Bewertung: 8

Review: #2.06 Schreckgespenster zu Halloween

Foto: , Modern Family - Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
, Modern Family
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Mit Thanksgiving, Weihnachten oder dem Valentinstag wurden bereits beliebte amerikanische Feiertage in die Serie eingebracht. Nun steht das Lieblingsfest aller Süßigkeitenjäger und Zahnärzte an, nämlich Halloween. Vorweg genommen: Die Episode macht einen Heidenspaß, was bei "Modern Family" jedoch so gut wie zum Standard gehört. Dennoch wirkt es hier durch die Halloween-Einbringung erfrischend eigenständig, sodass sich diese Folge hervorhebt und ins Gedächtnis einprägt.

Es zeigt sich zudem wieder, wie sehr man damit auftrumpfen kann, Storys direkt aus dem Alltagsgeschehen zur Geltung zu bringen. Nachvollziehbare und amüsante Begebenheiten, die man selbst zu Genüge kennt und an diese sich erinnert fühlt. Wer kennt die Situation nicht, dass er plötzlich beinahe die einzige Person ist, die in einem Kostüm auftaucht und dies dann einem schrecklich peinlich ist? Oder sich so sehr in eine Sache hineinsteigert, sodass man gerade keine offene Ohren für die Sorgen seines Liebsten hat? Ungern lässt man sich zudem kritisieren oder hat den Drang Geschichten anderen zu erzählen, die jedoch eigentlich recht belanglos sind.

Spiderman im Anmarsch

Mitchell ist ein witzig inszenierter Charakter, was ich mir schon oft dachte, und mir hier wiedermal sehr deutlich vor Augen geführt wird. Ihm ist so schnell etwas peinlich, er beginnt dann zu nörgeln, wird hektisch und das macht ihn letztendlich hundertfach mehr amüsant. Man kann ihm hier, bezüglich der Kostümierung, nicht mal vorwerfen, dass er sich leicht einen Bären aufbinden lässt. Seinen Gedankengängen kann ich absolut mit Verständnis folgen. Er ist neu in der Firma, es ist Halloween und Spaß ist angesagt. Also wieso sollte er da nicht mitmachen? Dummerweise ist sein Chef Charlie Bingham der große Spaßverderber, was die Angelegenheit aber erst witzig werden lässt. Wie Mitch mit allen Mitteln versucht, dass ihn niemand aus seiner Firma als kostümierter Spiderman wahrnimmt, bringt einen Lacher nach dem anderen mit sich. Besonders auf der Toilette, als er sich dann umziehen will, stellt er sich aber auch wirklich doof an. Am Ende kommt das, was man zuvor erwartet, nämlich dass er auffliegt. Der Blick vom Chef ist da einfach die Krönung.

Cam dagegen ist mir diesmal zu sehr an die Seite gedrängt, sorgt dennoch für einzelne, witzige Momente. Im Grunde schafft er es lange mit seinen Tipps, dass sich sein Wertester in der Firma nicht blamiert. Cams traumatisches Erlebnis, im Bezug zu Halloween, hätte ich mir weit dramatischer, spritzig-witziger vorgestellt. Hier steckt der Witz mehr darin, dass Cam so sehr dramatisiert, bezüglich eines wirklich belangloses Erlebnisses. Claires Sprüche dazu waren echt hammermäßig und Cam ist eine echte Dramaqueen.

Sprachprobleme? Nicht zu viel Kritik bitte!

Eigentlich hätte ich diese Story schon kommen sehen müssen, als Gloria zum ersten Mal zu sehen war, doch dem war nicht so. Obwohl ich ihre Aussprache des Öfteren schon witzig bis stellenweise peinlich fand. Es ist ihr jedoch nicht vorzuwerfen, denn Fremdsprachen sind einfach eine Herausforderung für die meisten. Noch schwieriger ist es den Akzent loszuwerden, wenn man sich den bereits schon aneignete. Die Autoren greifen gerne mal Details zu den Persönlichkeiten wie Glorias Ausdrucksprobleme auf und schaffen es, daraus eine pfiffige Storyline zu machen. Das ist ein Punkt, den ich an dieser Serie so liebe. So wird einem der Charakter noch näher gebracht und man beginnt selbst genauer hinzugucken, was diesen ausmacht. Man versteht dann die Insiderwitze besser, was weitaus noch mehr für amüsante Momente sorgen kann.

