Rebel - Review des Piloten

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Als Ende 2019 bekannt wurde, dass Krista Vernoff, die auch für "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" und "Seattle Firefighters - Die jungen Helden" verantwortlich ist, eine neue Dramaserie für den Sender ABC mit dem Titel "Rebel" entwickelt und diese 20 Jahre nach dem Film "Erin Brockovich" einsetzen sollte, war ich überrascht. Mit "Grey's Anatomy" wurde eine langlebige Serie erschaffen, die sich großer Beliebtheit erfreut. Demnach ging ich davon aus, dass ABC "Rebel" garantiert grünes Licht für eine Serienbestellung erteilen würde und als dann mit Katey Sagal die zentrale Hauptrolle besetzt wurde, war ich mir ohnehin absolut sicher. Dennoch war mir etwas mulmig zumute, da ich den Film, auf dem die Serie basiert, nicht gesehen hatte und ich der Annahme war, dass ich Vorkenntnisse bräuchte. Ob dem so war und wie der Pilot in meinen Augen abgeschnitten hat, erfahrt ihr nun.

Gestatten: Annie "Rebel" Bello

Foto: John Corbett, Katey Sagal & Andy Garcia, Rebel - Copyright: ABC Studios
John Corbett, Katey Sagal & Andy Garcia, Rebel
© ABC Studios

Das Sprichwort "Taten sagen mehr als Worte" sagt für mich sehr viel mehr aus, als dass es nur ein 'dummes' Sprichwort ist. Besonders gut bezieht es sich darauf, dass man erst einmal zu seinem Wort steht und in gewisser Weise steht es in meinen Augen dafür, für die Schwächeren einzutreten und damit wären wir dann auch schon bei der Thematik von "Rebel" angekommen. Im Zentrum steht Annie Bello (Sagal), die aber von den meisten nur Rebel genannt wird. Sie ist geschieden, hat drei Kinder: Cassidy (Lex Scott Davis), Nate (Kevin Zegers) und Adoptivtochter Ziggy (Ariela Barer). Sie ist von Woodrow Flynn (Matthew Glave) und Benji Ray (James Lesure) geschieden und seit fast zehn Jahren mit Grady Bello (John Corbett) verheiratet. Allerdings wirkt Rebel nicht wie eine Frau, die darauf wartet, dass ein Mann ihr helfend die Hand reicht und ihr Selbstbewusstsein gibt. Das braucht Rebel gar nicht, das hat sie nämlich schon und das in einer großen Portion. Denn sie macht sich überhaupt nichts daraus, eine Veranstaltung derer zu sprengen, die einen Großkonzern leiten und medizinische Herzgeräte herstellen, die aber fehlerhaft sind und daher schädlich für Menschen sind. So ist es eben auch nicht verwunderlich, dass Rebel bis zum Äußersten geht, um ihre Truppe aus verschiedenen Patienten, die alle unter derselben Symptomatik leiden, zu ihrem Recht zu verhelfen und angehört zu werden.

Nun ja, so ganz gelingt das der Guten nicht. Denn nachdem sie sich kein Gehör verschaffen konnte, versucht sie dem Boss des Ganzen in die Rede zu fallen und kracht dabei unliebsam auf einen Tisch und wird wie allzu oft von der Polizei verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Aber Rebel macht das auch nichts aus, denn auch im Kittchen schafft sie es, 'Freundschaften' zu schließen und ihrer ältesten Tochter Cassidy, die Anwältin ist, neue Pro-Bono-Fälle zu beschaffen. Katey Sagal ist ohnehin eine hervorragende Charakterdarstellerin und es ist wahrer Genuss dabei zuzugucken, wie sie die coole Rebel spielt, die zwar alles andere als eine Anwältin ist, aber das fällt gar nicht auf. Vielmehr imponiert es einem, wie lässig sie vorgeht und sich als Freundin der (potenziellen neuen) Mandaten hinstellt. Denn mal ehrlich: Bei wem ist man denn bitte eher redselig? Richtig. Bei jemandem, der einem das Gefühl gibt, dass die Geschichte von jemandem wichtig ist und Rebel ist darin wirklich erste Sahne. Ich würde ihr auch meine Geschichte erzählen, denn ihr merkt man einfach an, dass sie etwas bewegen möchte!

