Blu-ray-Rezension: A Discovery of Witches, Staffel 2

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Im Januar 2021 begannen das britische und das deutsche Sky One mit der Ausstrahlung der zweiten Staffel von "A Discovery of Witches". Während im Vereinigten Königreich bereits mehr als zwei Jahre seit der ersten Staffel vergangen waren, mussten sich deutschsprachige Fans nur gut anderthalb Jahre gedulden, um zu erfahren, wie der Cliffhanger aus dem spannenden Staffel-1-Finale aufgelöst wurde. Seit dem 19. November 2021, gerade rechtzeitig vor dem UK-Start der finalen dritten Staffel im Januar 2022, sind nun DVD- und Blu-ray-Box der zweiten Staffel im Handel erhältlich.

Inhalt

Foto: Teresa Palmer & Matthew Goode, A Discovery of Witches - Copyright: 2021 LEONINE Studios
Teresa Palmer & Matthew Goode, A Discovery of Witches
© 2021 LEONINE Studios

Auf ihrer Flucht vor der Kongregation reisen die Hexe Diana Bishop (Teresa Palmer) und der Vampir Matthew Clairmont (Matthew Goode) durch die Zeit ins London des Jahres 1590. Im Elisabethanischen Zeitalter wollen sie sich nicht nur vor ihren Verfolgern verstecken, sondern auch mehr über das magische Buch herausfinden, das die Antworten über den Ursprung der Kreaturen wie Vampire, Hexen und Dämonen enthalten soll. Während Matthew zu dieser Zeit bereits gelebt hat und somit auf ein breites Netzwerk an Kontakten bis hin zu Königin Elisabeth I. verfügt, ist es Dianas Anliegen einen Hexenzirkel zu finden, der ihr mehr über die Magie beibringen kann. Durch die Hexenverfolgungen überall in Europa und insbesondere in Schottland sind jedoch viele Hexen untergetaucht und so dauert es, bis Diana in Goody Alsop (Sheila Hancock) eine Vertraute und Mentorin findet. Matthew wird unterdessen zurück in die Rolle gedrängt, die er damals eingenommen hatte, weshalb Gefahr droht, dass er sich selbst verliert.

In der Gegenwart sucht die Kongregation nach Möglichkeiten, Diana und Matthew aufzuspüren und hofft, durch Dianas Tanten Sarah Bishop (Alex Kingston) und Emily Mather (Valarie Pettiford) mehr herauszufinden. Diese befinden sich jedoch unter dem Schutz von Ysabeau de Clermont (Lindsay Duncan) in Sept-Tours. Gleichzeitig versucht Marcus Whitmore (Edward Bluemel) als neuer Anführer der Ritter von Lazarus nicht nur in Matthews Fußstapfen zu treten, sondern dem Orden einen neuen Sinn zu geben. Währenddessen ist in Oxford ein Vampir mit Blutrausch unterwegs und droht mit seinem Gemetzel, Aufmerksamkeit auf die Welt der Kreaturen zu lenken.

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Rezension

Foto: Elaine Cassidy & Tom Hughes, A Discovery of Witches - Copyright: 2021 LEONINE Studios
Elaine Cassidy & Tom Hughes, A Discovery of Witches
© 2021 LEONINE Studios

Mit Spannung habe ich erwartet, wie das offene Ende der ersten Staffel von "A Discovery of Witches" aufgelöst wird. Zwar war bereits zuvor klar, dass die Serie fortgesetzt würde, aber die lange Wartezeit hat den Cliffhanger nun doch fast schon unerträglich gemacht. Immerhin fackelt man in Staffel 2 nicht lang und setzt genau dort an, wo Staffel 1 endete. Diana und Matthew sind Peter Knox (Owen Teale) und Satu (Malin Buska) und somit der Kongregation durch die Lappen gegangen und landen im mittelalterlichen London, praktischerweise direkt um die Ecke von Matthews damaligen Haus. Obwohl sie eigentlich auf dem Land ankommen wollten, um sich erstmal an das Leben in dieser Zeit zu gewöhnen, war Dianas neuerworbene und erstmals auf die Probe gestellte Fähigkeit des Zeitreisens also erstaunlich präzise. Überhaupt scheint die Integration der beiden Zeitreisenden in Matthews Haushalt und seinem Freundeskreis erstaunlich reibungslos zu funktionieren. Einzig Kit Marlowe (Tom Hughes) - ja, der Dichter und Denker Christopher 'Kit' Marlowe - glaubt, dass Matthew verhext wurde und nicht mehr Herr seiner Sinne und Entscheidungen ist.

