Bewertung: 7

Review: #7.04 No Country For Two Old Men

Foto: Dulé Hill & James Roday, Psych - Copyright: 2015 Universal Pictures
Dulé Hill & James Roday, Psych
© 2015 Universal Pictures

Lange hat es gedauert, aber irgendwann wird jeder Mann von einer Frau gezähmt. Im Falle von Shawn hat es extrem lange gedauert, bis er soweit war, endlich mit der Frau, die er schon seit Jahren anhimmelt, zusammen zu ziehen. Für Shawn ist es ein unglaublich großer Schritt, denn er gibt ein Stück weit seine Freiheit auf. Das klingt vielleicht jetzt etwas sehr dramatisch, aber wenn man sich mal ansieht, wie Shawn Leben ansonsten aussieht, muss man ganz ehrlich zugeben, dass es schon eine große Veränderung ist, die ihm da jetzt ins Haus steht.

"They all think that I'm this boring accountant. Finding out I'm just another Frank is gonna kill them."

Um diese Veränderung gebührend zu feiern, gibt es sogleich eine Einweihungsfeier für das zusammenziehende Paar, bei der auch gleich die Eltern Gelegenheit haben, sich gegenseitig kennen zu lernen. Nachdem wir in der letzten Staffel schon Gelegenheit hatten, Juliets leiblichen Vater (genial gespielt von William Shatner) kennen zu lernen, erfahren wir, wer momentan in ihrem Leben die Vaterrolle übernommen hat. Ihr Stiefvater Lloyd erscheint auf den ersten Blick unglaublich langweilig. Welche Art von spannenden Geschichten erlebt man auch schon als Buchhalter. Und so wundert es eigentlich kaum, dass bei der Party niemand etwas mit ihm zu tun haben will. Doch aus irgendeinem Grund besteht Shawn darauf, dass sein Vater und Lloyd sich besser kennen lernen.

Etwas widerwillig lässt sich Henry auf die ganze Sache ein. Doch anstatt einem ruhigen Essen verstricken sich die beiden alten Herren in einen herrlich absurden Plot um einen mexikanischen Drogenboss, dem Lloyd aus unerfindlichem Grund Geld schuldet. Auch wenn die Geschichte in wenig an den Haaren herbei gezogen ist, so macht es doch Spaß, Henry und dabei zuzusehen, wie sie von einem Schlamassel in den nächsten schlittern. Und während Henry typisch für ihn vor sich hin brummt und in jeder Szene auf seine neue Bekanntschaft flucht, ist Lloyd lässig und lässt sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen.

In Anbetracht der Tatsache, dass in der letzten Episode fast jeder Charakter irgendwie angeschossen wurde und nahe am Tod war, ist es dieses Mal ganz nett mitanzusehen, dass auch wenn wieder Schüsse fallen und hin und wieder jemand sein eigenes Grab schaufeln muss, Gewalt dieses Mal keine große Rolle spielt. Stattdessen gibt es jede Menge toller Dialoge und einen herrlich verzweifelten Henry, der mehr als einmal an den Rand der Verzweiflung getrieben wird.

"I can't believe I'm saying this, but I'm glad we're gonna be family one day, Lloyd."

Natürlich kann sich die Serie nicht nur alleine auf einen Hauptdarsteller und einen großartigen Gastdarsteller konzentrieren und so kommt es, wie es kommen muss. Juliet, Shawn und Gus kommen dem Treiben auf die Spur, retten Vater und Schwiegervater in spe, nur um am Ende selbst mal wieder in einen Schlamassel zu schlittern, aus dem sie dann schon irgendwie alle wieder heraus kommen.

Am Ende, ja was bleibt eigentlich am Ende übrig. Lloyd ist garantiert niemand, den wir in nächster Zeit wiedersehen werden. Er ist vielmehr nur eine willkommene Addition zur Familie von "Psych" und einzig und alleine dafür existent, die Episode zu einer witzigen Stunde Fernsehen werden zu lassen. Und das gelingt Jeffrey Tambor wirklich in jeder einzelnen Szene.

Der Rest, vor allem die ganze Sache in Mexiko auf der Polizeiwache, ist dagegen alter Käse. Shawn zieht mal wieder sein Ding ab und kann durch seine tolle Auffassungsgabe einen Haufen mexikanischer Polizisten davon überzeugen, dass er ein Medium ist. Das hat man schon zuhauf gesehen und bietet absolut nichts neues. Natürlich gehört es irgendwie dazu und die Szenen sind durchaus auch witzig in Szene gesetzt doch letztendlich führen sie zu nichts. Aber das ist man ja bei "Psych" mittlerweile gewöhnt. Für wirkliche Charakterarbeit braucht man bei "Psych" einfach ein klein wenig länger als in anderen Serien.

Fazit

Mal wieder besticht eine Episode durch einen großartigen Gastdarsteller, der die Geschichte vorantreibt und die Lacher auf seiner Seite hat. Dafür müssen die Hauptcharaktere allesamt zurückstecken . Vor allem Gus' Schwankungen zwischen Verpflichtungen seiner neuen Familie gegenüber und der Angst, sich an seine neue Freundin zu binden, gehen in dem ganzen Gerenne etwas unter. Alles in allem hat es jedoch ungemein Spaß gemacht, den beiden alten Männer Henry und Lloyd bei ihrem Abenteuer zuzusehen. Da kann man schon mal über die ein oder andere Schwäche hinwegsehen.

Melanie Wolff - myFanbase

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