den Verkehr gezogen hat. Für die Gesamtstoryline hatte das in meinen Augen überhaupt keine Auswirkungen.

Fazit

Nach den spannenden Entwicklungen in der vergangenen Episode, muss man sich in dieser Folge erstmal zurechtfinden. Zwar ist die Handlung nicht minder spannend, aber obwohl sich die Ereignisse überschlagen, war #2.13 Wer schoss auf Lionel Luthor? doch eher eine Filler-Episode. Worauf diese Folge also letztendlich abzielte, außer uns noch mal zu zeigen, dass Lionel Luthor sich viele Feinde macht, wird nicht so ganz deutlich.

Catherine Bühnsack - myFanbase

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