Foto: Alex Kingston, Valarie Pettiford & Lindsay Duncan, A Discovery of Witches - Copyright: 2021 LEONINE Studios
Alex Kingston, Valarie Pettiford & Lindsay Duncan, A Discovery of Witches
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In Staffel 1 hat mir die Verbindung zwischen dem Modernen und dem Mystischen - eingebettet in die historischen Drehorte - sehr gut gefallen. Sich nun im Mittelalter wiederzufinden, ist also erstmal sehr gewöhnungsbedürftig und bedarf anders als für die beiden Hauptfiguren für mich als Zuschauerin etwas mehr Eingewöhnungszeit. Obwohl Diana ihr Verständnis von einer modernen emanzipierten Frau nur schwer dem damaligen Rollenbild unterordnen kann und durch ihr forsches Verhalten und ihre Ablehnung, sich Matthews Anweisungen unterzuordnen, auffällt, bin ich doch froh gewesen, dass die beiden sich dem damaligen Rollenverständnis nicht vollkommen anpassen. Natürlich müssen sie nun andere Versionen ihrer selbst spielen, aber es ist doch erfrischend, dass wir die heutige Diana noch deutlich erkennen. Matthew hingegen scheint sich recht schnell wieder in dieser Zeit einzufinden - was verständlich ist, immerhin hat er damals bereits gelebt - aber im Laufe der Staffel erkennen wir, dass das nicht unbedingt etwas Positives ist. In ihm werden viele düstere und schmerzhafte Erinnerungen geweckt und er muss auf Verbindungen zurückgreifen, die er gerne hinter sich gelassen hätte. Gleichzeitig gibt ihm das aber auch die Chance, zu erkennen, wie weit er es als Vampir inzwischen gebracht hat, und es wird ihm sogar ermöglicht, alte Wunden heilen zu lassen. Allen voran das Verhältnis zu seinem in der Gegenwart bereits nicht mehr lebenden Vater Philippe (James Purefoy). Hier wird auch deutlich, welche Gefahr Zeitreisen bergen und dass Informationen über die Zukunft ebendiese verändern könnten. Matthew muss also aufpassen, selbst seinen engsten Vertrauten nichts über ihr Schicksal zu verraten.

Der Beginn der zweiten Staffel macht sehr deutlich, dass sich Diana und Matthew zwar sehr lieben und vertrauen, dass sie sich aber auch erst sehr kurze Zeit kennen. So deckt Diana immer mehr Geheimnisse Matthews auf, die er gerne vor ihr verborgen gehalten hätte. Er scheint sich für sein früheres - und vielleicht auch noch heutiges?! - Ich zu schämen. Zudem wirkt vieles überstürzt, bspw. als sie kurzerhand einen Straßenjungen adoptieren, um ihm ein besseres Leben als das eines Diebes zu ermöglichen. So werden sie über Nacht zu Eltern, was aber eher so nebenbei geschieht. Als Zuschauer*in fällt es schwer, hier immer Schritt zu halten. Überhaupt verliert man in dieser zweiten Staffel häufig das Zeitgefühl. Zwar ist einem bewusst, als die beiden ihre Reise quer durch Europa beginnen, dass dies gerade in dieser Zeit nicht innerhalb weniger Stunden oder Tage möglich ist. Dennoch fehlen einem immer wieder Anhaltspunkte, um das Geschehene zeitlich einzuordnen. Irgendwann steht in einer Episode dann London 1591 und so weiß man, dass mittlerweile einige Monate oder mehr vergangen sein müssen.

Diana macht in dieser zweiten Staffel als Hexe eine unglaubliche Entwicklung durch. Während sie anfangs noch sehr frustriert darüber ist, ihre Fähigkeiten nicht kontrollieren zu können und auch keinen Anschluss an andere Hexen in der Stadt zu finden, eröffnet ihr das Aufeinandertreffen mit einer Vorfahrin von Sophie Norman (Aisling Loftus) schließlich völlig neue Möglichkeiten. Durch Susanna (ebenfalls Aisling Loftus) lernt Diana die mächtige Hexe Goody Alsop kennen, die ihr auch 400 Jahre vor ihrer Geburt Hinweise auf ihre Geschichte und die Macht ihrer Familie geben kann, wodurch Diana neuen Mut schöpft. Ihr daraufhin innerhalb des Hexenzirkels bei ihren Lehrstunden zuzuschauen, bei denen ihr die Grundzüge des Magie-Webens beigebracht werden und sich dabei herausstellt, wie mächtig Diana tatsächlich ist, ist einfach faszinierend. Hier muss man einfach auch ein sehr großes Lob an die Visuellen Effekte aussprechen. Bereits in der ersten Staffel wurde einem die Magie auf so fesselnde Art und Weise dargeboten und die zweite Staffel scheint sich hier noch einmal zu übertreffen.

