Walker - Review des Piloten

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Da hat "Walker" aber einen ganz schönen beeindruckenden Start bei seinem Heimatsender The CW hingelegt! Hinterher wurde anhand der Zuschauerzahlen nämlich bekannt gegeben, dass der Neustart die seit fünf Jahren am meisten gesehene Serie darstellt. Mit Jared Padalecki hat man sich nach dem Ende von "Supernatural" ohne Frage ein großartiges Zugpferd gegönnt. Auch Jensen Ackles' nächster TV-Gig bei "The Boys" wird großes Interesse heraufbeschwören, dafür haben die beiden Herren mit 15 Staffeln einfach zu lange die TV-Landschaft geprägt. Aber reicht Padalecki alleine aus, um "Walker" als neue Serie zu etablieren?

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Nein, Padalecki alleine reicht wohl definitiv nicht aus. Auch wenn die Serie nach seiner Figur benannt ist und er sicherlich diesem Pilot den größten Stempel aufdrückt, so wurden auch genug andere Serienstars für "Walker" gewonnen und deswegen denke ich, dass das Gesamtpaket zum Einschalten bewegt. Neben Padalecki hat auch Lindsey Morgan nach dem Ende von "The 100" unverzüglich ein neues Serienengagement gefunden. Der aus "Pretty Little Liars" bekannte Keegan Allen ist seit längerem mal wieder in einer TV-Hauptrolle zu sehen und auch Coby Bell ("The Gifted", "Burn Notice") und Odette Annable ("October Road", "Supergirl") sind wahrlich keine Unbekannten.

Aber der Fokus des Pilots liegt ohne Frage bei Walker und am ehesten noch bei seiner neuen Partnerin Micki Ramirez (Morgan). Zwar kenne ich die Vorlage "Walker, Texas Ranger" mit Chuck Norris, die aus den 1990ern stammt, nicht, aber wenn ich mir eine Zusammenfassung durchlese, so wird schnell klar, dass "Walker" wirklich nur lose angelehnt ist. Aber Cordell Walker ist damals wie heute der Star der Serie, weswegen es verständlich ist, dass zu Beginn viel Zeit dafür aufgewendet wird, seine persönliche, aber auch berufliche Situation darzulegen. Die Vergangenheit mit dem Mord an seiner Frau Emily (Genevieve Padalecki) war zwar etwas überhastet abgeschlossen, aber es ist logisch, dass die Serie lieber an der Jetzt-Situation ansetzt, zumal die Umstände von Emilys Tod mit vielen Fragezeichen sicherlich das zentrale Mysterium der ersten Staffel darstellen wird. Und in der Gegenwart hat die Serie auch ein Tempo, was gut tut. Natürlich kratzt vieles nur an der Oberfläche, wie das Verhältnis von Cordell zu seinem Vater Bonham (Mitch Pileggi) oder wie sich genau Geri (Annable) in das Leben der Walkers einfügt, aber dennoch bekommt man von der Gesamtsituation schon ein sehr gutes Bild vermittelt. Auch die einzelnen Figuren werden knapp charakterisiert, so dass in allen Aspekten die Neugier geweckt ist.

Vor allem das Bild von Cordell wird besonders abgebildet, auch wenn viele seiner Dämonen wahrscheinlich noch unausgesprochen sind. Man erlebt aber einen gebrochenen Familienvater, der seine jugendlichen Kinder Stella (Violet Brinson) und August (Kale Culley) beinahe ein ganzes Jahr zurückgelassen hat, weil er sich mit einem Undercover-Einsatz Ablenkung vom Tod seiner geliebten Frau verschaffen musste. Nun ist er vermeintlich bereit für die Rückkehr in seine Heimat, doch er macht sich nur was vor, so dass er zur Flasche greifen muss. Es ist wirklich ein erbärmliches Bild, was sich dem Zuschauer da bietet, weswegen einem natürlich vor allem die Kinder extrem Leid tun, die im Grunde beide Elternteile verloren haben. Während Stella das mit Rebellion beantwortet, versucht August mustergültig schlechthin zu sein. Es ist definitiv eine Kleinfamilie, die in alle Einzelteile zerbrochen ist. Deswegen fand ich sehr sinnvoll, dass sich gerade für die Familienzusammenführung sehr viel Zeit genommen wurde. Die Reaktionen und die daraus resultierenden Handlungen haben mich definitiv am meisten überzeugt und auch berühren können. Spätestens als Cordell wieder einen neuen Undercover-Einsatz vor Augen hat und sich nun entscheiden muss, was ihm wichtig ist, ist man mit den Walkers verbunden. Gerade die Endszene ist dann sehr schön, weil sie nur einen Minischritt darstellt, aber immerhin etwas.

