Bewertung: 6

Review: #12.07 Vorurteile

Foto: James Pickens Jr., Grey's Anatomy - Copyright: 2017 ABC Studios; ABC/Adam Taylor
James Pickens Jr., Grey's Anatomy
© 2017 ABC Studios; ABC/Adam Taylor

Mit dem neuen Arzt im Krankenhaus sorgt man in dieser Episode für einigen Trubel. Gleichzeitig gibt es aber auch ein paar recht schwache Handlungsstränge.

"I'm a friend of Owens Hunts. So no."

Die wohl größte Überraschung dieser Episode war die Anstellung von Nathan Riggs am Krankenhaus. Der von sich selbst überzeugte Chirurg sorgt sogleich für Wirbel, da Bailey niemandem von ihm erzählt hat, was allerdings nett mit anzusehen war, da zwischen ihm und Maggie eine ähnlich gute Chemie herrscht, wie zwischen Arizona und Alex. Die beiden scheinen mir ein vielversprechendes Gespann zu sein.

Sein Auftauchen zieht aber auch negative Konsequenzen mit sich. Bereits zuvor haben wir gesehen, dass Nathan und Owen keine Freunde sind und dieser Eindruck wurde nun noch einmal untermauert. Die Autoren treiben es sogar so weit, Owen wieder in seine Zeit bei der Armee zurückzuversetzen, mit dessen Verarbeitung er bereits zu Beginn seiner Karriere im Krankenhaus arg zu kämpfen hatte.

Es ist durchaus spannend, den sonst so selbstbewussten Owen erneut von seiner verletzlichen Seite zu sehen, allerdings finde es gleichermaßen bedauerlich, dass den Autoren nichts besseres einfällt, als auf diese alte Nummer zurückzugreifen.

Schön war jedoch Merediths Part dabei, die sich Owen zur Seite stellt, wie es einst Cristina getan hat. Indem sie ihn ohne weiteres Nachbohren unterstützt, zeigt man, wie nahe sich die beiden mittlerweile gekommen sind und ich muss sagen, dass ich mich auf mehr Freundschaftsmomente zwischen ihnen sehr freue.

Ähnlich geht es mir da bei Meredith und Nathan, die zusammen ebenfalls mein Interesse geweckt haben. Ich halte es zwar noch zu früh, uns einen neuen Liebhaber für Meredith vor die Nase zu setzen, allerdings glaube ich kaum, dass Meredith Nathan ewig die kalte Schulter zeigen wird.

"You don't teach by shoving someone else's face in the dirt. That's just being mean. And small."

Das komplizierte Arbeitsverhältnis zwischen Penny und Meredith geht nun in die zweite Runde, doch dieses Mal zeigt man Meredith von einer anderen Seite, die ihr garnicht ähnlich sieht. Indem sie Penny an der kurzen Leine hält, wird Meredith weder ihrer Aufgabe als Ausbilderin gerecht, noch sieht man, wie sie Pennys Anwesenheit verarbeitet, da die Autoren diesen Part der Story dieses Mal außen vor lassen. Es wird in einem kurzen Gespräch mit Owen zwar kurz angedeutet, aber eigentlich tritt man hier ein wenig auf der Stelle.

Durch die fehlende Interaktion der beiden, wird Penny neben Meredith zusehends immer blasser, da es nicht recht gelingt, dem neuen Charakter Leben einzuhauchen und uns neue interessante Facetten an ihr zu zeigen. Zum Ende hin jedoch deutet man eine Wende an, indem Penny Meredith klarmacht, dass sie nicht mit Samthandschuhen angepackt werden will. Zwar verläuft auch dieses Gespräch sehr kurz, doch wenigstens zeigt man uns hier, dass in Penny etwas mehr Leben steckt.

Auch dass man zwischen ihr und Stephanie eine Freundschaft aufzubauen beginnt, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Schade finde ich dabei jedoch, dass Jo und Stephanie nun gänzlich auf der Strecke bleiben und man sich nicht die Mühe macht, die Beziehung der beiden wieder zu kitten, nachdem sie schließlich einige Jahre lang ein eingespieltes Team waren. Jo bekommt zur Zeit keine Storyline, die den Zuschauer in irgendeiner Weise fesselt, da man sowohl ihr Privatleben als auch ihren Job schleifen lässt.

"If you feel uncomfortable having done it, check your white privilege and don't do it again."

Man kommt in dieser Episode auf das Thema Rassismus zu sprechen, was an sich keine schlechte Idee ist, bei dem bunt zusammen gewürfelten Haufen von Ärzten, die das Grey + Sloan Memorial beherbergt. Allerdings verstehe ich nicht ganz, warum man dies gerade jetzt anspricht. Ich persönlich habe auch den Konflikt zwischen Amelia und Stephanie nicht so empfunden, dass Amelia Stephanie wegen ihrer Hautfarbe benachteiligt hätte. Ebenso hätte ich die Lage in der sich Maggie in dieser Episode befand, eher aus der Perspektive betrachtet, dass Frauen gegenüber Männern benachteiligt werden und habe dabei nicht vordergründig auf Maggies ethnische Abstammung geachtet. Das Gespräch zwischen ihr und Amelia kam daher für mich etwas überraschend, hat einen aber sehr zum Nachdenken ermutigt.

Randnotizen

  • Für etwas Auflockerung sorgten in dieser Episode nicht nur Amelias witzige Kommentare zu dem Tumor von Mr. Jeffy, auch Arizona hat mich gut unterhalten können. Besonders in Kombination mit Webber, der von seinem Glück als Wingman zunächst nichts ahnte, kamen einige Lacher zu Stande. Als Webber sich dann auch noch als Glücksgriff entpuppt und Arizona tatkräftig bei ihrer Suche nach einer neuen Frau unterstützt, ist alles perfekt.
  • Weniger zufrieden war ich mit den Geschehnissen zwischen April und Jackson. Nachdem man zuvor hoffen konnte, dass die beiden nun ihren Weg finden, verkomplizieren die Autoren die ganze Situation aufs Neue, indem sie die beiden zusammen in die Kiste springen lassen. Es ist vollkommen klar, dass wir in der nächsten Episode daher mit einigen unangenehmen Momenten rechnen können, da April und Jackson ja, wie uns in dieser Episode verdeutlicht wurde, ganz andere Vorstellungen haben, was mit ihrer Ehe geschehen soll. Diese Idee finde ich recht unoriginell und hoffe einfach, dass man hier bald eine Lösung des Problems in Sicht stellt.



Fazit

Alles in allem konnte die Folge durchaus unterhalten, obwohl man uns in dieser Staffel schon gezeigt hat, dass man es eigentlich besser kann. Der Fall der Woche involvierte zwar viele Ärzte, konnte allerdings nicht wirklich mitreißen, diente allerdings als Zugpferd, um einige Handlungen weiter zu entwickeln.

Marie Florschütz - myFanbase

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