Bewertung: 7

Review: #12.10 Alles Bestens

Foto: Kevin McKidd, Grey's Anatomy - Copyright: 2017 ABC Studios; ABC/Adam Taylor
Kevin McKidd, Grey's Anatomy
© 2017 ABC Studios; ABC/Adam Taylor

Hier ist jetzt endlich die Episode, die ich eigentlich schon letzte Woche erwartet hätte. Nachdem man uns im Herbstfinale mit so vielen offenen Fragen stehen ließ, war ich wirklich sehr überrascht, als die letzte Folge eben keine Antworten geliefert hat, sondern fast komplett auf Meredith zentriert war. Doch in Episode #12.10 All I Want Is You erfahren wir nun endlich, wie es um die anderen Charaktere und ihre Beziehungen steht. Dabei hatte die Folge bei den ganzen verschiedenen Handlungen ein ziemliches Tempo drauf, was aber im wunderbaren Gegensatz zu Merediths ruhigen Szenen beim Psychologen stand. So bekommen wir statt des üblichen Voice-Overs eine Meredith, die uns zu den einzelnen Handlungssträngen führt und dabei herrlich unverblümt ihre Meinung zu allen Geschichten abgibt.

"What do I do now?"

Nach dem was Meredith in der letzten Folge zugestoßen ist, konnte man sich schon denken, dass das Geschehene wohl noch länger Einfluss auf die Serie haben wird. Also sehen wir sie (mal wieder) bei einem Psychologen. Ja, Drama hat sie in den ganzen Jahren wirklich genug mitgemacht. Und falls jemand bei all dem Heartbreak die Orientierung verloren hat, wird uns ihr persönliches Drama Best-Of als Flashback präsentiert. Rückblenden gefallen mir grundsätzlich sehr gut und gerade bei "Grey's Anatomy" werden sie meistens sehr bedacht eingesetzt. Hier konnten wir sozusagen zusammen mit Meredith erleben, was ihr durch den Kopf geht: Cristina verlässt das Land (und sie). Lexie stirbt bei dem Flugzeugabsturz. Richard verlässt ihre Mutter, während sie als Kind gerade Karussell fährt. Derek lässt sie in ihrem Kerzenhaus stehen, um noch kurz etwas klarzustellen (und wird verletzt). Ihre Mutter versucht sich umzubringen, später stirbt sie wirklich. Genau wie Derek. Und das sind nur die Personen um Meredith herum, auf ihre eigenen Katastrophen wurde noch gar nicht eingegangen.

Aber gerade das war ja auch der Punkt, oder? Alle, die ihr bis jetzt etwas bedeutet haben, haben sie verlassen. Meredith wurde von jedem Verlust hart getroffen, ist zu Boden gegangen, nur um dann wieder aufzustehen und weiterzumachen. So hat sie sich inzwischen daran gewöhnt, allein zu sein. Doch dabei ist sie von Freunden umgeben, einem "ganzen Dorf", wie sie letzte Folge so schön gesagt hat. Nur scheint Meredith sich mit ihrer Vorgeschichte nicht leicht zu tun, sich ihrem Freundeskreis wieder komplett zu öffnen und sich einzugestehen, dass sie eben nicht mehr allein sein möchte. Und wer kann ihr das verdenken?

Hier wird ein Schwenk zu ihrem Beziehungsstatus gemacht. Sie ist keine Ehefrau mehr. Eine Witwe aber auch nicht, denn sie hat damit ihren Frieden gefunden. Ist das etwa eine Andeutung, dass Meredith bald einen Neuanfang in Sachen Liebe starten wird? Es würde mich für sie zwar freuen, aber das ändert nichts daran, dass Meredith und Derek für mich das ultimative Paar waren und ich nicht weiß, was ich von einem neuen Love Interest halten soll. Es stellt sich auch noch eine ganz andere Frage, falls die Autoren tatsächlich in diese Richtung gehen. Wird ein neuer Charakter eingeführt, oder jemand von den bereits vorhandenen verwendet (da gäbe es zur Zeit ja nicht wirklich viele Kandidaten)? Immerhin wurde klargemacht, dass Alex einfach nur ein guter Freund ist, vermutlich um der bereits vorhandenen Gerüchteküche einen Dämpfer zu verpassen. Ich kann nur hoffen, dass es auch dabei bleibt.

