Bewertung: 5

Review: #8.05 Gus möchte anders enden

In den letzten Jahren wurde Gus immer mehr von einem Partner für Shawn zu einem bloßen Sidekick degradiert, der keine eigenen Geschichten mehr bekommen hatte und meist nur als Punchingball für Shawn diente. Als müsste man nun beweisen, dass Gus alles andere als ein Langweiler ist, gibt man ihm hier (endlich) Mal wieder eine eigene Geschichte und rückt dafür Shawn in den Hintergrund.

"There is absolutely no doubt in my mind that I've been murdered. And by that, obviously I mean, I've been murdered."

Ist es sonst immer Shawn, der hinter alles und jedem einen Mordfall wittert, so ist es dieses Mal Gus' Beharrlichkeit zu verdanken, dass die Detektei "Psych" einen weiteren Erfolg verbuchen kann. Denn letztendlich ist er es, der nicht glaubt, dass der Tod eines Versicherungsmaklers wirklich Selbstmord gewesen ist, einfach weil es ihm angesichts der Umstände nicht plausibel erscheint. Das ist eigentlich genau dieselbe Masche, die Shawn sonst immer fährt und womit er am Ende meist Erfolg hat. Und auch Gus soll am Ende Recht behalten.

Interessant ist natürlich, wie Gus überhaupt auf die Idee kommt, dass irgendetwas faul ist. Der Tote gleicht ihm nämlich nicht nur bis aufs Haar, er hatte auch einen ähnlichen Job und führte ein fast identisches Leben. Natürlich geht dies Gus nahe und er will beweisen, dass es für jemanden, der ein stinknormales Leben lebt, keinen Grund gibt, Selbstmord zu begehen.

Es ist schön, Gus einmal als treibende Kraft zu sehen. Allerdings fehlt dem ansonsten so dynamischen Duo ein wenig der Drive, da Shawn doch eher widerwillig mit Gus mittrottet und sich vielmehr darüber Gedanken macht, wie er demnächst finanziell über die Runden kommen soll als darüber, wie er Gus helfen könnte. Nachdem Henry ihm nämlich klar gemacht hat, dass er über keinerlei Einkommen, geschweige denn einen Notgroschen verfügt, kommt Shawn plötzlich ins Grübeln. Henry zahlt seine Versicherungen, Juliet die Miete und Gus quasi für alles andere. Das will Shawn natürlich nicht auf sich sitzen lassen und sucht halbherzig nach einem Job, scheitert jedoch grandios, weil er nicht einmal einfache Anzeigen lesen oder verstehen kann. Am Ende hat er für genau eine Stunde einen Job als Barkeeper an Land gezogen, den er jedoch verliert, als er sich wiederholt gegen die Anweisungen seines Bosses stellt.

Die ganze Geschichte ist nicht der Rede wert, aber doch hinsichtlich der Tatsache interessant, dass Juliet in der Episode komplett fehlt. Das fällt erst auf, als Shawn es Lassiter gegenüber erwähnt. Die Abwesenheit von Juliet ist wohl der neuen und mittlerweile auch schon wieder abgesetzten Serie von Maggie Lawson, "Back in the Game" geschuldet. Es ist nicht tragisch, wenn sie hin und wieder einmal nicht auftaucht, angesichts der Tatsache, dass mittlerweile das Ende der Serie jedoch offiziell bestätigt wurde, natürlich schade, denn es gibt noch einiges zwischen den Charaktere aufzuarbeiten.

Doch zurück zu Gus, der nach dem Debakel mit Rachel endlich auch mal wieder auf eine Frau trifft, die ihm a) gefällt und die er b) auch von seinen Qualitäten überzeugen kann. Keine Ahnung, ob wir Emmanuelle noch einmal wiedersehen werden. Die Chemie zwischen Kali Hawk und Dulé Hill war jedoch grandios und ihr Zusammenspiel herrlich anzusehen. Ich befürchte jedoch, das war eine einmalige Sache.

Sonst gibt es über die Episode nicht viel zu sagen. Der Fall war uninteressant bis langweilig, ein wenig verquer inszeniert und ohne wirklich große Highlights am Ende. Klar konnte Gus in einigen Szenen wirklich punkten, doch am Ende fehlte einfach der Charme und der Witz, der "Psych" ansonsten ausmacht.

Fazit

Gus in den Vordergrund zu rücken, ist grundsätzlich nicht verkehrt, aber Shawn dabei zum bloßen Sidekick zu degradieren, funktioniert leider überhaupt nicht. Leider gelingt es den Autoren einfach nicht, beiden Hobbyermittlern eine vernünftige Präsenz in einer Episode zuzugestehen, so dass irgendeiner von ihnen am Ende immer wie ein unfähiger Idiot dasteht. Das passt vor allem zu Shawn überhaupt nicht, der hier in der Episode lieblos von einem Ort zum anderen stolpert und seinem Freund absolut keine Hilfe ist.

Das einzige, was man aus dieser Episode mitnehmen sollte, ist das Ende der "Blaubeere". Mit dem Wissen, dass es nur noch fünf Episoden geben wird, ist das bereits der Beginn des Abschieds von "Psych", der angesichts solcher Episoden aber wohl nicht allzu schwer fallen wird. Hoffen wir, dass die Serie ihre letzte Runde mit einem Höhepunkt abschließen wird und die Fans nicht mit zweitklassigen Episoden wie dieser langweilt.

Melanie Wolff - myFanbase

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