Foto: Teresa Palmer, A Discovery of Witches - Copyright: 2021 LEONINE Studios
Teresa Palmer, A Discovery of Witches
© 2021 LEONINE Studios

Eine weitere Sache ist ebenso toll geblieben wie in Staffel 1: Die Drehorte! In England kann man einfach auf eine tolle Auswahl historischer Bausubstanz zurückgreifen und da sicherlich auch das mittelalterliche London häufig in und um Oxford gedreht wurde, wundert es einen nicht, dass man sich so manches Mal auch in einem Korridor von Hogwarts aus "Harry Potter" wiederfindet. Das tut dem tollen Szenenbild und der Liebe zum Detail bei der Requisite oder auch den Kostümen - hier wurde wirklich aus den Vollen geschöpft, insbesondere bei Dianas Kleidern - aber keinen Abbruch. Und selbst die CGI-Elemente wie bspw. die Altstadt des damaligen Londons aus der Luftperspektive fallen nicht negativ auf, wie man es bei vielen anderen Produktionen schlichtweg aus Geldmangel kennt.

Foto: Owen Teale, A Discovery of Witches - Copyright: 2021 LEONINE Studios
Owen Teale, A Discovery of Witches
© 2021 LEONINE Studios

Während der Fokus in Staffel 2 verständlicherweise vor allem auf Dianas und Matthews Zeit im Mittelalter liegt, finde ich es gut, dass man die Handlung in der Gegenwart nie aus dem Auge verliert. In fast jeder Episode gibt es zumindest eine kurze Sequenz, die uns voranbringt, bis dann schließlich sogar mal eine ganze Folge der Gegenwart gewidmet ist. Und dabei gibt man sich Mühe, verschiedene Personen in den Fokus zu rücken - mal die Mitglieder der Kongregation, dann Dianas Tanten oder Matthews Familie. So müssen wir nicht bis zur Rückkehr Dianas und Matthews warten, um zu erfahren, was sich in ihrer Abwesenheit im Heute ereignet hat. Je näher wir dem Finale kommen, desto mehr verweben dann auch die Geschichten und ihre Bedeutung wieder miteinander, weshalb man von beiden Handlungssträngen gleichermaßen fasziniert bleibt. Das einzige, was für mich sehr durchschaubar war, war die Mordserie in Oxford, die zwar bis zum Ende der zweiten Staffel nicht aufgelöst wurde, bei der man durch all die Andeutungen in anderen Geschichten erahnen konnte, wer der blutrünstige Mörder ist. Es würde mich schon arg wundern, sollte da in Staffel 3 eine andere Auflösung, als die von mir gedachte, kommen.

Doch genau wie Staffel 1 lässt auch Staffel 2 noch viele Punkte offen und endet mit einem ähnlichen Cliffhanger wie das Finale zuvor. Der Kampf gegen die Kongregation hat gerade erst begonnen und das Leben der Hauptfiguren wird voraussichtlich noch vollkommen auf den Kopf gestellt. Was uns aber noch erwartet, erfahren wir in der dritten Romanadaption von Deborah Harkness' "All Souls"-Reihe in Staffel 3. Man wird sich auf jeden Fall auf einen Showdown zwischen Diana und Matthew, deren Bande in Staffel 2 noch stärker geworden sind, sowie ihren Verbündeten mit den Mitgliedern der Kongregation freuen dürfen.

Specials & Technische Details

Foto: A Discovery of Witches - Copyright: 2021 Leonine Studios
A Discovery of Witches
© 2021 Leonine Studios

Die Blu-ray-Box zur zweiten Staffel enthält leider kein Bonusmaterial zur Serie. Auf Disc 2 werden einige Trailer zu anderen Film- und Serien-Produktionen aus dem Hause Leonine angeboten, doch genau wie bei Staffel 1 würde man sich bei einer solch aufwendigen Produktion wie "A Discovery of Witches" wünschen, dass man mehr über die Dreharbeiten, die Effekte oder die Adaption der Bücher erfährt. Da gäbe es so viel Potential, die Fanherzen glücklich zu machen.

Erscheinungstermin: 19. November 2021
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 442 Minuten (10 Episoden) auf 3 Discs [DVD] / 2 Discs [Blu-ray]
Bildformat: 2,00:1 (16:9 anamorph [DVD] bzw. 1080p/25 [Blu-ray])
Sprachen (Tonformat): Deutsch und Englisch (Dolby Digital 5.1 [DVD] / DTS-HD MA 5.1 [Blu-ray])

Fazit

Staffel 2 von "A Discovery of Witches" entführt uns ins Mittelalter und zeigt wie Diana und Matthew weiter zu sich selbst und zueinander finden. Während Diana lernt, ihre magischen Fähigkeiten besser kennenzulernen und zu perfektionieren, erhält Matthew die Möglichkeit, es besser zu machen und alte Wunden zu schließen. Nach einem spannenden Staffel-1-Cliffhanger bereitet Staffel 2 nun alles für das große Finale in der dritten Staffel vor.

"A Discovery of Witches" ansehen:

Catherine Bühnsack - myFanbase

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