Criminal Minds - Review Staffel 18

Wir befinden uns im dritten Umlauf von 'Evolution' oder ganz einfach in Staffel 18 von "Criminal Minds". Für mich steht außer Frage, die Serie weiterhin zu begleiten, weil sie emotional gesehen zu viele Spuren hinterlassen hat. Gleichzeitig habe ich diese Staffel aber auch etwas aufgeschoben, weil schon im zweiten Durchgang (Staffel 17) sich ein gewisser Frust angesichts der Involvierung von Elias Voit (Zach Gilford) eingeschlichen hat. Und diese Rolle gehört immer noch zum Hauptcast und ich habe mich schon gefragt, was die Steigerung von Frust ist und was die Staffel vielleicht doch retten kann.

© 2025 ABC Studios Inc. and CBS Studios Inc. All Rights Reserved.; Michael Yarish/Paramount+
Es ärgert mich eigentlich selbst am meisten, denn mit Gilford als Schauspieler verbinde ich so viel Gutes, was vor allem "Friday Night Lights" zu verdanken ist. Ich will ihn mir rein rational nicht aus einer Serie rauswünschen, aber das ist hier einfach der Fall. Voit bzw. Sicarius als durchgängigen Antagonisten zu haben, hat eine Staffel lang großartig funktioniert, gerade weil der Bruch von Gilfords sonstigen Rollen zu diesem Widerling groß war und ich es ihm schauspielerisch sehr gegönnt habe. Aber danach wurde es schon sehr schwierig. In Staffel 18 haben wir durchaus noch einmal eine andere Nuance. Indem Voit zum Ende von Staffel 17 im Gefängnis angegriffen wurde, wissen wir zu Beginn der neuen Staffel nicht, was los ist. Es wird dann enthüllt, dass er seit Monaten im Koma liegt. Als er dann aufwacht, ist alles anders. Voit weiß nicht mehr, wer er ist, zumindest scheint es so. Und er sieht David Rossi (Joe Mantegna) als seinen Vater. Oh wow. Die beiden haben schon in der Staffel zuvor ein solches Katz-und-Maus-Spiel gehabt, was hier noch einmal auf die Spitze getrieben wurde. Es hatte auch einen Reiz, die ganze Zeit zu spekulieren, ob Voit ein großartiger Schauspieler ist, oder ob es wirklich Ereignisse gib, die Merkmale eines Psychopathen umkehren können.

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Insgesamt ist so eine andere Art und Weise von Voit erzählt worden. Die BAU ist auch vielfältig eingebunden worden, mit ihm zusammenzuarbeiten und es gab jeweils sehr unterschiedliche Seiten. Dazu wurde mit Julia Ochoa (Aimee Garcia) eine neue Rolle eingeführt, die als Psychiaterin Voit im Krankenhaus zugeteilt ist. Sie ist von Anfang eine wilde Verfechterin ihres Patienten und dadurch bauen diese beiden auch eine Beziehung auf, die Voit eine andere Seite gibt und die für den Staffelverlauf wichtig wird. Aber gleichzeitig wird an dem Netzwerk festgehalten. Es gab nicht eine Pause, es war alles so kompakt erzählt, alles gehörte irgendwo zusammen. Das mag ich an Crime-Serien eigentlich lieber, aber hier funktioniert es einfach nicht so überzeugend. Zumal ich auch bezweifle, dass die Rolle von Tessa/Constance (Jordana Spiro) von Anfang an eingeplant war. Ich glaube eher, dass man sie im Nachhinein noch passend eingebaut hat und mit ihrem Geschlecht dann nochmal eine andere Seite für die ansonsten doch sehr männliche Täterseite zu finden. Einzelne Fälle wie mit dem Pool oder dem lebendigen Begraben hatte etwas für sich, aber ich kann mir einfach nicht helfen, der Funke wollte nie restlos überspringen. Deswegen blicke ich auch besorgt auf die 19. bestellte Staffel, denn wir haben am Ende wieder eine Andeutung, dass wir Voit und das Netzwerk auch weiterhin beibehalten werden und das lässt mich innerlich doch schreien.
Abgesehen von diesem großen Aspekt hat zumindest die Wahl, wann welcher inhaltlicher Schwerpunkt gesetzt wird, sehr geholfen. Josh Stewart als Will, JJs (A.J. Cook) Ehemann hat immer schon als Nebenrolle zur Serie gehört. Mit dem Neustart bei Paramount wurde er sogar in den Hauptcast befördert, nur um ihn gleich wieder abzusägen. Somit war er in Staffel 17 auch gar nicht zu sehen. Auch wenn das Privatleben der BAU-Mitglieder nie der Grund war, diese Serie zu sehen, aber es hat auch etwas von Beständigkeit, sie immer mal wieder zu sein. Das war also seltsam. Diesmal haben wir Will aber wieder dabei, nur um einen Hammer präsentiert zu bekommen. Die tickende Zeitbombe, von der Will und JJ wussten, ist zu früh hochgegangen. Es war schon ein echtes Brett, als es dann auf einmal passierte, aber es war emotional verdammt gut gemacht. Cook hat ganz viel wertvolles Material bekommen, aber wie alle auch für JJ zusammenkamen, das war sehr fürs Herz, speziell weil es an den Kern der Serie erinnert hat, der somit auch würdig geehrt wurde. Candy Clark als JJs Mutter Sandy dufte mal wieder vorbeischauen. Linda Lavin hat in einer ihrer letzten Rollen als trauernde Mutter zu überzeugen gewusst. Aber über allem stand für mich natürlich der Gastauftritt von Matthew Gray Gubler als Spencer Reid. Sein Name wurde bewusst erst in den End Credits gezeigt, dementsprechend war das die schönste Überraschung. Aber er MUSSTE auch bei einem Schicksalsschlag von JJ auftreten, denn die beiden waren das Gegenstück zu Penelope (Kirsten Vangsness) und Derek (Shemar Moore). JJs anschließende Trauerbewältigung wurde immer mal wieder angerissen, aber ich fand es doch sehr schade, dass ihre beiden Kinder Henry (Mekhai Andersen) und Michael (Phoenix Andersen), die beide mit der Serie groß geworden sind, nach der Trauerfeier dann wieder verschwinden. Es ist ein schweres familiäres Schicksal und ich hätte es authentischer gefunden, die beiden danach nochmal zu sehen.

