Bewertung

Review: #3.01 Der Code des Gewissens

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Das Finale der zweiten Staffel zog einen klaren Schlussstrich unter die Geschehnisse der zweiten Staffelhälfte, die zum Ende hin immer weniger überzeugen konnten. Dadurch konnte man sich erlauben, mit ganz neuen Ideen in die dritten Staffel zu starten. Schnell wird klar, dass sich in "Quantico" einiges geändert hat. Es gibt ein neues Intro, der Schriftzug hat sich verändert, die Handlung startet in Italien und man legt einen Zeitsprung von drei Jahren hin, um genügend Distanz zwischen die Charaktere und deren Taten in der Vergangenheit zu bringen.

Während mir das Intro ganz gut gefallen hat und darauf hindeutete, dass man sich neben der Verbrecherjagd verstärkt auf die Liebe konzentrieren will, konnte ich das Gefühl nicht loswerden, dass man es trotz eines neuen Showrunners nicht geschafft hat, sämtliche Laster hinter sich zu lassen.

"Most girls would have reunited over martinis after three years, and then there's us."

Der erste Stolperstein war für mich die Tatsache, dass man den Beziehungsstatus von Alex & Ryan wieder einmal geändert hat. Im Staffelfinale blickten die beiden noch einer gemeinsamen Zukunft entgegen, drei Jahre später datet Alex aka. Pavarti einen netten Italiener und Ryan ist mit keiner geringeren als Shelby verheiratet. Während man den neuen Mann an Alex' Seite gleich wieder zu den Akten legen kann, scheinen es die Autoren mit der Ehe von Ryan und Shelby ernst zu meinen. In der Vergangenheit haben die beiden als Freunde recht gut harmoniert, doch als Paar habe ich sie nie gesehen. Zudem hatte ich gehofft, dass man davon Abstand nehmen wird, Geschichten noch einmal aufzugreifen, die man in der kurzen Serienlaufzeit von zwei Jahren bereits erzählt hat. Erinnern wir uns zurück an Staffel 1: Damals zeigte man uns in der Gegenwartshandlung die langsam wachsende Verbundenheit zwischen Alex und Ryan, während Ryan in der Zukunft mit Alex' Freundin Natalie zusammen war. Nun hat sich Ryan erneut eine gute Bekannte von Alex gekrallt und es sieht für mich so aus, als würde man alte Ideen wieder aufwärmen. Möglich ist natürlich auch, dass die Autoren bei ihrem großen und rücksichtslosen Verschleiß an Agenten ganz vergessen haben, dass man Ryan bereits einmal eine Beziehung mit einer von Alex' Freundinnen angedichtet hat, obwohl es keiner der Schauspieler hinbekam den Zuschauern zu vermitteln, dass die Chemie zwischen dem Paar stimmt. Es ist jedoch nicht nur aus dieser Sicht eine schlechte Idee uns Ryan und Shelby als Paar zu präsentieren, auch mit dem alleinigen Blick auf Shelby hätte man sich anders entscheiden sollen. In der Vergangenheit bandelte Shelby mit Caleb, Clayton und Clay Haas an, womit sie den Ruf einer Femme fatale erhielt. Sich nun am ehemaligen Verlobten ihrer besten Freundin zu vergreifen schlägt erneut in diese Schiene und macht Shelby nicht sonderlich sympathisch. Gibt es nicht eine unausgesprochene Regel, laut der der Ex der besten Freundin tabu ist?

Durch die Ehe von Shelby und Ryan zwingt man dem Zuschauer nun ein Liebesdreieck auf, auf das ich gern verzichten würde. Zwischen Ryan und Shelby konnte ich keine Anziehung sehen und es ist klar, dass Ryan noch immer Gefühle für Alex hat, weshalb es auf ein Drama und gebrochene Herzen hinauslaufen muss. Ein Ausweg aus der Situation bestünde lediglich darin, wenn Ryan und Shelby ihre Ehe lediglich zur Tarnung führen und für einen Einsatz verdeckt ermitteln. Lassen wir uns überraschen.

