Bewertung: 6

Review: #2.20 Spiel mit dem Feuer

Auch in dieser Woche liefert man wieder eher durchschnittliches Material. Die alten Favoriten überzeugen wie immer und die derzeitigen Loser mit schwachen und langweiligen Storys bleiben eben genau das: schwach und langweilig.

I'm not a cheater, I'm not – well, maybe that one time I did...

Addisons Story lässt mich weiterhin relativ kalt, aber immerhin wurde es diese Woche endlich mal interessanter, als wir etwas mehr über Noah und seine Ehe mit Morgan erfahren. Zwar ist es nicht unbedingt die originellste Plot-Entwicklung, dass ein Mann seine Ehe praktisch bereits aufgegeben hat, während diese verzweifelt weiterhin daran festhält und hofft, dass ein Baby die Beziehung retten kann. Der Mann erkennt plötzlich, dass er seine Frau die ganze Zeit nicht mehr beachtet hat und hat Schuldgefühle. Gut... Diese Story habe ich in deutschen Prime-Time-Soaps schon so oft gesehen, dass ich es nicht mehr zählen kann. Aber es macht die Charaktere wenigstens etwas lebendiger und interessanter, auch wennm wie bereits geschildert, die Klischees natürlich nicht ausbleiben.

Mein Problem mit dieser Story bleibt dasselbe: Wann immer Addison sich zu Noah hingezogen fühlt und sich schwer zusammenreißen muss, um nicht über ihn herzufallen, wirkt das für mich gespielt. Die Chemie springt nicht auf mich über und berührt mich nicht, so dass das Dilemma für mich einfach nicht existent ist und ich keinerlei persönliche Empfindungen mit hinein bringe. Da könnte die Story noch so gut, der Chirurg noch so heiß und Addisons Gefühle noch so intensiv und berechtigt sein. Wenn ich davon als Zuschauer nichts mitbekomme und für mich alles nur oberflächlich bleibt, kann mir die Story gestohlen bleiben. Sie gibt mir nichts und dabei scheint es vorerst zu bleiben. Dass Addison ihn dann am Ende auch noch küsst, nervt mich schon eher, auch wenn sie es rechtzeitig abgebrochen hat. Ich bin gespannt, wie lange uns diese Story noch verfolgen wird. Meine Idee: Morgans Zustand verschlechtert sich und Addison muss operieren, wobei entweder Morgan oder das Kind draufgehen, woraufhin sich Addison die Sache nicht vergeben kann und ihre Professionalität in Frage stellt... Na ja, mal sehen, ob es wenigstens doch etwas interessanter als ein billiger Ärzteroman wird, den ich mal eben am PC selbst schreiben könnte.

Mother Knows Best

Normalerweise interessieren mich Fälle in Ärzteserien ja nicht großartig, da ich Serien, egal welchen Formats, nicht wegen irgendwelcher wöchentlichen Fälle ansehe, sondern der Charaktere wegen. Doch ich muss zugeben, dass mich in "Private Practice" die Fälle häufig, wenn es nicht gerade billige, vermeintlich lustige Sexgeschichten sind, mehr interessieren und ansprechen als in anderen Serien, v.a. da man auch einige Risiken eingeht und provokante Fälle zeigt, die man dann von allen Seiten beleuchtet. So auch wieder dieses Mal, wo ich persönlich jedoch eindeutig auf Coopers Seite stand, die sich ja am Ende auch ein wenig durchgesetzt hat.

Erstmal war ich völlig überrascht Carrie Preston hier zu sehen, da sie so völlig anders aussieht als in "True Blood". Als sie dann aber um Anti-Baby-Pillen für ihre 12-jährige Tochter bittet und erklärt, dass sie sie "nur" dann Sex haben lässt, wenn sie selbst im Haus ist, bin ich auch fast vom Stuhl gefallen und konnte Coopers Reaktion nur allzu gut verstehen. Klar entscheidet immer noch die Mutter, aber sowas ist ja wirklich unglaublich und hat einfach auch was mit der Erziehung zu tun. Andere 12-Jährige denken nicht mal über Sex nach, andere glauben, es sei völlig normal und "cool", sich schon so früh sexuell aktiv zu zeigen. Deshalb hat man sich am Ende natürlich auch ein wenig dazu bekannt, gegen so frühen Sex zu sein, alles andere wäre auch nicht vertretbar. Deshalb muss die Mutter am Ende erkennen, dass ihre Tochter sie nun nicht mehr genug respektiert, um sie um ihre Meinung bei schwerwiegenden Entscheidungen zu bitten. Schade ist bei sowas ja immer, dass die Fälle sich nur um eine Folge drehen und man hinterher nichts davon erfährt, was sich ergeben hat...

