Bewertung

Review: #3.19 Heuern und Feuern

Foto: Zooey Deschanel, New Girl - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Adam Taylor/FOX
Zooey Deschanel, New Girl
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Adam Taylor/FOX

Irgendwie hat "New Girl" momentan einen kleinen Hänger. War die "Sister" - Trilogie schon nicht unbedingt gut inszeniert, so schafft es #3.19 Fired Up die momentan recht maue Qualität noch zu unterbieten. Das am Ende von #3.18 Sister III versprochene Konfliktpotential zwischen Nick und Jess wurde überhaupt nicht thematisiert. Stattdessen beschloss man, sie mal wieder in getrennten Geschichten agieren zu lassen.

"What do you call a lunatic who's only got one case and no hobbies? Your worst nightmare."

Schmidt lebt nun wieder im Loft und da sich in den paar Wochen seiner Abwesenheit unglaublich viele Dinge angesammelt haben, muss er notgedrungen seine Habseligkeiten in einem eigentlich für Jess' Schwester Abby angemieteten Lagerraum unterbringen. Und während Nick und er seine Möbel und anderen Krimskrams verstauen, entdeckt ein Passant zufällig die beiden und hält die Ansammlung von Schmidts persönlichen Sachen für einen neuen Laden. Nach anfänglichem Zögern lädt Schmidt den Fremden ein, sich umzusehen und es passier prompt, was passieren muss: Der Passant stürzt und droht damit, Schmidt zu verklagen.

Was genau passiert ist und warum der Fremde gestürzt ist, wird nicht gezeigt, wohl aber die Tendenz der Amerikaner, alles und jeden vor Gericht zu zerren und zu verklagen, selbst wenn man hin und wieder durch etwas Vorsicht hätte verhindern können, dass man auf der Nase landet. Schöne, neue Welt. Aber gut. Schmidt sieht sich also vor der Not, einen Anwalt engagieren zu müssen und Nick bietet sich an. Hier wird lustigerweise wieder aufgegriffen, dass Nick ja gar nicht das Studium abgebrochen hat, wie es zwei Staffeln lang den Anschein hatte, sondern das Examen abgelegt und bestanden hat. Technisch gesehen ist er also Anwalt und darf auch praktizieren.

Ich hatte tatsächlich gehofft, dass man mitansehen könnte, dass Nick durchaus ein guter Anwalt geworden wäre, doch anstatt bei einem Vergleichsgesuch mit der gegnerischen Partei zu glänzen, tritt er von einem Fettnäpfchen ins nächste und reitet Schmidt dadurch noch tiefer in die Sch**** - Verzeihung - ins Unglück! Doch Nick wäre nicht Nick, hätte er nicht noch ein Ass im Ärmel. Sein Plan, sollte er den gegnerischen Anwalt nicht zu einem Vergleich bringen, besteht darin, dass Nick vorgaukelt, von einem defekten Stuhl zu fallen und sich den Hals zu verrenken. Wirklich tolle Idee, Nick!

Auch wenn ich so weit gehen würde und sage, dass gerade das Ende typisch für Nick ist, so hätte ich doch gehofft, einen etwas anderen Nick erleben zu dürfen, der sich zusammenreißt und seinen Freund aus der Sache heraus boxt. Das hätte hervorragend zu seiner Charakterentwicklung der dritten Staffel gepasst, in der er immer weniger der tollpatschige Nerd war, sondern sich häufiger als verantwortungsbewusster, reifer Erwachsener präsentiert hat (jedenfalls Jess gegenüber). Diese ganze Antwaltssache wirkt für mich jetzt eher wie ein Rückschritt, weswegen sie mir schon ein wenig sauer aufstößt. Da schafft auch Winstons großartiger Auftritt als Anwalt Ferguson (!) keine Abhilfe. Die Geschichte ist einfach durch und durch schlecht inszeniert.

"I don't like kids, I don't like teaching, I just like paychecks."

Ein wenig interessanter ist da schon die Geschichte von Jess und Coach. Letzterer braucht dringend einen neuen Job, denn seinen Job aus dem Fitnessstudio von vor zwei oder drei Folgen hat er anscheinend schon wieder verloren. Oder auch nicht, wer weiß das im "New Girl"-Universum schon. Jedenfalls braucht er einen neuen Job, um die Miete zu zahlen und lässt sich auf Jess' Vorschlag hin als Sportlehrer an ihrer Schule engagieren. Nach anfänglicher Skepsis geht er in seinem neuen Betätigungsfeld komplett auf und das, obwohl er Kinder eigentlich nach eigenen Aussagen nicht ausstehen kann.

Jess ist glücklich, ihn wieder zu Lohn und Brot gebracht zu haben und lässt sich von ihm wiederum überzeugen, ihren Chef um eine Beförderung zu bitten. Die wird ihr gewährt, was jedoch darin resultiert, dass sie Coach binnen weniger Tage schon wieder entlassen muss. Was dann folgt, ist der übliche Unsinn – man muss Budgetkürzungen machen, es trifft einen beliebten Angestellten und irgendwie findet man am Ende dann doch noch Geld, das bislang irgendwo herum lag und dafür sorgt, dass derjenige dann doch nicht fliegt. Gäääähn.

Was jedoch herrlich gut funktioniert, ist Coach als Coach. Er geht in seiner neuen Rolle wahrlich auf, schafft es sogar, Jess und die Kinder mitzureißen und binnen weniger Tage zu einem der beliebtesten Lehrer an der Schule zu werden, für den die Kids sogar einstehen. Das gibt Coach enormes Selbstbewusstsein, das er am Ende auch an Jess weitergeben kann. Zum ersten Mal gehören Coach damit nicht nur die witzigen, sondern auch die besten Szenen der Folge. Alleine wie er Jess zu überzeugen versucht, dass sie für ihren Traum, Vizedirektorin werden zu wollen, kämpfen soll, ist wirklich herrlich.

Fazit

Abgesehen von der kleinen Geschichte um Coach hat die Episode leider nicht viel zu bieten. Und als Nick am Ende mit seinem Aktenköfferchen vergnügt nach Hause kommt, ist Jess bereits eingeschlafen und interessiert sich null dafür, was er die letzten Tage erlebt hat. So ging es mir leider auch, daher ganz schnell diese Episode vergessen und hoffen, dass zum Staffelende hin die Qualität der Serie endlich wieder steigt.

Melanie Wolff - myFanbase

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