Bewertung: 7

Review: #6.03 Do You Think I'm a Bad Man?

Foto: How to Get Away with Murder
How to Get Away with Murder

Während "How to Get Away with Murder" bei manchen Handlungssträngen solide die Spannung anzuziehen vermag, dümpeln einige der Figuren leider vor sich hin und scheinen in der finalen Staffel noch nicht ihren Platz gefunden zu haben.

Man schafft es diese Woche, die großen, noch zu lösenden Mysterien der Serie ein wenig weiterzuentwickeln, gleichzeitig aber auch am Fall der Woche festzuhalten und die Stärke der Figuren in den Vordergrund zu rücken. Positiv fallen dadurch Connor und Michaela auf, die sich von ihrer besten Seite zeigen können. Seit der Sammelklage wissen wird, dass es Connor liegt, sich gegen Ungerechtigkeit einzusetzen und nachdem er in der letzten Episode die Verteidigung von Hector übernommen hat, kann er nun an sein Versprechen, die Familie zu vereinen, anknüpfen. Dies verschafft nicht nur Connor Genugtuung, es ist auch schön zu sehen, dass man Connors Worte nicht vergessen hat. Natürlich muss Connor bei seinem Feldzug für die Gerechtigkeit über ein paar Hürden springen und erhält dabei erneut Unterstützung von Tegan, dennoch lässt einen diese Teilhandlung zum Schluss zufrieden zurück. Genau so gut gefallen hat mir auch der Flashforward mit Connor. Auch hier besinnt man sich auf alte Zeiten. Ganz wie in Staffel 1 nach dem Mord an Sam bricht Connor vor lauter Panik in einen hysterischen Lachanfall aus, der gleich darauf in Herzrasen und vielleicht sogar eine Panikattacke oder einen Herzinfarkt ausartet. Das Unvermögen Connors, seine Gefühle im Griff zu halten, kommt wieder einmal sehr gut ans Licht und macht deutlich, was für ein feinfühliger Mensch er ist, auch wenn er stets versucht, sich eine dickere Haut zuzulegen. Damit ist auch der Flashforward wieder sehr gut gelungen und lässt offen, für den Tod von welcher Person Connor nun angeklagt wird, wodurch die Spannung weiterhin hochgehalten wird.

Ähnlich gut profilieren durfte sich auch Michaela, die den neuen Fall der Woche vor Gericht verhandelt. Mit ihrer üblichen Stärke versucht sie die Staatsanwaltschaft, die ebenfalls einen Jurastudenten auf dem ersten Stuhl sitzen hat, in die Knie zu zwingen, muss dann aber erkennen, dass aus ihr noch immer keine Annalise geworden ist. Letztere kann sich dafür als gute Mentorin beweisen und Michaela einen Ausweg aus der misslichen Lage zeigen. Es passt schön zusammen, dass Annalise Michaela dazu an den Mord an Sam erinnert, der in dieser finalen Staffel die gesamte Zeit über wie ein Damoklesschwert über den Hauptcharakteren zu schweben scheint. Auch hier hat man am Ende noch einen Cliffhanger für uns parat und enthüllt, was sich in der geheimnisvollen Box aus dem Staffelauftakt befindet. Zwar ist es ein ziemlich großer Zufall, dass Gabriel ausgerechnet die Kassette anhört, in der Annalise Michaelas wahren Vater offenbart, jedoch kann man so die Frage klären, was die Verbindung zwischen Annalise und Michaela darstellt. Wieder einmal erfahren wir von einer schlechten Tat, die ein Vater der Keating Four/Five begangen hat und es erscheint viel passender, dass Annalise aus diesem Grund Interesse an Michaela gezeigt hat. Das Einzige, das ich an der Handlung rund um Michaela zu bemängeln habe, ist dass die Erkenntnisse aus der letzten Episode so gut wie keinen Platz finden. Mit einem einzigen Satz speist Michaela Gabriel ab, die Reaktion ihrer Freunde auf ihre Entdeckung über ihren – vermeintlich – toten Vater bleibt vollkommen aus und das Geheimnis, das Gabriel ihr anvertraut und dass sie weiterverraten hat, tut sie gegenüber ihm auch mit einer Geste ab, als wäre es keine große Sache.