Come back first thing tomorrow morning with a better attitude!

Dell, der mich in der letzten Woche noch beeindruckt hat, macht diese Woche eine wahre Talfahrt durch, ist dabei bei mir aber nicht unbedingt in den Sympathiewerten gesunken. Klar, ist sein Verhalten kindisch und unreif. Aber Dell ist auch erst 24 und hat eine Tochter, die plötzlich verschwunden ist. Ich denke, da darf man sich schon mal unreif verhalten. Und während eine Frau vielleicht nach Hause gegangen wäre und sich ausgeheult hätte, so geht ein Mann eben raus, macht Party, besäuft sich und nimmt ein paar hübsche Mädels mit nach Hause. Weder überraschend noch unglaubwürdig. Gut fand ich es aber, dass auch Sam am Ende ein Interesse an Dell gezeigt hat und ihm dabei gleichzeitig Respekt eingeflößt, aber ihm auch gezeigt hat, dass er in der Praxis gebraucht wird. Ich denke, das wird in den kommenden letzten beiden Folgen seine Wirkung zeigen. Vielleicht kann Dell sich ja auch wieder aufraffen und seine Tochter ausfindig machen.

Dann gab es in dieser Episode ja auch noch Sam, der offensichtlich wieder Interesse an seiner Ex-wieder-Ex-Frau hat, und noch Naomi, die ihr Single-Dasein endlich genießt. Das kann ja nur schiefgehen und bisher recht uninteressant. Sams Fall diese Woche war zwar ganz interessant, aber hat auch nicht wirklich begeistern können. Es war klar, dass er am Ende das Richtige tut, da er und Naomi ohnehin ein wenig die Moralapostel der Serie sind. Gut, aber nicht überzeugend.

People can change...

Und wieder der interessanteste Teil der Woche, zumindest was die Außer-Patienten-Story angeht, wurde Violets und Charlottes interessanter, neuer Beziehung zuteil. Die beiden schienen sich ja richtig gut anzufreunden, bis Charlotte Violet gesteht, dass sie Cooper betrogen hat, der ihr das vergeben hat. Violet kann natürlich die Psychologin in sich nicht einfach abschalten und sieht sofort Coopers Seelenheil in Gefahr, da er wohl angeblich einen Beschützerkomplex hat, der seine Neigung zu zerstörerischen Beziehungen erklärt. Ich bin gespannt, wie diese neu gewonnene Kenntnis Charlottes Verhältnis gegenüber Cooper beeinflussen wird. Ich gehe nämlich ziemlich sicher davon aus, dass Charlotte zuvor dachte, Cooper liebt sie einfach so sehr und versteht sie, so dass er ihr so einfach vergeben konnte. Dass er aber eventuell sich in der Beziehung mit ihr so wohl fühlt, gerade weil sie so anstrengend und schwierig ist, könnte Charlottes Meinung darüber ändern und ich sehe schon die 243. Trennung der beiden im Staffelfinale auf uns lauern...

Des Weiteren wird es doch im Staffelfinale sicher zu Violets Geburt kommen, wobei ich da nicht ganz nachvollziehen kann, dass alles so schnell geht. Aber dass Shonda Rhimes es mit realistischen Zeitlinien nicht unbedingt hat, dürfte ja nichts Neues sein. Ich sehe auch immer mehr Pete am Ende für Violet und das gefällt mir gar nicht. Ich lasse mich überraschen, kann mir jedoch nicht vorstellen, dass die letzten beiden Episoden sonderlich viel für meinen Geschmack hergeben werden, außer man hat vielleicht noch ein paar nette Dinge mit Charlotte vor.

Fazit

Wieder eine eher durchschnittliche Folge, die nur in Teilen überzeugen kann. So kurz vor dem Staffelfinale lässt das nicht unbedingt in Begeisterungsstürme ausbrechen...

Nadine Watz - myFanbase

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