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Wir haben auch einen großen Anteil von Tara (Aisha Tyler) und Rebecca (Nicole Pacent) in dieser Staffel. Bei den beiden als Paar war immer am deutlichsten zu merken, dass die Serie nicht mehr bei CBS läuft, weil es eine intensiv erzählte lesbische Liebesgeschichte ist, bei der auch intime Momente nicht ausgespart werden. Das hätte es so wohl damals nicht gegeben. Ich fand viele Szenen davon auch etwas künstlich, weil eine Serie nun mal eine DNA entwickelt und da manche veränderte Erzählweisen auffallen. Aber in dieser Staffel hat die Liebesgeschichte gut funktioniert, auch weil man für die beiden einen klaren Plan hatte. Der Angriff auf Tara hat dann den zweiten emotionalen Höhepunkt gesetzt. Die verstorbene Mutter Caroline (LaTanya Richardson Jackson) dann als emotionalen Anker zu nutzen, da greifen Serien bei Nahtoderfahrungen ja gerne drauf zu und ich mag es immer. Es ist dann zwar eine ruhige Erzählweise, aber es lässt auch bei einem Charakter richtig tief blicken und das hatte "Criminal Minds" immer schon drauf. Sollte man Pacent übrigens in den Hauptcast befördern, das wäre nur organisch.

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Blicken wir zum Abschluss noch einmal auf die anderen Hauptcharaktere. Die Neuauflage weiß einfach nichts mit Luke Alvez (Adam Rodriguez) anzufangen. Er ist für mich der Einzige bislang, der noch keinen konsequenten Handlungsbogen bekommen hat. Er ist immer da und er nervt nicht oder stößt sonst unbequem auf, aber das soll reichen?! Bei den anderen verteilt sich das deutlich besser, auch wenn JJ und Tara in dieser Staffel deutlich herausstechen. Aber nicht unerwähnt darf Tyler Green (RJ Hatanaka) bleiben, der in diesen drei Staffeln Neuauflage sehr konsequent aufgebaut wurde. Auch wenn man die Augen mehrfach zukneifen muss, weil seine neue Anstellung bei der BAU doch sehr unrealistisch ist, aber er hat mit Penelope eine lustige Chemie, seine Anfänge als Agent waren etwas unbeholfen, aber er hat schnell enge Verbindungen im Team geknüpft und ich finde ihn als Rolle auch sympathisch. Gleichzeitig ist er neben Rossi auch der größte Widersacher von Voit, sodass wir ihn immer als mahnende Stimme hatten. Ich hätte mit ihm als Hauptrolle nie gerechnet, aber das ist aufgegangen.
Fazit
In meinen Augen tut sich "Criminal Minds" weiterhin keinen Gefallen damit, alles an Elias Voit und seinem Netzwerk entlang zu erzählen. Ja, es gab noch einmal eine neue Entwicklung, aber so restlos konnte ich das beengte Gefühl eines Korsetts nie abschütteln. Umgekehrt gibt es zwei sehr emotionale Ausrufezeichen, die ein sehr spezielles altes "Criminal Minds"-Gefühl ausgelöst haben. Das Potenzial und die DNA ist da, das merke ich deutlich, also wäre die Serie leicht zu retten, wenn man den Voit-Ballast einfach ins große Nichts entlassen würde, aber danach sieht es nicht aus. Völlig gefrustet war ich insgesamt nicht, aber ich war auch zu selten begeistert.
Die Serie "Criminal Minds" ansehen:
Lena Donth - myFanbase
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