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Etwas skeptisch blicke ich dagegen auf die Einbindung von Cordells Tätigkeit als Texas Ranger. Mir ist noch nicht klar, ob es nun immer einen Fall der Woche geben wird, also ein Procedural. Da ich genug Crime-Serien schaue, weiß ich, dass diese persönliche Entwicklungen nicht in dem Maße zulassen, wie es bei einer klassischen Dramaserie der Fall ist. Das wäre bei "Walker" aber extrem schade, da genug Handlungsaspekte vorhanden sind, die aus der Serie viel mehr machen könnten. Mit Micki hat Cordell zwar ein sehr interessantes Gegenstück, so dass ihr Dynamik als Partner sicherlich ein Trumpf sein kann, aber dennoch dürfen die Ermittlungsarbeiten gerne aufgelockert werden. Denn auch Micki wird einiges zu erzählen haben. Mit Morgan wurde sie in jedem Fall sehr gut besetzt, da diese schon als Raven Rayes die ideale Mischung aus Verletzlichkeit und Stärke bewiesen hat. Die Ermittlungen rund um Emilys Mord dürfen und müssen natürlich fortgeführt werden, aber ansonsten sollte die berufliche Tätigkeit höchstens Triebfeder für andere Entwicklungen sein. Aber hier muss ich abwarten, was "Walker" nun vorhat.

Kritisch möchte ich abschließend noch einbringen, dass mir der Einsatz von Hintergrundmusik im Pilot nicht gefallen hat. Wenn Popsongs eingespielt wurden, hat das gepasst, aber sobald es um akustische wiederkehrende Themen ging, fand ich diese viel zu aufdringlich. Um dialogfreien Szenen so eine Dynamik zu verleihen, kann ich den Einsatz von Musik immer nachvollziehen, aber hier wurden oft auch wichtige Dialoge bedient und das nicht gerade leise, so dass ich mit dem Hören doch sehr anstrengen musste. Insgesamt gab es kaum mal einen Moment, wo Ruhe herrschte und das hat bei beim Sehen doch einen Stressfaktor gebildet. Zudem war es arg übertrieben, wie Cordell immer als Texas Ranger inszeniert wurde. Immer wieder das bewusste Aufsetzen des Cowboyhuts, immer wieder Gestik und Mimik, wo wohl alle wissen, dass das Fans ganz wuschig machen dürfte, aber auch das ist zu übertrieben. Die Überstilisierung wird auf Dauer eher eine Barriere schaffen, als diese niederzureißen.

Fazit

"Walker" hat einen sehr bekannten Cast zusammengestellt bekommen, doch Padalecki als Titelfigur sticht definitiv heraus. Das funktioniert in diesem Pilot gut, denn Walker ist sicherlich eine faszinierende Persönlichkeit, die erstmal die Einführung brauchte, um mit ihr das Geschehen weiter erleben zu wollen. Die anderen Figuren müssen im weiteren Verlauf noch mehr Luft zum Atmen bekommen, aber das wird gewiss erfolgen. Für einen Pilot fand ich das Geschehen insgesamt aber sehr rund, denn alle Karten liegen auf dem Tisch und so kann jeder für sich individuell ideal entscheiden, ob der Geschmack getroffen wird oder nicht. Meiner wird jedenfalls getroffen und ich werde erstmal weiter einschalten.

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Lena Donth - myFanbase

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