Bewertung

Review: #1.21 Stress mit Kindern

Irgendwann kommt man im Leben in ein Alter, in dem man sich Gedanken über die Gründung einer Familie machen sollte. Auch die Protagonisten von "New Girl" sehen sich in dieser Episode mit der Kinderthematik konfrontiert, aber auf äußerst unterschiedliche Art und Weise. Wo es bei Schmidt und Cece direkt um eine mögliche Schwangerschaft geht, muss Jess auf die pubertierende Tochter von Russell aufpassen und nun auch außerhalb ihres berufliches Kontextes ihre sozialen Fähigkeiten Kindern gegenüber unter Beweis stellen. Und Nick hat eine Affäre mit einer jungen, äußerst intelligenten Frau, welche aber auch noch nicht wirklich lange aus dem Kindesalter herausgewachsen ist. Schließlich ist da noch Winston, der sich mit dem kindischen Verhalten seines neuen Bosses auseinandersetzten muss und so irgendwie auch zum Hüter eines Kindes in Erwachsenengestalt wird.

Nachdem die letzten drei Folgen wirklich ansprechende Unterhaltung boten und die Serie begann, sich auf einem hohen Niveau einzupendeln, so muss leider konstatiert werden, dass die Serie mit dieser insgesamt nicht wirklich überzeugenden Episode wieder einen Schritt zurückmacht. Die thematische Grundüberlegung, dass Thema Kinder in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken, mag eine ganz nette, wenn auch nicht wirklich innovative Idee sein, der Umsetzung mangelt es aber leider an wirklich gut funktionierenden Momenten, sowohl auf humoristischer, als auch auf der Ebene der Charakterentwicklung.

Bei Schmidt und Cece taucht plötzlich die Kinderfrage auf, da Cece glaubt, von Schmidt schwanger zu sein. Ein typischer Konfliktkatalysator, den man aus vielen anderen Serien, sowohl im Drama- wie im Sitcom-Bereich, schon kennt. Dabei geht dies auch ganz gut auf, denn die Beiden werden dadurch gezwungen, mal etwas ernsthafter über ihre Beziehung nachzudenken und besonders Schmidt erweist sich wirklich als äußerst liebenswert in dieser Situation und versucht auf seine Art für Cece da zu sein und offenbart sich als wirklich guter Freund und potenzieller Vater. Natürlich übertreibt Schmidt es mit seinen Bemühungen maßlos, sorgt dadurch aber auch für einige gute Lacher. Das komödiantische Highlight ist hier aber definitiv ein Rückblick in die Babyjahre von Schmidt, in dem der Zuschauer zu sehen bekommt, wie Schmidt denn so als Baby drauf war. Wirklich zum Schreien komisch. Nicht wirklich komisch, sondern vielmehr berührend ist der Schlussmoment, in dem klar wird, dass Schmidt den Plan hatte, Cece einen Heiratsantrag zu machen. Auch wenn er dies wohl nur aufgrund dieser außergewöhnlichen Baby-Situation gemacht hat, zeigt sich doch, dass sich diese Beziehung langsam wirklich weiterentwickelt, denn dass die Beiden schon lange tiefe Gefühle füreinander entwickelt haben, ist weiterhin überdeutlich.

Russell bekommt in dieser Folge mal wieder eine Pause spendiert und stattdessen muss sich Jess mit seiner gefühlsgeladenen Tochter Sara auseinandersetzen, die der Wohngemeinschaft einen Besuch abstattet. Hier haben wir es wieder mit einem absolut überzeichneten Charakter zu tun, welcher so wohl nur im Sitcom-Kosmos existieren kann. Natürlich verhalten sich Teenager in der Pubertät irrational und werden permanent von ihren Hormonen geleitet, doch Russells Tochter ist in ihrer Gefühlswelt derart extrem, dass es teils schon wirklich anstrengend ist. Ihre Liebe zu Nick und zu Jess' Unterwäsche ist selten wirklich witzig, sondern nur anstrengend. Das Positive an dieser Storyline ist einzig die schlussendliche Zusammenarbeit von Nick und Jess und die Szene, in der Jess von Sara gefragt wird, ob sie denn auch finde, dass Nick der attraktivste Mann der Welt sei und Jess daraufhin keine klare Antwort geben kann. Schon die ganze erste Staffel liegt was zwischen Jess und Nick in der Luft und es kann wohl davon ausgegangen werden, dass diese Beziehungskonstellation ein zentrales Element des Staffelfinales sein wird.

Nick selbst vertreibt sich seine Zeit weiterhin mit viel jüngeren Mädchen. In dieser Folge handelt es sich bei seiner neuen Eroberung um ein äußerst intelligentes und kultiviertes Mädchen, welches aber, was Nick viel zu spät erfährt, erst 18 Jahre alt ist und gerade erst die Schule verlassen hat. So richtig zielführend ist diese Storyline auch nicht und weiß auch nur in der recht witzig gestalteten Museumsszene zu überzeugen, in der ein erotisch angehauchtes Gespräch zwischen Nick und Schmidt außerordentlich witzig in Szene gesetzt ist. Für Nick sollte diese "Junge Mädchen"-Kiste jetzt aber wohl endgültig beendet sein, damit er in Zukunft wieder gehaltvolleres zu tun bekommt, als nur wesentlich jüngere College-Girls abzuschleppen.

Berühren sich die zuvor angesprochenen Storylines ständig und spielen sich zum Großteil im Loft ab, so hat Winston seine ganz eigene Storyline, die kaum mit den anderen in Berührung kommt. Dabei dreht es sich, wie in der letzten Folge, wieder um seinen Job und seinen vollkommen durchgedrehten Chef. Dieser sorgte in der letzten Folge noch für wirklich unterhaltsame Momente, in dieser Folge sorgt sein kindisches und über alle Maßen albernes Verhalten aber nur für ungläubiges Kopfschütteln.

Fazit

Ein komplette Enttäuschung war diese Folge zwar nicht, dafür ist die Serie in vielen Dialogpassagen und den Interaktionen der Charaktere untereinander einfach zu stark, doch die Themen der Folge und vor allem die Umsetzung derselben waren schlichtweg schwach und streckenweise einfach nervig. Das kann die Serie definitiv besser und es ist zu hoffen, dass die letzten drei Folgen der ersten Staffel qualitativ wieder im oberen Drittel angesiedelt sind. Dies war nämlich leider nicht mehr als belangloser, unterer Durchschnitt.

Moritz Stock - myfanbase

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