Bewertung: 7

Review: #2.14 Rumpelstilzchens Spiel mit dem Schicksal

Rumpelstilzchen in Manhattan. Das klingt im ersten Moment wie der Titel eines zweifelhaften B-Movies, ist aber die Kurzzusammenfassung einer Episode von "Once Upon a Time", die mit starken, emotionalen und gut gespielten Familienmomenten aufwarten kann und eine Enthüllung bietet, die man zwar schon erwartet hat, die aber dennoch überraschende Elemente enthält.

Emmas erste und bisher einzige große Liebe Neal, dem sie neben einem Gefängnisaufenthalt auch ihren Sohn Henry verdankt, ist tatsächlich Baelfire, der lang vermisste Sprössling von Rumpelstilzchen/Mr. Gold. Damit nimmt ein sehr seltsamer Stammbaum, wie ihn nur ein Märchenwald hervorbringen kann, weiter Gestalt an. Henry wird mehr und mehr zum verbindenden Element zwischen Personen, die einander hassen und fürchten und die glauben, sich gegenseitig vernichten zu müssen, um Glück zu finden. David fasst es wunderbar ironisch zusammen, als er feststellt, dass ein Thanksgiving-Dinner mit dieser Familie ein Graus wäre.

Die Szenen in Manhattan zwischen Emma, Neal, Henry und Mr. Gold stecken voller Intensität. Die Darsteller laufen dabei zur Höchstform auf und man kann sich gar nicht satt sehen an dieser merkwürdigen, tragischen und interessanten Familie. Ich bin sehr gespannt darauf, wie es weitergeht, vor allem natürlich nach der völlig unerwarteten Offenbarung, dass Henry gemäß einer Prophezeiung Rumpelstilzchens Ruin sein soll. Da uns diese Episode lehrt, wie verzwickt Prophezeiungen sind und welche geradezu grotesken Pfade das Schicksal nehmen kann, lässt sich schwer sagen, wie diese Prophezeiung zu interpretieren ist und ob Mr. Gold sie richtig auszulegen vermag. Diese Vorhersage muss keineswegs bedeuten, dass Henry für Mr. Golds Tod verantwortlich sein wird, sondern kann auch so gemeint sein, dass Henry die dunkle Seite seines neu gefundenen Großvaters auslöscht und ihn wieder zu einem ganz normalen Menschen macht.

Es geht aber nicht immer verzwickt zu. Manchmal übersieht man vor blühender Fantasie die einfachsten Antworten. Wer hätte gedacht, dass August damals Neal nur einen Zettel mit den Worten "Ich weiß, dass du Baelfire bist" gezeigt hat, um ihn von Emmas Mission zu überzeugen? Wir haben alles mögliche erwartet, aber nicht diese völlig simple Erklärung. Einige Punkte sind jedoch noch immer rätselhaft, zum Beispiel Neals Alter. Als Baelfire verschwand, war er 14 Jahre alt, und dies war sogar noch vor Reginas Geburt. Er müsste also viel älter, wenn nicht sogar schon tot sein, es sei denn, es hat sich noch etwas ereignet, von dem wir bislang nichts wissen. Auch stellt sich die Frage, woher August überhaupt wusste, dass Neal Baelfire ist.

In Storybrooke machen sich Regina, Cora und Hook derweil auf die Suche nach dem Dolch, um Mr. Gold unter ihre Kontrolle zu bekommen. Die Momente zwischen Regina und Cora lassen mich etwas ratlos zurück. Wie schwer es Regina fällt, sich dem Einfluss ihrer Mutter zu entziehen, wissen wir längst und dass Cora es hervorragend beherrscht, ihre Tochter zu lenken, ist kein Geheimnis, dennoch wundert es mich schon ein wenig, dass Regina so gar keine Anzeichen von Skepsis und Gegenwehr mehr zeigt. Sie nimmt alles hin, was ihre Mutter sagt und tut. Dies weckt in mir den leisen Verdacht, dass Regina sich vielleicht ganz bewusst zurückhält und nicht alle Karten auf den Tisch legt. Ist ihre Wiedervereinigung mit Cora doch nur gespielt? Oder zumindest mit mehr Hintergedanken versehen, als Cora ahnt?

Hook bekommt schmerzhaft vermittelt, wie wenig sein Bündnis mit Cora und Regina wert ist, oder anders ausgedrückt, wie wenig er selbst innerhalb dieses Bündnisses zählt. Die beiden Frauen interessieren sich überhaupt nicht für seine Ziele und benutzen ihn nur. Wird er unbequem, klatschen sie ihn einfach wie ein lästiges Insekt gegen die nächste Wand. Inzwischen dürfte Hook Schmerzen natürlich gewohnt sein, denn er wird schätzungsweise alle 18 Minuten geschlagen, beworfen, getreten, angefahren oder gewürgt. Bisher hielt sich der Lernerfolg dieser schmerzhaften Lektionen merklich in Grenzen und er ist keinen Schritt voran gekommen, aber ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass Hook aus dem Rollenschema, in das er seit einigen Episoden einzementiert scheint, doch noch herausbricht. Womöglich trägt Neal seinen Teil dazu bei, schließlich ist er sowohl der Sohn von Hooks verlorener Liebe Milah, als auch von deren Mörder, den Hook unbedingt töten will.

Greg gelangt unterdessen an den visuellen Beweis, dass Storybrooke sehr viel mehr ist als nur irgendein kleines Kaff an der Küste Maines. Greg nimmt mit seinem Handy auf, wie Regina in Belles Krankenzimmer Magie benutzt, und schickt das Video sofort an seine Freundin. Ob er wohl den ganzen Tag vor Belles Zimmer herumgelungert hat, in der Hoffnung, dass er etwas herausfinden kann? Irgendwie ging das ein bisschen einfach für ihn. Regina hätte in dieser Situation überhaupt keine Magie benutzen müssen, außerdem hätte sie durchaus die Tür hinter sich schließen können, wie es die meisten Personen tun, die mit unlauteren Methoden an Informationen gelangen wollen, ohne dabei beobachtet zu werden. Was Belle betrifft, so hoffe ich, dass man sie nicht mehr allzu lange in diesem Amnesie-Zustand belässt, da sie momentan nur zwischen drei Zuständen schwankt: hysterisch, verwirrt oder hysterisch und verwirrt. Keiner dieser Zustände ist besonders angenehm anzusehen.

Maret Hosemann - myFanbase

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