Bewertung: 8

Review: #5.15 90 Sekunden

Nachdem Erica zugestimmt hat, nach Seattle zu fliegen, steht #5.15 90 Sekunden im Fokus, ihr Leben zu retten. Dabei wird sich auch Charlotte bewusst, wie tief ihre Liebe zu Cooper ist. Währenddessen streitet sich Sam nicht nur mit Jake wegen einer Behandlung, sondern auch mit seiner Schwester Corinne, die ihrem Bruder endlich von ihrer Vergangenheit erzählt.

Sterben für ihr Kind

Fangen wir mal mit dem Fall der Woche an, welcher mich am Ende doch sehr berührt hat. Durch Glorias neues Herz hätte sie nicht schwanger werden dürfen, da es sonst zu Abstoßungsreaktionen gekommen wäre. Doch der Wunsch war stärker, was ich vollkommen verstehen kann. In gewisser Weise kann man auch verstehen, warum sie vor Jake die Transplantation verschwiegen hat. Denn auch wenn dem Arzt sehr daran gelegen ist, seinen Patientinnen ihre Wünsche zu erfüllen, hätte wohl auch er Glorias verweigert. Ich glaube aber, dass jene sich darüber bewusst war, welchem Risiko sie sich aussetzte und ihr Kinderwunsch einfach größer war, als ihr eigenes Leben zu leben. Doch Gloria hat nicht nur Jake ihre Transplantation verschwiegen, sondern auch ihren Mann setzte sie nicht darüber in Kenntnis, dass sie ihre Medikamente abgesetzt hat, um dem Baby nicht zu schaden. Dies zeigt noch deutlicher, wie wichtig ihr ein Baby ist.

Ob Sam diesen Schritt verstehen und nachvollziehen kann, weiß ich nicht genau. Allerdings konnte ich auch sein Handeln verstehen, dass er kein Risiko eingehen möchte und alles in seiner Macht stehende tut, um beide retten zu können. Jedoch fand ich die Art und Weise, wie er das vor Jake und Addison vorgebracht hat, sehr anstrengend und nervenaufreibend. Im Endeffekt war es Addison selbst, die Sam bei seiner Entscheidung unterstützte. Das ist bestimmt auf den ersten Blick nicht falsch. Wenn man aber bedenkt, dass sie sich momentan in einem Gefühlschaos befindet, könnte man hinsichtlich Sams annehmen, er würde sich durch Addisons Zustimmung mehr erhoffen. Sehr schön fand ich, dass alle drei Ärzte dann um Gloria gekämpft haben und man von den Meinungsverschiedenheiten nichts mehr gemerkt hat. Doch leider hat dies alles nichts genützt. Das Ende hat mich nicht nur sehr berührt, sondern auch schockiert, da ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet hatte, dass Gloria tatsächlich stirbt. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie schmerzlich dies für ihren Mann ist. Jedoch ist es schön zu wissen, dass ein Stück von Gloria in der gemeinsamen Tochter weiterleben wird.

Anziehungskraft

Wie ich in meiner Review zu #5.13 Es ist soweit schon geschrieben habe, konnte man schon mehrmals spüren, dass zwischen Jake und Addison eine gewisse Anziehungskraft besteht. Doch in der jetzigen Folge wurde auch endlich mal ausgesprochen, dass es sich hierbei um weitaus mehr handelt. Deshalb fand ich es auch gut, als Addison Violet gestand, nichts mehr mit Sam anfangen zu wollen und das der Sex mit ihm nur ein Ausrutscher gewesen ist. Dies zeigt deutlich, wie viel sie letztendlich für Jake empfindet. Ich hoffe nur, man zieht es nicht unnötig in die Länge oder lässt Addison einen Rückschritt machen. Warten wir einfach einmal ab, was uns noch erwartet.

Finden sie doch wieder zusammen?

Bei Violet und Pete bin ich mir noch immer nicht sicher, was ich davon halten soll. Auf der einen Seite kann ich es verstehen, dass sie sich noch immer verbunden fühlen, alleine schon wegen Lucas. Aber ob sie wirklich wieder zusammenfinden sollten, weiß ich nicht genau. Dies könnte aber durchaus der Grund sein, warum Violet keine Beziehung zu Scott haben möchte. Aber auch wenn Pete nicht für ihre Entscheidung verantwortlich ist, finde ich sie dennoch gut.

Denn obwohl ich die Chemie zwischen Violet und Scott durchaus mag, kann ich mir die beiden nicht in einer Beziehung vorstellen. Das liegt nicht etwa an dem Altersunterschied, sondern vielmehr darin, weil es zu viel wäre und die Sache mit Pete doch noch nicht ganz vorbei zu sein scheint. Wie man es auch dreht und wendet, ich denke nicht, dass Scott sich auf längere Zeit damit abfinden kann, keine feste Beziehung zu Violet haben zu können. Dafür sind die beiden meiner Meinung nach zu verschieden. Aber nun freue ich mich erst einmal darauf, dass sie die Zweisamkeit und das Begehren genießt.