Nicht ganz klar ist für mich, weshalb Alex in Italien lebt und scheinbar noch immer untergetaucht ist, dann aber problemlos in die USA einreisen kann, um bei der Mission der Woche zu helfen. Abgesehen davon war die Zusammenführung der Figuren, die "Quantico" für Staffel 3 erhalten geblieben sind ganz nett. Ich habe Harry in der zweiten Hälfte von Staffel 2 sehr vermisst und freue mich, dass er Teil der neuen Task Force sein soll. Unglaubwürdig finde ich jedoch den Wechseln von Owen von der CIA zum FBI, wo er nun eine leitende Position innehat. Auch die Neue im Bunde, Marlee Matlin als Jocelyn, konnte mich noch nicht recht überzeugen. "Quantico" war immer eine Serie, in der alles Schlag auf Schlag geschieht und diese Philosophie hat man im Reboot beibehalten. Dass man jetzt zwischendurch noch die Untertitel für die Zeichensprache lesen soll, war mir manchmal etwas zu viel, da man sich dadurch nicht auf die im Hintergrund ablaufende Handlung konzentrieren konnte.

Wie bereits in der Vergangenheit verschwendet man auch jetzt keine Mühe darauf, den Ausstieg einiger Figuren zu erklären, was ich der Serie negativ anrechne. Miranda, Raina und Nimah gehören nicht mehr zu den Hauptcharakteren und durch den Zeitsprung wird dies totgeschwiegen. Auch von Dayana hat man nichts mehr gehört und wird es sicherlich auch in Zukunft nicht. Ich hoffe sehr, dass die jetzt gezeigte Figurenkonstellation der Serie die gesamte (verkürzte) Staffel über erhalten bleibt.

"Why does your name sound like a Batman villain, the Widow?" - "You can call me Mitzi."

Gewundert hat mich außerdem, dass Will noch einmal zum Einsatz kam. Zuletzt hat er auf der Seite der Task Force gestanden und dabei geholfen die Kollaborateure zu Fall zu bringen. Nun ist er der Handlanger der Witwe und arbeitet gegen seine Freunde. Mal sehen, ob er auch in den kommenden Episoden zu sehen sein wird, oder ob dies ein einmaliger Auftritt war.

Es gibt einen neuen Hauptdarsteller, den wir noch nicht gesehen haben und ich bin schon gespannt darauf, wie sich Alan Powell als Mike McQuigg in das Gesamtbild einfügen wird. Hoffentlich verkompliziert man dadurch nicht noch weiter das Liebesdreieck.

Insgesamt betrachtet könnte das Reboot funktionieren, man hat genügend alte Gesichter mit in die neue Staffel genommen und lediglich zwei neue Hauptcharaktere hinzugefügt. Ich gehe davon aus, dass es stets so etwas wie einen Fall der Woche geben wird, wodurch man sich am Erfolg anderer Crime-Serien orientiert. Gleichzeitig verzichtet man jedoch auf den Einsatz von mehreren Zeitebenen, was einst das Markenzeichen der Serie war. Man hat in der Vergangenheit gesehen, dass diese Erzählweise manchmal zu kompliziert war, weshalb ich verstehen kann, dass man etwas Neues versuchen wollte. Jedoch war es besonders zu Beginn der Serie auch sehr spannend, einen Blick in die Zukunft werfen zu können, weshalb es schade ist, dass man diese Stilmittel nicht gekonnte zum Einsatz gebracht hat.

Fazit

Das Reboot von "Quantico" kann durchaus funktionieren, alle neuen Figuren haben wir jedoch noch nicht kennengelernt. Schwierig wird allerdings das Liebesdreieck, auf das ich gut und gern verzichten könnte.

Marie Florschütz - myFanbase

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