Bewertung: 3

Review: #6.05 Coach Spencer und der Mord im Sport

Was ist denn diese Staffel nur mit den Autoren los? Nach dem fulminanten Auftakt ist dies jetzt schon die dritte Episode in Folge, die nicht so recht zünden mag. Vielleicht liegt es am großen Thema Baseball, das in Deutschland trotz Amerikanisierung in etlichen Bereichen noch nicht so recht Fuß gefasst hat. Vielleicht liegt es aber einfach an dem recht lieblos zusammengeschustert wirkenden Drechbuch, das irgendwie nicht die richtige Balance zwischen Charakteren und Geschichte findet.

"Wade Boggs is here. Do you have any idea what this man has accomplished? For 17 seasons, he ate chicken before every single game."

Ich bin mir sicher, die Episode strotzte bestimmt mal wieder vor Anspielungen auf die Baseballszene in den USA, viel bekommt man als Außenstehender jedoch nicht mit. Mir entzieht sich die ganze Diskussion über "Bases" und "Batter" und ich weiß am Ende nicht wirklich, warum es so wichtig war von der einen Position auf die andere versetzt zu werden, geschweige denn was es mit Major oder Minor Leage auf sich hat und in welcher Liga denn nun unsere "Helden" spielten.

Daher leidet man weder mit dem Trainer, noch mit den Spielern mit und auch das Opfer steht irgendwann gar nicht mehr im Mittelpunkt, sondern wird kurzerhand durch ein neueres, prominenteres Opfer aus dem Team ersetzt. Das hin und her zwischen den Spielern und dann auch noch das Auftauchen immer neuer Manager für irgendwelche Bereiche ein und desselben Teams, machen es nicht gerade leicht, den Überblick zu behalten.

Einzig und allein Coach/Manager Mel schafft es, dass der Zuschauer sich ein wenig für sein Schicksal interessiert. Dies liegt vermutlich auch an Darsteller Danny Glover, der eine gewohnt gute Figur macht und mit dem ein oder anderen Oneliner auftrumpfen kann. Sein viel zitierter Satz "Ich bin zu alt für den Scheiß" aus der kultigen "Leathal Weapon"-Filmreihe darf dabei natürlich nicht fehlen.

"What's wrong with Shawn?" "He accidentally ingested speed."

Natürlich kann man hier und da auch herzhaft lachen. Als Shawn versehentlich von dem mit Amphetaminen versetzten Wasser trinkt und daraufhin noch schneller redet und noch verrücktere Dinge tut als sonst schon, bietet das natürlich Raum für ungeheuer witzige Szenen. Leider schlägt man auch daraus nicht sonderlich viel Profit, sondern verlässt sich hier voll auf das Comedytalent von Hauptdarsteller James Roday. Damit liegt man in der Regel auf der sicheren Seite, doch Shawn alleine kann dieses Mal die Episode einfach nicht tragen, da irgendwie der rote Faden zu fehlen scheint. Die anderen Hauptcharaktere sind dieses Mal aber leider nicht da, um ihm an die Seite zu springen und das ein oder andere Loch in der Geschichte zu stopfen

Gus wird zu einer wahren Witzfigur degradiert und verbringt einen großen Teil der Episode in einem lächerlichen Maskottchenkostüm, tanzend vor den Baseball-Zuschauern auf den Rängen. Henry ist dagegen am Ende hellauf begeistert, dass er durch den Fall seinem Sohn so nahe gekommen ist und bedankt sich für die Chance, mit ihm zusammen zu arbeiten. Dabei beschränkt sich der Kontakt zwischen Vater und Sohn eigentlich durchweg aufs Minimum und ich frage mich ehrlich, ob diese Szene nicht eigentlich in eine andere Episode gehört. Worauf diese letzte Szene folglich anspielt, bleibt mir ehrlich gesagt verborgen.

Auch Lassiter und Juliet sind eigentlich kaum zu sehen und haben mit dem Fall null bis gar nichts zu tun. Und so kommt es auch zwischen Shawn und Juliet wieder einmal nur zu einem Minimum an Interaktion. Man ist ja nichts anderes in diesem Sinne mehr gewöhnt.

Fazit

Was soll man weiter zu einer solch verkorksten Episode sagen. "Psych" befindet sich leider weiterhin auf Talfahrt und es bleibt zu hoffen, dass die Autoren bald die Kurve kriegen und die Zuschauer nicht länger mit solch lieblosen Geschichten quälen.

Melanie Wolff - myFanbase

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