Bewertung: 3

Review: #2.01 Hinter der Fassade

Mit den Staffelpremieren ist es ja immer so eine Sache. Wenn die Zuschauer überzeugt werden, bleiben sie an einer Serie dran, wenn nicht, kann sich die Show meistens schon warm anziehen, um auf die Konsequenzen zu warten. Und "Private Practice" sollte sicherlich schon entschieden darüber nachdenken, etwas früher die Wintersachen rauszuholen...

Denn so kann es einfach nicht weitergehen. Nachdem die erste Staffel noch recht gut war, bietet sich mit dieser Episode der bisherige Tiefpunkt der Serie. Sehr schade, da das Finale der letzten Season etwas unbefriedigend war und ich mir einige Antworten auf viele Fragen erhofft hatte. Was sich mir bietet, sind dann auch nur lahme Handlungsstränge und vorhersehbare Charakterentscheidungen.

Kommen wir also gleich zum "Kriegen-sie-sich-oder-nicht?"-Paar der Serie: Addison und Pete. Dass dieser Platz eigentlich Cooper und Violet gehören sollte, ist kaum in Frage zu stellen, auch wenn in dieser Episode wieder einmal herzlich wenig getan wurde. Nun empfindet Violet annehmbar für Cooper ein paar mehr Gefühle als zuvor, Cooper entdeckt aber gerade seine Liebe für Charlotte, mit der er seit einigen Folgen eine Sex-Beziehung führt. Du meine Güte, habe ich mich ehrlich gesagt gelangweilt. Alles war so belanglos, uninteressant und vorhersehbar. Natürlich besonders, dass Cooper mehr als nur Sex haben möchte. Kommt in den besten Serien vor – das erste Beispiel, welches mir hier eingefallen ist, war Derek aus "Grey’s Anatomy".

Er wollte in der vierten Staffel der Serie mit Meredith nicht nur zusammen sein, um mit ihr Sex zu haben... Meredith reagierte dann ähnlich wie Charlotte, die gar nichts davon hält und nur ihren Spaß haben möchte. Schon etwas traurig. Shonda Rhimes verpflanzt also geradezu die unglaublich uninteressanten Storylines der Mutterserie in das Spin-off. Wow, kluger Schachzug. Ich bin unglaublich begeistert, das könnt ihr euch wirklich nicht ausmalen... Wie es mit Cooper, Violet und Charlotte weitergehen wird, ist letzten Endes auch sehr absehbar. Spannungsfaktor gleich null.

Nun bin ich vom Thema abgekommen, Entschuldigung. Was soll ich da noch groß zu Addison und Pete sagen? Pete kann ich mal so gar nicht ausstehen, um das hier ganz deutlich zu machen. Was Addison an ihm findet? Keine Ahnung. Es ist aber schon recht amüsant. Da wollte er in der letzten Staffel noch eine lediglich freundschaftliche Basis mit Addison aufbauen, als er jetzt den nächstbesten Moment nutzt, um das Ruder herumzureißen und Addison zu erobern. Das nenne ich eine Logik – wenn der Mann ja selbst nicht weiß, was er will, braucht er Addison nicht noch verlegen zu machen. An dieser Stelle bin ich froh, dass sie nicht nachgegeben hat und bei ihrem David Sutcliffe geblieben ist. Den finde ich nämlich richtig sympathisch! Lässt sich nur hoffen, dass die Autoren vernünftig werden, Pete aus der Serie "niaho"-en und Addison und ihren Polizist glücklich bis ans Ende ihrer Tage "Räuber und Gendarm" spielen lassen.

Genug andere Paare gibt es ja in der Serie. Zum Beispiel Naomi und Sam oder so. Ich frage mich wirklich oft, ob die beiden nun zusammen sind. Einmal machen sie einen Quickie auf den Holztischen der Praxis, hier und da wird gebusselt und geknutscht. Ist das also reine Freizeitbeschäftigung oder doch was Ernsteres? Hoffentlich bekommen wir da in nächster Zeit mal genauere Informationen. Denn es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, wie Sam und Naomi miteinander umgehen, besonders da ja auch noch die knifflige Sache mit dem Pleitegang der Oceanside Wellness Group zu klären wäre. Dell hat sich zeitig selbst aus dem Rennen um Naomi herauskatapultiert. Wer’s glaubt, wird seeeeelig.

Die Fälle waren alle auf Familien und ihre Probleme ausgelegt, doch leider blieb da nichts wirklich in Erinnerung. Am Ende lässt sich nur sagen, dass die Serie für meinen Geschmack einfach schon zu lange braucht, um noch richtig in Fahrt zu kommen. Der Pilotfilm im Ganzen war sehr gut, die Serie mittelmäßig. Und es stimmt doch, das Sprichtwort: Es ist nicht alles Gold, was glänzt...

Niko Nikolussi - myFanbase

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