Während Annalise in dieser Episode eher als Stichwortgeber dient und die anderen Charaktere glänzen lässt, konzentriert man sich zusehends mehr auf Tegan. Sie darf als Unterstützerin der Studenten tätig werden, wodurch es mir unwahrscheinlich erscheint, dass sie tatsächlich Dreck am Stecken hat. Gut gefallen hat mir auch, dass wir ein klein wenig mehr über Tegans Privatleben erfahren haben, da offengelegt wurde, dass sie verheiratet ist. Gern würde ich in den finalen Zügen der Serie noch mehr über Tegan erfahren und herausfinden, ob ihre Ehe mit weiteren Geheimnissen in Zusammenhang steht.

Weniger überzeugend wirkt auf mich Nates Verdächtigung gegen Tegan. Er zählt zu den Figuren, mit denen man in der sechsten Staffel noch nicht zu wissen scheint, wohin die Reise gehen soll. Bisher war Nate nur dazu gut, Tegan oder Vivian zu überwachen und jedem zwielichtige Motive zu unterstellen. Ähnlich sieht es bei Bonnie aus, die mit Nate an einem Strang zieht. Zwar betont sie, herausfinden zu wollen, was hinter Ronald Millers Tod steckt, doch ich verstehe nicht, weshalb sie deshalb gemeinsam mit Nate hinter Tegan her ist. In dieser Beziehung scheint zudem Nate die treibende Kraft zu sein, doch steht diese Rolle nicht eigentlich Bonnie zu? Etwas stimmiger war indes der Deal, den das FBI Nate angeboten hat. Hier sieht sich Nate vor eine schwere Entscheidung gestellt: verrät er Annalise und all ihre Geheimnisse, um die Hintergründe des Todes seines Vaters zu erfahren oder bewahrt er Stillschweigen und schützt Annalise, wird aber nie erfahren, wie es zu Nate Seniors Tod kam.

Zuletzt hätten wir da noch Franks andauernde Suche nach Laurel. Ich wage zu bezweifeln, dass tatsächlich Laurel das Schließfach ausgeräumt hat. Das Wiedersehen mit Xavier kommt indes ein wenig überraschend. Mir fehlt bei der Geschichte noch immer der Überblick über das Gesamtbild. Obwohl Xavier zuletzt als der Big Bad galt, fragt man sich nun immer mehr, ob es nicht vielleicht sogar Laurel ist, die ein falsches Spiel spielt. Da es zum Herbstfinale bisher immer geschafft wurde, zwei noch unzusammenhängende Handlungen miteinander zu verknüpfen, hoffe ich ein wenig, dass sowohl Annalises Beerdigung, als auch Operation Bonfire und die Castillo-Storyline zum Schluss harmonisch verbunden werden können.

Randnotizen

  • Es gibt nun also handfeste Beweise, weshalb Annalise Wes und Michaela in ihre Klasse aufgenommen hat, die in der gemeinsamen Vergangenheit der Figuren begründet liegen. Auch wenn nur Connor danach fragt, was ihn mit Annalise verbindet, finde ich auch die Verknüpfung zu Asher und Laurel noch nicht ganz schlüssig. Hat Annalise die beiden nur deshalb gewählt, weil sie aus einflussreichen Familien stammen? Wohl kaum. Hier hätte ich daher noch etwas Klärungsbedarf.
  • Welche Geheimnisse werden auf den Kassetten noch aufgedeckt? Vivian hat sie Gabriel bestimmt aus einem Grund gegeben, der ihn persönlich betrifft.
  • Ist nach Connor und Michaela als nächstes Asher mit einem Fall der Woche dran? Er steht bis jetzt ziemlich im Hintergrund.
  • Das war es nun also mit Vivians Zusammenarbeit mit dem FBI?


Fazit

Die dritte Folge der finalen Staffel kann mit den meisten Geschichten punkten. Man versorgt uns mit Cliffhangern und spannenden Plottwists, gleichzeitig bleiben aber auch einige Figuren und die Schlüssigkeit ihres Handelns auf der Strecke.

Marie Florschütz - myFanbase

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