Krankheit bestimmt ihr Leben

Corinne tut mir leid und das nicht nur, weil sie unter einer bipolaren Störung leidet, sondern sie dies über all die Jahre mit sich selbst ausgemacht hat. Das mag man sich gar nicht vorstellen, zumal sie so viel hat mit sich machen lassen, um sich durchschlagen zu können. Man kann durchaus verstehen, weswegen sie Sam nichts darüber sagen wollte. Ich denke, es lag nicht nur daran, weil er in ihren Augen zu 'schwach' dafür wäre. Vielleicht hatte sie auch eine Art von Schamgefühl, da es schon sehr intim war und es mit Sicherheit auch nicht leicht ist, eingestehen zu müssen, seinen Körper verkauft zu haben. Vor allem dann nicht, wenn es dabei um Drogen geht, wo Sam sowieso eine eigene Meinung hat. Inwieweit es nun gerechtfertigt ist, dass Corinne in ihrer Situation zu Drogen gegriffen hat, um der Realität zu entfliehen, vermag man nicht zu sagen. Denn auf der einen Seite kann ich diesen Schritt verstehen, auf der anderen stelle ich mir die Frage, ob das ihre Krankheit nicht verschlimmert hat.

Bezogen auf Corinnes Krankheit konnte ich auch Sheldons Vorsicht verstehen, als er sie Schritt für Schritt in ihr neues Leben führen wollte. Auch wenn er vielleicht noch nicht oft, solche Patienten behandelt hat, fand ich seine Vorgehensweise wirklich gut dargestellt. Schön, dass er sich nicht von seiner Ansicht hat abbringen lassen, nachdem Sam ihn auch auf sein Verhalten angesprochen hat. Allerdings kann man Sam hier auch verstehen, der einfach nur froh ist, dass seine Schwester wieder so ist, wie er sie von damals kannte und dann natürlich nicht wahrhaben will, dass das die Vorboten einer Depression sind. Ich fürchte fast, dass Sheldon mit seiner Vermutung Recht hat und die ganze Sache noch ein schlimmes Ausmaß nehmen wird. Aber warten wir erst einmal ab. Ich bin erst mal sehr froh, dass Sam nun die Wahrheit über Corinnes Verschwinden weiß und er sich jetzt nicht mehr schuldig deswegen fühlt. Wobei man natürlich jetzt davon ausgehen kann, dass er wieder etwas gut machen will und sich bei der Pflege seiner Schwester übernimmt.

"Ich werde leben!"

Kommen wir jetzt mal zu meinem persönlichen Highlight der Folge. Schon über einen längeren Zeitraum ist Ericas Erkrankung der Handlungsstrang, der am intensivsten und berührendsten ist. Das liegt nicht nur daran, weil man sich fragt, ob sie sterben oder leben wird. Das Interessante daran ist auch, dass so viele Charaktere darin involviert sind und man daran erkennen kann, wie stark die einzelnen Beziehungen tatsächlich sind. Ich war sehr froh, dass sich Erica dazu entschlossen hat, nach Seattle zu fliegen und für ihren Sohn zu kämpfen. Nachdem sie Neuseeland verweigerte, hatte ich schon die Befürchtung, sie würde auch die Chemotherapie abbrechen. Allerdings wurde ihr von Amelia in Aussicht gestellt, dass sie mit Derek zusammen den Tumor entfernen kann. Ich glaube, Erica war selbst guter Hoffnungen, dass der Eingriff glücken wird. Ich weiß noch, als ich die Vorschau für die Crossover-Folge gesehen habe und ich dachte, Erica würde sterben und ich erst einmal nicht mehr von Heilung ausging.

In diesem Glauben haben mich die Szenen zwischen Erica und Mason sehr berührt, denn ich konnte sowohl sie, als auch ihn verstehen. Ich kann nachvollziehen, dass sie Mason nicht mit ihrer Krankheit konfrontieren wollte, damit er weiterhin Kind sein konnte. Allerdings hat man in dieser Folge gesehen, dass er Junge schon sehr intelligent für sein Alter ist. Somit ist es gewissermaßen schon verständlich, dass er sauer auf seine Mutter ist und sie erst einmal mit Schweigen bestraft hat. Daran hat man allerdings auch gemerkt, wie wichtig ihm Erica ist und wie sehr er sie dennoch liebt. Doch auch wenn Erica positiver Hoffnung gewesen ist, hat sie dennoch vorgesorgt und dies war die zweite Szene, die mich berührt hat. Noch zu Beginn dieser Staffel hätte man wohl nicht erwartet, dass Charlotte es ist, die sich so um Mason kümmert, beziehungsweise dass Erica sie darum bittet. Aber auch Charlotte zeigt durch diesen Handlungsstrang, wie wandlungsfähig sie ist und wie sehr ihr Mason ans Herz gewachsen ist. Ich glaube, das braucht auch Cooper, um nicht aufgeschmissen zu sein. Ich bin gespannt, was sich da noch alles entwickeln wird, auch wenn Erica durch die OP gerettet und dadurch auch die Beziehung zwischen Derek und Amelia nochmals gefestigt werden konnte. Nach der letzten Crossover-Folge sah man zwar schon, dass sich die beiden näher kamen. Aber durch Amelias Drogenmissbrauch erkannte man auch, wie wichtig sie für Derek ist, der nicht will, dass sie noch mal abrutscht. Sehr schön inszeniert wurde das nicht nur vor und während der Operation, sondern auch nach dieser. Schön wäre es wirklich, wenn die beiden ihre Ergebnisse veröffentlichen würden, jedoch glaube ich dies nicht so ganz.

Fazit

#5.15 90 Sekunden war eine sehr emotionale Folge, was vor allem dem Handlungsbogen rund um Erica/Charlotte/Cooper/Mason zuzuschreiben ist. Jedoch konnte auch der Fall der Woche überzeugen, welcher zwar anstrengend anfing, jedoch ein sehr trauriges Ende nahm und man nicht darum herum kam, ein paar Tränen zu vergießen. Interessant bleibt es bei Sam und Corinne, bei denen wir sicher noch die ein oder andere negative Überraschung erleben werden.

Daniela S. - myFanbase

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