Bewertung

Review: #3.21 Mir geht's gut

Foto: Zooey Deschanel, New Girl - Copyright: 2012 Fox Broadcasting Co.; Dewey Nicks/FOX
Zooey Deschanel, New Girl
© 2012 Fox Broadcasting Co.; Dewey Nicks/FOX

Nach der Trennung von Nick und Jess kommt nun die unvermeidbare Episode, in denen die anderen davon erfahren und ich muss leider gestehen, es war kein schöner Anblick. Die Trennung zieht die Episode ungeheuer runter und das letzte bisschen Comedy, das in den letzten Episoden rudimentär noch vorhanden war, hört komplett auf zu existieren.

Natürlich ist eine Trennung nichts Witziges, aber ich habe doch gehofft, dass die Autoren einen Plan haben, warum man das Paar so überstürzt getrennt hat. Doch nach dieser Episode bin ich noch ratloser als vorher, denn eigentlich funktionieren Jess und Nick als Freunde nicht mehr. Oder sie funktionieren als Freunde, haben jedoch als Paar nicht funktioniert, denn irgendwie hat sich nichts zwischen den beiden verändert und doch ist alles anders.

Jess und Nick wissen nicht so recht, wie sie jetzt miteinander umgehen sollen. Immerhin haben sie gerade ihre Beziehung beendet, haben jedoch überhaupt keine Chance, dies richtig zu verarbeiten, weil sie ja noch immer im selben Appartement leben und sich andauernd sehen. Immerhin muss keiner von beiden einer geregelten Arbeit nachgehen und hängen andauernd Zuhause rum. Sehen wir bei "New Girl" eigentlich immer nur die Protagonisten am Wochenende, weil - mal ehrlich - die Jobsache ist mittlerweile echt Nebensache. Was treibt Nick eigentlich, seit Cece in der Bar arbeitet? Hat Coach noch seinen Job als Coach in Jess' Schule? Und arbeitet Jess dort eigentlich noch? Wen interessiert es eigentlich - wir sind hier in einer TV-Serie. Wie die Leute dort ihr Geld verdienen, ist doch uninteressant.

Anstatt sich mit ihrer Trennung auseinander zu setzen, müssen Nick und Jess ihren Schmerz herunterschlucken, denn Winston erhält die Nachricht, dass er an der Polizeiakademie angenommen worden ist und freut sich wie ein Schneekönig. Das Erfolgserlebnis sei ihm gegönnt, doch sein Wunsch, dass seine Freunde ihm daraufhin einen Thron errichten und ihm den Bauch pinseln, ist vollkommen übertrieben.

Was aber bleibt Nick und Jess übrig. Sie verheimlichen ihre Trennung, um Winstons großen Tag nicht zu vermiesen. Statt sich so richtig gehen zu lassen und in Traurigkeit zu schwelgen, sind sie gezwungen, zu lächeln. Schnell missverstehen beide dies natürlich und glauben, dem anderen mache die Trennung überhaupt nichts aus, weswegen sie sich andere Gesprächspartner suchen. Jess jammert erst ihrer Mutter die Ohren voll und dann Cece, die sich verständnisvoll zeigt und Jess beizustehen versucht. Nick wendet sich in seiner Not zunächst an Tran, dann an Coach. Keiner – weder Cece, noch Coach - zeigen sich von der Nachricht, dass Nick und Jess sich getrennt haben, wirklich geschockt, sondern versuchen einfach nur, gute Freunde zu sein.

Schmidt und Winston bekommen von dem ganzen Beziehungs-Tohuwabohu rein gar nichts mit. Im Gegenteil, Schmidt wird in ein anderes Zimmer gesperrt, während Jess und Cece sich unterhalten, was einmal mehr beweist, dass er keinerlei Rolle in irgendeiner Freundschaft mehr spielt. Er ist entbehrlich geworden, was der dämliche Monolog, den man ihm in den Mund gelegt hat, nur noch deutlicher macht. Schmidts Geschichten sind erzählt. Was bleibt, ist eine Figur, mit der die Autoren nichts mehr recht anzufangen wissen.

Winston ist (mal wieder) der letzte, der eine wichtige Veränderung erfährt und anstatt sich in Nicks und Jess' Situation einzufühlen, ist er geschmeichelt, dass sie die Nachricht ihrer Trennung geheim halten wollten, um seinen großen Tag nicht zu vermiesen. In diesem Moment wirkt er wie ein gefühlloser Trampel, nicht wie ein verständnisvoller Mensch, der seinen Freunden, die gerade eine schwere Zeit durchmachen, zur Seite stehen will. Das macht ihn, genau wie Schmidt, ungeheuer unsympathisch in dieser Episode, denn beide scheint die Trennung nicht wirklich zu kümmern, obwohl gerade im letzten Gespräch zwischen einem Nick, der high von Pillen ist, und einer sturzbetrunkenen Jess, klar wird, dass beide unglaublich leiden.

Was mich persönlich sehr ärgert, ist ein kleiner Satz, der während ihrer Aussprache am Ende fällt. Da jammern sich beide die Ohren voll, dass sie einfach nicht zusammen passen und dann sagt Jess, dass sie dachte, sie hätten eine Zukunft miteinander, was Nick auch noch bejaht. War das nicht der Grund, warum sie sich getrennt haben? Weil Jess eine Zukunft sah und Nick sich weigerte, darüber nachzudenken? Und nun jammert er, weil er wirklich dachte, er und sie hätten eine gemeinsame Zukunft, auf die sie zusteuern. Das ist für mich vollkommen unverständlich. Die Trennung der beiden macht einfach überhaupt keinen Sinn, weil in dieser Episode mehr als klar wird, dass beide sich lieben und eigentlich das gleiche wollen, nur es nicht fertig bringen, ihre Zweifel an sich selbst auszuräumen. Das will nicht heißen, dass man seitens der Autoren dies irgendwie geschickt verpackt und so die Tür zu einer eventuellen Versöhnung einen Spalt breit offen gelassen hätte. Nein. Vielmehr hat es den Anschein, als suchte man einfach einen Grund, die beiden zu trennen und es ist den Autoren nichts besseres eingefallen als die alte Leier "wir haben nichts gemeinsam" auszupacken.

Als kleine Randnotiz wird in dieser Episode fallen gelassen, dass Cece keinen Highschool-Abschluss hat und diesen wohl ganz plötzlich nachholen will, weil sie sich als Model und Barkeeperin unterfordert fühlt. Fände ich eigentlich eine interessante Storyline, doch mehr als eine kleine Erwähnung und ein einminütiger Monolog von Schmidt springt dabei erstmal nicht heraus. Und wenn man sich Winstons Geschichte um die Polizeiakademie ansieht, dann wird wohl auch nicht mehr dabei herumkommen.

Fazit

Einst richtig sympathische Charaktere werden in dieser Episode vollkommen auseinander gepflückt und sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Nick weiß nicht, was er tun soll. Jess weiß nicht, was sie tun soll. Coach und Cece sind machtlos und Schmidt und Winston interessiert die Trennung eigentlich nicht. Was ist aus dieser tollen Comedy geworden, die mit einem herzerfrischenden Humor Woche für Woche gepunktet hat? "New Girl" ist ein Trauerspiel geworden. Und nicht mal ein gutes!

Melanie Wolff - myFanbase

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