Rebel - Review, Staffel 1

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In meinem Fazit der ersten Episode von "Rebel", oder wie es doch wirklich hierzulande heißt "Rebellin" als seien die Deutschen tatsächlich zu doof, um zu checken, dass Rebel eine Frau ist, war ich vom Piloten absolut begeistert und konnte ABC nicht verstehen, weshalb man nach nur einer Staffel den Stecker gezogen hat. Und soll ich euch mal sagen, dass ich diese Entscheidung, nachdem ich die Staffel nun komplett gesehen habe, noch viel weniger verstehen kann? Warum fragt ihr euch? Lest nach, weshalb mir die Staffel so gut gefallen hat...

Foto: Katey Sagal, Rebel - Copyright: ABC Studios; ABC/Pamela Littky
Katey Sagal, Rebel
© ABC Studios; ABC/Pamela Littky

Rebel Kämpferin für (all) die Schwachen

Bereits am Ende der ersten Episode war klar, dass sich die erste Staffel von "Rebel" mit einem einzigen Fall beschäftigen wird, der am Ende aufgeklärt werden soll und natürlich, dass Rebel (Katey Sagal), Julian Cruz (Andy Garcia) und alle anderen als Gewinner*innen des Ganzen hervorgehen. Jetzt wäre es natürlich einfach, alles in maximal drei Episoden abzuhandeln. Ja, okay, das scheint bei einigen Serien zwar mittlerweile zum Standard zu gehören, aber "Rebel" nimmt sich wirklich Zeit, ohne dabei alles künstlich in die Länge zu ziehen, dafür sind zehn Episoden meiner Meinung nach auch zu wertvoll, als dass man sie mit unwichtigem Kram verschwenden sollte.

Denn gerade da es sich in dieser ersten Staffel um den Konzern Stonemore handelt, der Herzklappen herstellt, die die Menschen heilen sollten, ist dieses Thema auch einfach zu wichtig. Dennoch hat man es nicht versäumt, auch noch Nebenhandlungen einzubauen, die sich aber wunderbar und vor allem plausibel in das Hauptthema einfügen ließen. Aber dazu später mehr.

Foto: Andy Garcia & Katey Sagal, Rebel - Copyright: ABC Studios; ABC/Temma Hankin
Andy Garcia & Katey Sagal, Rebel
© ABC Studios; ABC/Temma Hankin

Nachdem Rebel im Piloten den Autopsiebericht von Julians verstorbener Frau Sharon (Eva Tamargo) gelesen hat, war klar, dass sie für Helen (Mary McDonnell), deren Tochter Maddie (Daniella Garcia) und den Rest, die nach dem Einsetzen der Herzklappe kränker als vorher waren, kämpfen würde. Natürlich wurde da noch nicht bekannt, dass Sharons Tod tatsächlich mit den Schmerzen, die sie durch die Herzklappe von Stonemore hatte, in Verbindung stand, doch nachdem man all die Schilderungen der anderen gehört hat, konnte man sowohl Julians Verzweiflung, als auch Rebels Kampfesgeist umso besser verstehen. Besonders Rebels Erklärung, wie viel Sharon ihr bedeutet hat, berührte mich total. Denn sie war nicht nur ihre beste Freundin und ihre Vertraute. Sharon war Rebels Ratgeberin, die Person, die immer ein offenes Ohr für sie hatte, die sie mit ihrer Stimme beruhigt hat und durch die Rebel immer wusste, was sie als nächstes tun musste und wo sie Halt gefunden hat. Für mich ist es daher vollkommen logisch gewesen, dass Rebel Schlimmeres verhindern wollte und dass vielleicht noch jemand eine solche Person verliert, wie Rebel selbst verloren hat.

Aber auch Julian tat mir unglaublich leid, denn man hat ihm besonders zu Beginn angemerkt, dass es ihm schwer fiel, sich für diesen Fall zu öffnen und damit wieder alte oder vielleicht noch nicht ganz verheilte Wunden aufzureißen, die Sharons Tod bei ihm hinterlassen haben. Besonders seine Schilderung gegenüber Rebel, dass Sharon möglichweise ihren Tod geplant hat und er ihren letzten gemeinsamen Moment erst jetzt realisiert hat, bricht einem fast das Herz, denn es macht bei beiden deutlich, dass sie durch Sharon jemanden verloren haben, der ihr Leben bereichert hat. Gerade deswegen konnte ich auch kaum mit ansehen, als sich Julian immer mehr auf Angela (Sharon Lawrence) eingelassen hat, bei der bereits vor der Enthüllung, dass sie als Spionin von Stonemore auf die Kanzlei und besonders Julian angesetzt war, klar war, dass sie als Antagonistin agiert. Sharon Lawrence hat ihre Sache wirklich gut gemacht, denn so sehr ich weibliche Antagonistinnen auch liebe, ich lieb(t)e es zu sehr, besonders sie als solche zu hassen und ich habe bei jedem weiteren ihrer Auftritte bemerkt, wie sehr mein Blutdruck doch erhöht gewesen ist, weil Angela mich wirklich aggressiv mit ihrer lieblichen und doch hinterhältigen Art gemacht hat.

