Bewertung

Review: #12.02 Baileys erster Tag

Foto: Ellen Pompeo & Chandra Wilson, Grey's Anatomy - Copyright: 2017 ABC Studios; ABC/Adam Taylor
Ellen Pompeo & Chandra Wilson, Grey's Anatomy
© 2017 ABC Studios; ABC/Adam Taylor

Aller Anfang ist schwer. Das bekommt auch Bailey zu spüren, die trotz vollem Einsatz einige Probleme mit dem Chefposten und vor allem mit dem Management ihres Ärzteteams hat. Und nicht nur Bailey muss einen ersten Schritt wagen und ihre Vorgehensweise dabei anpassen. Auch einige der anderen Charaktere fangen an, ihren Weg weiterzugehen.

"I just need it to be perfect. Just today."

Nachdem Bailey in der letzten Folge zum Chefarzt erklärt wurde, steht nun ihr erster Tag an. Natürlich ist sie ziemlich nervös, immerhin hat sie ja schon eine ganze Weile darauf hingearbeitet. Und trotzdem ist sie doch lange genug am Grey + Sloan Memorial Hospital, um zu wissen, dass nie alles perfekt läuft. Erst recht nicht, wenn man das möchte.
Da helfen auch ihre wohlgemeinten Änderungen nichts, die theoretisch zwar die Effizienz erhöhen sollen, Bailey letztlich aber nur um ein Begrüßungsfrühstück und das Wohlwollen ihres Teams bringen. Ziemlich schnell hat man gemerkt, dass sich Bailey da um einiges übernommen hat und in alte Verhaltensmuster zurückfällt.
Und so steht Bailey wieder auf der Brücke. Nur dieses Mal nicht voller Hoffnung, sondern eher verzweifelt. Es war schon etwas verwunderlich, dass sie sich nicht gleich an Webber gewandt hat, wie sie es früher immer getan hat. Aber vermutlich wollte Bailey diesen großen Schritt alleine schaffen. Umso schöner war es, dass Richard von sich aus auf sie zugegangen ist. Wie so oft zeigt er sein Gespür dafür, den Leuten genau das zu sagen, was sie hören müssen. Bailey nimmt sich die Worte ihres Mentors sichtlich zu Herzen und man hat am Ende der Folge das Gefühl, als könnte das alles doch klappen.

"I need a me. I need you to be a me."

Rund um das Chaos steht die Nebenhandlung mit Meredith. Die managt nach wie vor souverän ihren Klinikalltag und lässt sich auch nicht von Baileys Extraaufgaben aus der Bahn werfen. Dabei scheut sie nicht davor zurück, Bailey, Chefposten hin oder her, ordentlich die Meinung zu sagen. Umso erfreulicher ist es, dass Bailey das sehr wohl anerkennt. Meredith ist die Ruhe im Zentrum des Sturms. Das ist eine ziemlich treffende Beschreibung, wenn man an all die Jahre mit Meredith zurückdenkt. Und da sie bereits bei ihren ersten Anfängern den Ruf als neue Bailey abhatte, ist es nur passend, dass sie jetzt auch offiziell die Leitung der Inneren Abteilung übernehmen darf. Bei zwei so starken und selbstbewussten Charakteren in den Führungspositionen dürfte es spannend werden, ob und wann sich die ersten Differenzen ergeben.

"Stop talking to me!"

Ja, April hatte es nicht leicht in dieser Folge. Erst wird sie wegen eines mysteriösen Hautausschlags kurzerhand in Quarantäne gesteckt und klagt, dass sie allein sterben würde. Und dann taucht plötzlich einer nach dem anderen auf und möchte einen Rat von ihr - nur nicht Jackson, mit dem sie doch eigentlich reden wollte. Zwischenzeitlich war es wirklich sehr amüsant, mit anzusehen, wie April von jedem als Ansprechperson ausgenutzt wird, nur weil sie, im Gegensatz zu den eigentlich Betroffenen, nicht weglaufen kann. Und doch scheint sie allen helfen zu können, obwohl sie bei Webber dazu noch nicht einmal etwas sagen muss. Sehen wir da etwa einen möglichen Karrierewechsel zur Psychologie? Auf jeden Fall haben diese kleinen Szenen die Handlung amüsant aufgelockert.

"I'm gonna fight and I'm gonna win!"

Nachdem es in der letzten Folge kein Gespräch zwischen April und Jackson gegeben hat, hatte ich gehofft, dass sich ihre Situation diesmal aufklären würde. Ganz ist mein Wunsch da nicht in Erfüllung gegangen, aber zumindest der erste Schritt ist getan: Sie haben miteinander geredet. Wieder hat Jackson eine eher abwehrende Position, aber das kann man, nach all dem was vorgefallen ist wohl auch nachvollziehen. Trotzdem scheint April fest entschlossen, es ihm nicht allzu leicht zu machen und um ihre Ehe zu kämpfen. Dabei ist sie mir endlich wieder ehrlich sympathisch vorgekommen.
Während es mich persönlich freuen würde, wenn die beiden wieder richtig zusammen kämen, ist es für die Serie generell wohl am wichtigsten, dass sich überhaupt mal etwas tut. Egal, ob sie weiter zusammenbleiben wollen, oder sich trennen. Dieses ganze unsichere Rumgerede muss aufhören. Und so wie es jetzt aussieht, könnte in dieser Folge hoffentlich der Grundstein dazu gelegt worden sein.

Nebenstorys

Zunächst einmal Owen und Amelia, die beide nach dem Kuss am letzten Abend nicht so recht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen. Und Callie ist da auch nicht wirklich eine große Hilfe. Immerhin nimmt sich Owen nach einem Gespräch mit April ein Herz und spricht Amelia darauf an. Gut, zugegebenerweise, der Aufzug ist bei "Grey's Anatomy" wohl eher ein ungünstiger Ort für solch ein Gespräch. Da er war es auch nicht weiter erstaunlich, dass abgesehen von einem weiteren Kuss nicht viel mehr bei der Unterhaltung herausgekommen ist. Wir sind also nach wie vor nicht viel klüger geworden wie es denn jetzt um die beiden steht. Vielleicht beim nächsten Mal.

Ganz amüsant war das Geschehen um Jo, die sich einerseits mit zwei Anfängern rumschlagen muss und andererseits im Konkurrenz mit Stephanie ist. Ihr selbst scheint es noch nicht wirklich aufgegangen zu sein, dass Isaac an ihr interessiert ist. Ich kann nur hoffen, dass das nicht in irgendeiner Art von Dreiecksbeziehung endet. Und dann ist da noch Callie, die ganz begeistert von ihrem neuen Date ist und Arizona, die nur noch gerade so eine gute Miene aufsetzen kann.

Fazit

Eine wirklich unterhaltsame Folge, bei der zwar keine weitreichenden Entscheidungen in den Beziehungen der Charaktere gefallen sind, die aber zumindest einen ersten Anstoß in diese Richtung gegeben hat.

Denise D. - myFanbase

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