"He was like a brother to me."

Endlich haben wir erfahren, was genau das Problem zwischen Owen und Nathan ist. Naja, mehr oder weniger. Was genau Nathan denn nun verbrochen hat, dazu hat Owen zu nach wie vor geschwiegen. Dafür stellt sich heraus, dass die beiden früher mal beste Freunde waren, die gemeinsam ihre Ausbildung absolviert haben. Gemeinsam mit - Überraschung - Owens Schwester Megan. Von der haben wir bis jetzt ja nur durch die kurze Unterhaltung zwischen Meredith und Owens Mutter erfahren. Wie auch immer scheint die Liebesgeschichte zwischen Megan und Nathan kein gutes Ende genommen zu haben.

Das Ganze war verpackt in ein sehr nettes Gespräch zwischen Owen und Amelia. Wirklich viel Fortschritt scheinen die beiden in ihrer Beziehung (oder Nicht-Beziehung) zwar immer noch nicht gemacht zu haben, aber immerhin sprechen sie wieder offen miteinander, helfen einander und ein Essen ist auch noch drin. Das ist ja schon mal ein guter Weg.

Amelia scheint es auch gewesen zu sein, die Owen davon überzeugt hat, Nathan noch eine Chance zu geben. Die Szene im OP war echt sehr cool anzusehen und ich kann mich da komplett der Begeisterung von Bailey, April und Amelia anschließen. Als Team arbeiten Nathan und Owen wirklich unglaublich zusammen. Nur zu blöd, dass sich das auf den OP beschränkt.

"I wanna pummel him, kiss him, and marry him."

Bei Jo und Alex scheint die Stimmung auch nicht ideal zu sein. Jo ist sich immer noch nicht so wirklich sicher, was sie denn eigentlich will. Aber sie hat ja ihre eigene kleine Freundesgruppe, mit der sie das besprechen kann. Einfach zum Schreien war da Bens schockiertes Gesicht, als er gefragt wurde, was Männer denn nun wollen. Nur gut, dass er sich noch schnell aus der Affäre ziehen konnte, oder hat er da heimlich einen Hilferuf an Bailey abgesandt? Doch letztlich scheint es Alex' Umgang mit Maya (was für ein toller Charakter) gewesen zu sein, der Jo davon überzeugt hat, es mit Alex zu versuchen. Ein "Ja" war das zwar bei Weitem noch nicht, aber vielleicht ist es zumindest der erste Schritt dahin.

Eher am Rande des Geschehens wurden die Beziehungen von Callie und Penny sowie von Maggie und DeLuca thematisiert. Während erstere nur einen Kuss im Treppenhaus bekommen haben (und tut mir Leid, allzu sehr erwärmt habe ich mich für dieses Pärchen immer noch nicht), hatten die anderen eine eher amüsante Storyline. Als DeLuca von Webber auf sein Date angesprochen wurde und die beiden dann noch so wunderbar unbeschwert über ihr Liebesleben gesprochen haben - oh nein! Das konnte eigentlich nur noch von dem Moment getoppt werden, als Richard Maggie und DeLuca trifft, in den Aufzug steigt und ihm dann plötzlich in den Sinn kommt, dass DeLuca da mit seiner Tochter schläft. Da konnte man ja fast das Lämpchen sehen, das bei ihm angegangen ist, und dann dieser entsetzte Blick. Einfach herrlich.

Fazit

Das war eine Folge mit vielen Handlungssträngen, Schwung und Action, die damit die eher bedrückende, langsame und auf einen Charakter zentrierte letzte Episode ausgleichen konnte. Die meisten der offenen Fragen wurden nun - wenn schon nicht beantwortet - dann zumindest angeschnitten. Da fehlen uns eigentlich nur noch April und Jackson und die Frage, ob ihre Ehe noch zu retten ist. Und es ist an Meredith, eine Entscheidung zu treffen, was sie denn jetzt mit ihrem Leben anfangen möchte.

Denise D. - myFanbase

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