Killing Eve - Review des Piloten

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Nachdem "Killing Eve" sehr überzeugende Kritiken bekommen hat und Sandra Oh bei den Golden Globes 2019 sogar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde, war ziemlich klar, dass man als Serienfan nicht einfach einen Bogen um diese Serie machen kann. Durch die Ankündigung der Ausstrahlung auf dem Streaming-Dienst Starzplay war meine Neugier weiter geweckt und der Zeitpunkt schien passend, den Vorsatz in die Tat umzusetzen. Und was soll man sagen, ich habe es definitiv nicht bereut.

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Foto: Ania Marson & Sandra Oh, Killing Eve - Copyright: STARZPLAY
Ania Marson & Sandra Oh, Killing Eve
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In "Killing Eve" spielt Sandra Oh die Rolle der Eve, eine sehr gute MI5-Agentin, die sich unterfordert fühlt, die vielen einschränkenden Regeln satt hat und viel lieber als Spionin agieren würde. Als sie nach einem Mordfall auf eigene Faust ermittelt und dadurch herausfindet, dass der potenzielle Serienkiller eine Frau ist, wird sie für ihr Vorgehen gefeuert, erhält aber durch ihren Scharfsinn von anderer Stelle direkt eine neue Aufgabe. Ihr Traum scheint sich zu erfüllen, doch mit ihrer Gegnerin Villanelle (Jodie Comer) hat sie sicherlich gleich eine sehr große Herausforderung, denn diese ist äußerst selbstbewusst und kaltblütig.

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Foto: Jodie Comer, Killing Eve - Copyright: STARZPLAY
Jodie Comer, Killing Eve
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Es ist gar nicht die Story, die diese Serie empfehlenswert macht, denn dieses Grundsetting ist erst mal nichts Besonderes. Es wird aber von der ersten Minute an klar, dass trotz der ernsten Angelegenheiten der Humor ein ganz wesentliches Unterhaltungsmittel in dieser Serie sein wird. Allerdings natürlich nicht, wie man es aus Comedyserien kennt, sondern viel subtiler, unterschwelliger und überraschender. Gleich die ersten beiden Szenen des Piloten untermauern das. Da wäre zunächst Villanelle, die in einem Café sitzt und einem an einem anderen Tisch sitzendem Kind zulächelt, was dieses Kind erwidert, sodass fast schon ein stummer Dialog entsteht. Als Villanelle dann aber geht, schmeißt sie mit voller Absicht den Eisbecher des Kindes um und das Eis landet auf dem Kleidchen des Kindes. In der nächsten Szene wacht Eve schreiend auf und ihr Mann ist enorm besorgt, als sich herausstellt, dass Eve nur beide Arme eingeschlafen sind und er sich nicht vorstellen könne, wie erschrocken sie war. Und dieser Stil durchzieht die erste Episode und ich gehe davon aus, dass sich dies auch in den kommenden Episoden nicht ändern wird.

Foto: Jodie Comer & Sandra Oh, Killing Eve - Copyright: STARZPLAY
Jodie Comer & Sandra Oh, Killing Eve
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Ansonsten ist Eves einfallsreiches und hartnäckiges Ermitteln, um die Wahrheit heraus zu finden, ebenso unterhaltsam und kurzweilig wie die fast schon überhebliche Art und Weise, wie Villanelle ihre Aufträge umsetzt und dabei schon gar nicht darauf achtet, ihre Spuren so gering wie möglich zu halten. Man ahnt, dass sich hier zwei gleichwertige Gegnerinnen finden werden. Das kurze, zufällige und wortlose Aufeinandertreffen in diesem Auftakt lässt nur erahnen, was da alles möglich sein könnte. Die Chemie der beiden Hauptfiguren könnte jedenfalls Großartiges bringen und Werbeplakate deuten schon daraufhin, dass es vor allem diese beiden Frauen sind, die sich in der Staffel duellieren werden. Dass der Rest des Casts relativ blass bleibt und fast nur als Beiwerk wahrgenommen wird, ist dabei nicht mal problematisch, weil sowohl Sandra Oh als auch Jodie Comer mit ihren Rollen die Zuschauer an sich reißen.

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Was bisher noch keine Rolle spielte, ist das Motiv für die Auftragsmorde von Villanelle. Gibt es hier einen großen Plan oder werden die meisten Morde nur eine Folge von Unachtsamkeiten sein, weshalb auch Eve, wie der Pressemeldung zu entnehmen ist, im Laufe der Staffel zur Zielscheibe wird? Es gibt also inhaltlich nach diesem Piloten zu "Killing Eve" noch Luft nach oben, aber auch das zeichnet eine gute Serie aus. Der Pilot muss Lust auf mehr machen und das tut er bei mir zu 100%.

Fazit

Der Erzählstil mit seinen humoristischen Elementen in der Situationskomik sowie zwei Hauptdarstellerinnen, die sofort in der Serie drin sind und sehr viel Eindruck hinterlassen, sorgen dafür, dass der Pilot von "Killing Eve" richtig gelungen ist. Man möchte nicht weiterschauen, weil die Geschichte oder die Umsetzung besonders spannend ist, sondern weil die Ausstrahlung der zwei Hauptcharaktere überzeugt und einfach Lust macht, dem Verlauf der Geschichte zu folgen und diese beiden selbstbewussten Frauen gegeneinander agieren zu sehen.

Emil Groth - myFanbase

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