Foto: Lex Scott Davis, Rebel - Copyright: ABC Studios; ABC/Pamela Littky
Lex Scott Davis, Rebel
© ABC Studios; ABC/Pamela Littky

Dass das ihre Tochter Cassidy nicht so gerne sieht, dass sie die Fälle ihrer Mutter kostenlos übernehmen soll, kann man insofern verstehen, da Rebel irgendwie selbst nicht so viel oder sollte ich besser sagen gar kein Geld zur Verfügung hat? Demnach ist auch definitiv klar, dass die Tochter vernünftiger als die Mutter ist (ja, es erinnert irgendwie an die "Gilmore Girls"). Cassidys Vernunft hat sie eindeutig von ihrem Vater Benji. Jener ist zwar von Rebel geschieden, pflegt aber dennoch noch immer ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu ihr. Allerdings, wenn man den Verlauf der Episode verfolgt, kommt es sicher bald zum Konflikt. Denn Benji ist selbst Anwalt und arbeitet laut Rebel für 'die dunkle Seite' und möchte seine Tochter unbedingt abwerben. Ich muss sagen, dass sein Köder nicht der schlechteste ist. Denn er behauptet, dass Rebel seiner Tochter nur das Schwarz/Weiß-Denken beigebracht hat und wenn man Rebel so zuhört und vor allem zusieht, dann kann man sich nur schwer entziehen, Benji zuzustimmen. Zudem hat Benji mit Luke Chapman (Sam Palladio) jemanden an seiner Seite, der nicht müde zu werden scheint, Cassidy immer wieder zu sagen, dass sie in der Kanzlei ihres Vaters besser aufgehoben ist und dazu ist er ein sehr wahrscheinlicher Love Interest. Damit hätte man praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

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Foto: Andy Garcia, Rebel - Copyright: ABC Studios; ABC/Pamela Littky
Andy Garcia, Rebel
© ABC Studios; ABC/Pamela Littky

Aber bis Cassidy möglicherweise wechselt, dauert es wohl noch eine Weile. Bis dahin muss sie wohl mit ansehen, wie Rebel versucht, ihrer Truppe zu ihrem Recht zu verhelfen. Dafür sucht sie auch Julian Cruz (Andy García) auf, den Mann ihrer verstorbenen besten Freundin Sharon. Jedoch stellt sich Julian quer und möchte Rebel gar nicht helfen. Allein schon sein Verhalten zeigt, dass dahinter noch deutlich mehr steckt und das wird uns natürlich auch noch gleich in dieser Episode präsentiert. Denn Sharon wurde vor zwei Jahren ebenfalls eine Herzklappe bzw. medizinisches Herzgerät eingesetzt und nun ist sie tot. Somit wird auch klar, dass Rebel den Tod ihrer Freundin 'rächen' möchte und somit eben auch für Schwächere eintritt. Mir hat das sehr gefallen, denn wie ich etwas weiter oben schon schrieb: Das Sprichwort "Taten sagen mehr als Worte" sagt für mich viel mehr aus und Rebel beweist im Auftakt einfach, dass es ihr genauso geht. Nicht nur, dass sie ihrer verstorbene Freundin Gerechtigkeit verschaffen will, denn ich glaube nicht, dass es Selbstmord war, so wie Julian am Ende gesagt hat. Denn umsonst hat er sicherlich keinen Obduktionsbericht machen lassen. Sie verspricht auch Helen (Mary McDonnell), dass sie das Ding aus ihr herausholt, was sie so krank macht. Dafür holt sie auch noch ihren Sohn Nate ins Boot. Dieser ist zwar Gynäkologe, das macht aber gerade mal die Hälfte aus, denn laut Rebel kann er auch eine Studie durchführen.

So ganz schafft es die Serie aber nicht ohne Klischees. So ist Adoptivtochter Ziggy drogensüchtig und Rebel wird von ihrem derzeitigen Ehemann ausgerechnet mit einer Scheidungsanwältin betrogen und bekommt gerechterweiser dadurch von Nate auch gleich noch ein paar aufs Maul. Dennoch hat die Serie besonders durch den Freundschaftsmoment zwischen Rebel und Julian noch einen Abschluss, der zeigt, dass man sich in der Not eben doch auf wen verlassen kann.

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Fazit

"Rebel" kommt verdammt gut aus den Startlöchern und zeigt eine Katey Sagal wie man sie liebt: Voller Power und Freude. Man merkt ihr unglaublich an, wie sehr sie die Rolle der Rebel liebt und mit so viel Leidenschaft verkörpert, dass man absolut begeistert ist. Gerade deshalb verstehe ich den Sender ABC nicht, der die Serie nach einer Staffel abgesetzt hat und verstehe umso besser, weshalb Sagal, Cast, Crew und die Fans darum kämpfen, dass die Serie doch noch vor der Absetzung gerettet wird. Denn sie trägt eine wichtige Botschaft: Man sollte sich immer für die Schwächeren einsetzen und gerade die aktuelle Pandemie sollte uns gelehrt haben, wie wichtig dies doch ist.

Daniela S. - myFanbase

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