Bewertung

Review: #1.03 Die vier Reiter

#1.03 Die vier Reiter ist keine Folge, die mich vom Hocker riss. Die Geschichte jedoch wurde fließend weitererzählt, was ich auch erwartet habe, leider gab es keine Steigerung. Es war für mich nur durchschnittlich. "Jericho" hat eindeutig mehr drauf.

Menschen wachsen über sich hinaus

Angefangen hat die Folge mit den drei Stationen, mit denen es in #1.02 Fallout aufhörte, in den sich die Menschen vor dem Regen in Sicherheit brachten. Es herrscht wieder Aufregung und Panik, doch dieses Mal gibt es Menschen und zwar genau in diesen drei Stationen, die trotz Angst und Verletzungen über sich hinauswachsen. Sie sind für ihre Mitmenschen da, obwohl es ihnen selber nicht gut geht.

In der Folge sind es Jake Green, Heather Lisinski, Dale Turner und April Green, die über sich hinauswachsen, was sich in der vorangegangenen Folge aber schon andeutete. Jedem von ihnen geht es schlecht, sie sind verletzt, doch sie helfen, wo sie nur können. Man dankt es ihnen oder eben überhaupt nicht. Auf der anderen Seite gibt es jedoch Leute wie Shep und Gray Anderson in der Salzmine, die ganz das Gegenteil von diesen Personen sind, auch wenn Shep nur im Auftrag von Anderson handelte. Man hat immer eine Wahl. Während alle sich evakuiert haben, sind zwei Menschen im Regen draußen, einer freiwillig und der andere eher unfreiwillig: Robert Hawkins im Schutzanzug und Stanley Richmond.

Emily vs. Jake

Emily und Bonnie stehen beide vom Geschehenen unter Schock, doch Bonnie macht sich Sorgen um Stan und kommt mit der Situation besser zu Recht als Emily. Als Stan allerdings auftaucht, macht er die Situation für alle nicht erträglicher, denn er ist vom Regen bis auf die Knochen durchnässt und Jake vermutet, dass er radioaktiv verseucht sein könnte. Im Bunker der Richmonds merkt man, dass Emily Jake misstraut, da sie nicht versteht, wie er das alles wissen kann… Doch auch Stan bringt Unruhe in die Gruppe, als er berichtet, dass er Panzer gesehen hat, während Jake mit April über Funk bespricht, wie er Stan behandeln soll.

Im Prinzip möchte Jake immer nur das Beste für Emily, schließlich waren sie mal ein Paar, doch er bekommt von Emily in einer Tour hässliche Sachen zu hören. Was er auch sagt und macht, es ist falsch. Mit ihren Aussagen wäre ich doch bedachter, denn wäre Jake nicht gewesen, wäre sie jetzt tot. Emily ist in dieser Folge sehr hysterisch, ich erkenne sie immer noch nicht wieder. Ihr Verhalten ist schwer nachvollziehbar. Zuerst freut sie sich über Jakes Rückkehr, dann wünscht sie ihn zum Teufel, plötzlich ist er wiederum gut genug, sie mitzunehmen um die Gegend zu erkundschaften, bis sie schließlich ihre Meinung ändert und ihn den Tod wünscht.

Emily: "Du müsstest eigentlich tot sein und nicht er. Lass mich in Ruhe, Jake!"

Nicht einmal die Nachricht aus dem Flugschreiber, die Jake ihr vor allen vorspielt, stimmt sie zufrieden. Sie ist zwar glücklich, aber Jake gegenüber verhält sie sich genauso wie vorher. Kein Wort der Dankbarkeit, da sie jetzt die Gewissheit hat, dass ihr Verlobter Roger am Leben ist, sie ist so was von abweisend. Was soll Jake noch tun? Doch des Weiteren stelle ich mir immer noch die Frage: Was hat er getan, dass sie so über ihn denkt? Das kann nicht ohne Grund sein.

Heather vs. Anderson

In der Salzmine versucht dagegen Heather alle zu beruhigen, vor allem Mr. Rennie, der Platzangst hat. Anderson allerdings ist dieser Mann ein Dorn im Auge, weil er angeblich die Menschen verängstigt. Ich beneide Heather, wie sie das alles schafft, denn schließlich hatte sie gerade den Busanfall und sie humpelt immer noch mehr als zu gehen und trotzdem setzt sie sich so für die Menschen in der Mine ein.

Dass Anderson zu vielem bereit ist, um dieses für sich zu nutzen, war mir klar, aber dass er gemeinsam mit Shep einen Mord begehen würde - nein! Das hat mich geschockt, besser gesagt - entsetzt. Anderson und sein Kumpan tun gerade so, als ob dieser Mann eine ansteckende Krankheit hat, behaupten, die Kinder bekommen Angst vor ihm, doch davon war überhaupt keine Spur. Er alleine - Anderson bekam es wohl mit der Angst zu tun oder er war mit der Situation überfordert, aber das rechtfertigt diesen Mord noch lange nicht. Die Kinder waren das geringste Problem.

Heather lässt dieser plötzliche Tod von Mr. Rennie verständlicherweise keine Ruhe und nach dem Regen geht die ganze Unruhe in Marys Kneipe weiter, vor allem Heather stellt weiterhin Nachfragen über Mr. Rennies Tod an. Laut April soll es ein Herzinfarkt gewesen sein, doch sie glaubt das nicht, bis sie einen Brief von Shep bekommt, in dem die Wahrheit steht, über die sie schockiert ist. Wahrscheinlich wird ihre Vermutung jetzt auch bestätigt und sie hat Gewissheit.