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Foto: John Corbett, Rebel - Copyright: ABC Studios; ABC/Karen Ballard
John Corbett, Rebel
© ABC Studios; ABC/Karen Ballard

Doch nicht nur sie war für die Drecksarbeit da, die Mark Duncan (Adam Arkin) nicht machen wollte. Auch Sean (Jalen Thomas Brooks), der Freund von Rebels und Gradys (John Corbett) Adoptivtochter Ziggy (Ariela Barer), wurde in die ganze Sache eingebunden und hat Ziggys Eltern so hinters Licht geführt, dass diese Todesangst um ihre Tochter hatten. Jedoch, wenn man die Hintergründe für sein Handeln kennt, kann man ihm gar nicht böse sein. Denn zum einen ist Sean noch jung, er war verzweifelt und er wollte seinem Bruder aus dem Heim befreien und man hat ihm einfach angesehen, wie schwer ihm dies fiel. Umso erstaunter war ich, dass ausgerechnet Grady es war, der einlenkt, seine Tochter beruhigt und Sean und seinem Bruder geholfen hat. Grady war zu Beginn nämlich auch nicht unbedingt ein Kandidat auf meiner Favoritenlisten. Da er seine Frau mit einer Anwältin betrogen hat und dann auch noch die Scheidung wollte, hat er zurecht von Nate (Kevin Zegers) ein paar aufs Maul gekriegt und sein Agieren, unbedingt wieder einziehen zu wollen, hat ihm fast einen Schuss mit der Schrotflinte eingebracht. Aber... Grady hat sich gemacht. Zugegeben, dass er letztlich nochmals auf die Scheidung zu sprechen kam, weil Rebel die Termine für die Paartherapie nicht eingehalten hat, konnte ich etwas nachvollziehen. Jedoch hat es die Serie geschafft, dass bei Problemen jeglicher Art manchmal gar keine Therapie nötig ist, sondern man einfach nur eine Erinnerung an das braucht, wovon man glaubt, es verloren zu haben. Denn Grady und Rebel sind wahrlich ein Dreamteam und ich bin froh, dass sie daran erinnert worden sind.

Foto: , Rebel - Copyright: ABC Studios; ABC/Karen Ballard
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© ABC Studios; ABC/Karen Ballard

Gut gefallen hat mir auch, wie man Abigail Spencer als Misha in den Fall eingebunden hat und dadurch auch gleich noch eine Verbindung mit Nate geschaffen und ihre damaligen Beziehungsprobleme aufgearbeitet hat und mein Herz höher schlug, als Misha und Nate wieder zusammengefunden haben. Im Piloten sprach ich davon, dass man nicht ganz ohne Klischees ausgekommen ist und auch innerhalb der Staffel haben sich noch ein bis zwei kleine Klischees verborgen. Zum einen, dass Cassidy (Lex Scott Davis) etwas mit ihrem neuen Kollegen Luke (Sam Palladio) angefangen hat und zum anderen, dass Grady ein uneheliches Kind hat.

Interessant war auch, wie man den großen Fall rund um Stonemore und das Familiäre mit Benji (James Lesure) als Cassidys Vater, der seine Tochter in seine Kanzlei lockt und dann den Konzern Stonemore vertritt, verbunden hat. Fasziniert war ich auch, wie man Patient X und den Chemiker, der mit an der Herzklappe beteiligt war, an Bord geholt hat und in der letzten Minute vom Prozess noch das entscheidende Puzzleteil gefunden hat.

Fazit

"Rebel" hat bewiesen, dass man nur wenige Episoden benötigt, um eine flotte, schwungvolle, humorvolle, aber auch ernsthafte Geschichte erzählen zu können, die spannend und herzergreifend zugleich ist. Dazu noch eine Hauptdarstellerin wie Katey Sagal, die in der Blüte ihres Lebens steht und soviel Spaß und Power im Spiel zeigt, dass man noch lange nach dem Schauen begeistert ist und auch der restliche Cast hat bewiesen, warum "Rebel" unbedingt noch eine zweite Staffel braucht, denn diese Dynamik dieser ersten Staffel muss einfach fortgesetzt werden!

"Rebel" ansehen:

Daniela S. - myFanbase

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