Erstaunlich ist auch, wie gut es funktioniert, mit Glorias Sprachkünsten eine ganze Episode zu füllen. Man kann sich dabei gut in Gloria hineinversetzen, denn Kritik kann man leicht mal in den falschen Hals bekommen. Beziehungsweise diese einfach zu viel wird. Jay bringt es so köstlich auf den Punkt im Interview am Ende. Er vergleicht Gloria mit seiner Sprengkörper-Erfahrungen aus der Militärzeit. Es müsse die richtige Temperatur haben, sonst gehe es in die Luft. Durch Glorias Ausraster am Ende wird der Metapher dann witzig vor Augen geführt, als sie die Familie aus dem Haus wirft. Da wurde die Temperatur wohl zu hoch und die temperamentvolle Gloria zu sehr gereizt. Jays trockener Humor und die Sprüche dazu, ich bin einfach ein Fan davon, immer wieder. Glorias Situation mündet zum Ende hin auch ideal in Claires Halloween-Wahn und die Frauen fetzen sich mal wieder, was mich gleich an #1.05 zurück erinnerte. Beide Damen können sehr temperamentvoll werden, wenn es in ihnen aussetzt.

Im Halloween-Fieber

Erneut klappt es also mal wieder die Hauptstory rund um Claires Halloween-Ideen mit den kleineren Nebenstorys ideal zu vereinen. Dass Halloween überhaupt so ein Hauptthema darstellt, liegt an der davon besessenen Claire. Sie ist einfach ein eher zwanghafter, positiv gesagt sehr leidenschaftlicher Mensch. Dadurch ergeben sich häufig Situationen, in denen sie mit dem Kopf durch die Wand läuft. Unbedingt will sie ein hammermäßiges Halloweenfest zelebrieren, alle müssen da mitziehen und wenn es nicht läuft wie gewünscht, dann dreht Claire durch. Der Höhepunkt der Episode ist für mich ganz deutlich die Szene, in der Miss Dunphy die Fassung verliert. Dazu zähle ich ebenso die Idee bezüglich "Haus des Schreckens", welches wirklich sehr kreativ und lustig umgesetzt wurde. Die Kostüme, die Dekoration und Einfälle sind wirklich zu loben und ein Genuss auch fürs Auge. Haley im gewagten Mutter Theresa-Kostüm ist der absolute Brüller, genauso die ersten beiden Flopversuche, die eingetretenen Kinder im "Haus des Schreckens" zu beeindrucken. Das geht so herrlich schief, sodass ich mich kaum halten konnte vor Lachen, so witzig sind die Momente.

Während Claire nur Halloween im Kopf hat, ist es bei Phil das Thema kaputte Ehe. Hier dachte ich erst, dass man die Dunphy-Ehe etwa in Gefahr bringen möchte, was zum Glück nicht so erfolgte. Phil ist plötzlich sehr nachdenklich geworden, als er von Jerrys Eheaus erfuhr. Und auch wenn er sich ernsthaft damit befasst, ergibt das dennoch amüsante Szenen. Als er Claire damit konfrontiert, ist es, als würde er gegen eine Wand sprechen. Und auch Phil kann sehr hartnäckig, ja richtig zwanghaft sein, wenn ihn etwas arg beschäftigt. Am Ende bekommt er aber in einer rührenden Szene die Belohnung dafür. Claire versichert ihm, dass er sie nicht los werden würde und das klingt doch wirklich ganz toll. Die beiden Dunphys passen so gut zueinander und eine Ehekrise will ich mir da gar nicht erst ausmalen. Ich bin gespannt, ob die Story vielleicht dennoch mehr zu bedeuten haben wird. Sehen wir eventuell einen Phil, der sich verstärkt um die Ehe bemüht? Beziehungsweise natürlich auch Claire diesbezüglich? Auch in einer Sitcom wie "Modern Family" sind solche ernsteren, emotionaleren Themen absolut willkommen. Hier hat man bereits bewiesen, dass da viel Potential darin enthalten ist.

Fazit

Eine gelungene Halloween-Episode, die auch die Stärken dieser Sitcom gut zur Schau stellt: Humor, der durch gelungen inszenierte Alltagsstorys und Charakterdurchleuchtungen entsteht, erstklassige Sprüche und ein kreativ umgesetztes "Haus des Schreckens"-Spektakel. Überraschenderweise ist auch viel Gefühl mit von der Partie und das ergibt die eine oder andere rührende Szene. Zur vollen Punktezahl fehlt mir die gelungenere Einbringung von Cam. Ebenfalls trifft dies auf Alex zu, die hier wieder nur in einzelnen Sprüchen auftrumpft.

Samuel W. - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Modern Family" über die Folge #2.06 Schreckgespenster zu Halloween diskutieren.