Dale vs. Skylar

Zu Skylar: Es ist ja mal wieder typisch, dass sie sich bei Dale nicht bedanken kann oder ein schätzendes Wort für ihn übrig hat, als ihre Freunde auftauchen. Anfangs sah es schon nach einer neuen Freundschaft aus, doch da hab ich mich wohl sehr geirrt. Skylar denkt nur an sich und ihren Vorteil, sogar bei einem Atomangriff. Ich hab echt einen dicken Hals bekommen, als sie zu ihren Freunden hält, Dale links stehen lässt, selbst als ihre Freunde noch meinen, er hätte ein Rad ab, was ich eher von ihren Freunden denke.

Mimi & Mary vs. April & Eric

Im Rathaus ist April die treibende Kraft, was wohl an ihrem Job liegt. Gail und Eric können nicht viel machen, sie sind für Johnston da, der schwer erkrankt ist, was er aber nicht zugeben will, was typisch Johnston ist. Als ob ein Bürgermeister nicht krank sein darf. Für Eric ist es im Rathaus sehr schwer, Mary - seiner Geliebten - aus dem Weg zu gehen. Aber er tut es, so gut es eben geht, was Mary natürlich verletzt. Eric spielt mit April das glückliche Ehepaar, was ich so was von lächerlich finde, weil man ihm deutlich ansieht, dass ihm das selber nicht gefällt und er lieber bei Mary wäre. Das alles wird natürlich von Mimi Clark beobachtet, die schließlich mit Mary einer Meinung ist.

Mimi: "Ich kann ihn nicht leiden."
Mary: "Ich auch nicht."

Später flirtet sie aus Rache mit jemand anderem, und schließlich landet sie mit Eric im Bett.

Green vs. Anderson

Für mich persönlich hat Gray Anderson nicht mehr alle am Sender, denn nun gibt er Johnston Green die Schuld an Rennies Tod, weil der Bunker nicht intakt war. Also wo sind wir denn hier, ist der paranoid? Johnston war nicht mal in der Nähe, als Rennie "starb", sondern im Bunker des Rathauses… Anderson ermordet gemeinsam mit Shep den alten Mann und erfindet eine neue Geschichte, um die Bürger gegen Green aufzuhetzen. Langsam reicht's echt. Der Schlag, den Green anschließend Anderson dafür versetzte, war für mich so etwas wie eine vorläufige Genugtuung, obwohl Green Anderson mit Sicherheit nicht so schnell loswird.

Hawkins vs. alle

Also die Familie von diesem Hawkins tut mir wahnsinnig Leid. Sie wird im Haus gefangen gehalten und selbst zum Grillfest von Jericho dürfen sie nicht gehen. Wir sind noch nicht bereit. ist alles, was Mr. Hawkins auf die Bitte seiner Frau erwidert. Dieser Mann gehört nicht zu den Guten. Man kann ihn mit Anderson auf einen Sockel stellen. Seine Familie hält er gefangen, aber er nimmt sich das Recht heraus, in Jericho spazieren zu gehen und sich überall einzumischen.

Das Grillfest

Gracie und Dale tun mir leid, nicht mal ein "Dankeschön" bekommen sie von ihren Bürgern, als sie die Lebensmittel für das Fest notgedrungen "sponsern müssen". Beide - Gracie und Dale - können froh sein, dass sie sich haben. Für Gracie ist Dale wie ein Sohn und dass Dale Gracie auch sehr mag, merkt man, weil er ständig an ihrer Seite ist und ihr immer hilft. Das Fest ist eigentlich auch gar kein richtiges Fest. Jeder ist mit sich selber beschäftigt und in Gedanken, man lässt den Tag noch einmal Revue passieren.

Johnston: "Ich genieße es, dies zu sehen. Es wird wahrscheinlich lange dauern, bis wir Jericho wieder so glücklich sehen."

Abschließend sieht man dann erneut Hawkins, wie er ein Fass einbetoniert. Die Folge endete im Prinzip genauso geheimnisvoll, wie sie anfing. Dazu noch mit einer Person, die auf mich nie als Loser wirkt, sondern von Anfang an wie ein kleiner Held, es dankt ihm außer Gracie nur niemand: Dale Turner hat den Wagon mit den Lebensmittel aufgespürt. Meiner Meinung nach verbergen sich hinter den sogenannten Losern der Serie die "kleinen" Helden, in diesem Falle Jake und Dale. Jeder auf seine Art.

Fazit

Bei dieser Folge fehlte mir leider die Spannung, die bei den vorigen Folgen sehr gegenwärtig war. Es gelingt aber, die Geschichte ganz klar und perfekt weiterzuerzählen. Die Handlung setzte da an, wo die zweite Folge aufhörte, jedoch ging der Reiz manchmal flöten, weil die Handlung oft ins Stocken geriet und es sogar langweilig wurde.

Ich fand es toll, dass Stan wieder mitspielte und Mimi mehr und vor allem eingehende Szenen bekommt. Beide zusammen sind einfach spitze und bringen den Zuschauer zum Lachen, auch wenn sie sich als Charaktere in der Serie eigentlich hassen müssten, irgendwie scheint Stan sie zu mögen…

Dana Greve - myFanbase

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