Bewertung: 7

Review: #11.11 Höllenqualen

Foto: Caterina Scorsone, Grey's Anatomy - Copyright: 2016 ABC Studios; ABC/Danny Feld
Caterina Scorsone, Grey's Anatomy
© 2016 ABC Studios; ABC/Danny Feld

Die Handlung um April und Jackson wurde dominiert von Emotionen; von Freude, Trauer und jede Menge Empathie, und konnte dadurch durchweg überzeugen. Zudem wurde Amelias Vergangenheit mit dieser Tragödie verbunden und auch sonst alle weiteren Fäden zusammenlaufen gelassen. Für die volle Punktzahl reichte es bei #11.11 Höllenqualen aber nicht.

Samuel Harper Avery

Wider Erwartens hat das ungeborene Kind von April und Jackson die schwere Form der Krankheit und damit nur eine Lebensdauer von wenigen Minuten, was der erste emotionale Höhepunkt dieser Episode ist. Bereits seit dem Bekanntwerden, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt, war es sowohl für die werdenden Eltern als auch die Zuschauer eine Zerreißprobe, die manchmal Tränen in den Augen verursachte. Doch mit dieser Folge schaltet man noch einen Gang höher und sorgte für ein hohes Maß an Mitgefühl für die sonst so unbeliebte April. Bereits in der letzten Episode habe ich die großartige schauspielerische Leistung von Sarah Drew gelobt, die mir auch diesmal wieder sehr gut gefiel.

Vor allem zeigte sich dies in ihrer Verzweiflung und der Annahme, von Gott verlassen worden zu sein, von dem Gott, dem sie ihr Leben verschrieben hat. Jedoch stellt sie diese Entscheidung jetzt in Frage und es ist anzunehmen, dass sie dieses Gefühl auch schon bei dem Streitgespräch zwischen ihrer Mutter und Jackson hegte. Umso schöner war es mit anzusehen, dass es Catherine Avery war, die ihre Schwiegertochter dazu anhielt, die kurze Zeit mit ihrem Sohn zu genießen und sich während der kurzen Lebensdauer sein Gesicht einzuprägen. Dass Catherine viel Einfühlungsvermögen für April hat, erlebten die Zuschauer bereits im Staffel-10-Finale. Mir gefiel dieses Szenario sehr gut, da es einmal mehr zeigt, dass Catherine immer nur das Beste für ihren Sohn will und ihn von ganzem Herzen liebt.

Ähnlich geht es auch April, die die Zukunft ihres Sohnes bereits plante. Gerade ihre Entschlossenheit versetzt einem immer wieder ein Stich ins Herz, weil man weiß, dass der Junge niemals eine Zukunft haben wird. Trotzdem kommt man nicht drum her, sich ein Lächeln über Aprils Erklärung, weswegen sie ihren Sohn nicht Norbert nennen möchte, abzuringen. Dadurch ist zu erkennen, dass April wieder ihren Weg zu Gott zurückgefunden hat. Dieser Umstand ist wohl auch ihrem Gespräch mit Wendy zuzuschreiben, die nur einen Tag zuvor ihren Verlobten verloren hat und ebenfalls einen schweren Verlust hinnehmen musste. Ich denke, für April war dieses Gespräch ebenso wichtig, um zu ihrer alten Stärke zurückzufinden und damit den nächsten schicksalhaften Schritt überstehen zu können und nicht noch mehr daran zu zerbrechen. Ebenso wichtig war für beide die Namensgebung und die Taufe, welche sie immer daran erinnern wird, das Beste für Samuel Harper Avery getan zu haben. Ich bin mal gespannt, wie sie mit diesem Verlust zurechtkommen. Vorstellbar wäre es auch, dass Amelia nun für April eine enge Bezugsperson wird, die nicht mal vor allzu langer Zeit das Gleiche durchleben musste.

Füreinander da sein

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass das Schicksal von April und Jackson auch Familie, Freunde und Kollegen sehr nahe geht. An erster Stelle steht hier natürlich Catherine. Denn obgleich sie ihre Traurigkeit in nicht viele Worte fast, so erkennt man es doch in ihrem Verhalten, Mimik und Gestik, wie nahe ihr der Tod ihres Enkelsohnes geht.

Dass Catherine und Webber sich zusammenschließen und sie sich wieder versöhnen, war absehbar, und obwohl sie zunächst ein recht zickiges Verhalten an den Tag gelegt hat, konnte man dieses durchaus nachvollziehen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die Versöhnung von Dauer sein wird. Mir gefällt das Paar seit geraumer Zeit und man merkt durchaus, wie viel sie sich noch immer bedeuten.

Wie schon angesprochen, teilt Amelia ein ähnliches Schicksal wie April, das die Autoren sehr schön miteinander verbunden haben. Schon an ihrer Reaktion gegenüber Owen, als den Vorgang für Hermans Operation besprechen wollte, hat man gemerkt, wie nahe ihr das geht und sie nicht gewillt gewesen ist, darüber zu sprechen. Dennoch fand ich gut, dass Amelia am Ende dazu bereit war, sich jemandem mitzuteilen. Ob Owen wirklich der Richtige dafür ist, wage ich zwar zu bezweifeln, aber vielleicht überraschen uns die Autoren mit etwas, was nicht in Richtung Beziehung der beiden steuert. Immerhin scheint er einfach noch nicht bereit dafür zu sein. Trotz dessen war es ein schöner Moment zwischen den beiden, der deutlich gemacht hat, wie schwer ihre Vergangenheit gewesen ist und sie den Kampf zurück ins Leben gemeistert haben.

Auch Stephanie geht der Tod des kleinen Jungen sehr nahe, was aber daran liegt, dass sie diese Krankheit entdeckte und vor allem auch, weil sie April und Jackson nur Schlechtes gewünscht und nun Schuldgefühle hat. Dennoch kann sie nichts dafür und daher war es auch richtig von Jo, ihr das klar zu machen, da es sonst ihre Arbeit noch weiter beeinflussen würde. Um dies zu verhindern, untersagte Herman Arizona bei dem Gespräch und allem weiteren dabei zu sein. Obwohl die Ärztin sonst so hart wirkt, spürte man auch bei ihr, wie sehr sie dieser Fall berührt und macht sie nochmal um einiges menschlicher. Ich bin gespannt, ob sie noch weiter darin involviert sein wird, oder ob man sich nun wieder mehr ihrer Krankheit widmen wird.

Die Fähigkeiten verbessern

Damit die Operation von Herman gelingen kann, ist Amelia dabei, ihre Fähigkeiten zu verbessern und erteilt Stephanie eine Lektion, die hoffentlich dabei hilft, deren Einstellung zu ändern. Zumal die Einstellung ein wichtiger Aspekt ist, sowohl beim Patienten als auch bei dem Arzt beziehungsweise der Ärztin. Es wäre sehr schade, wenn Stephanie keine Karriere in der Neurochirurgie machen würde, da sie sehr gut reinpassen und sicher auch jede Menge von Amelia lernen könnte. Daher bin ich sehr gespannt, ob ihre Ansage demnächst Früchte tragen und die Anfängerin wirklich mit Überzeugung arbeiten wird.

Auf nach Washington?

Nachdem mir Merediths Ideenreichtum in der letzten Folge gut gefallen hat, stört mich ihr Verhalten diesmal erheblich. Es missfällt mir, dass sie anscheinend überhaupt keine Anteilnahme zeigt. Natürlich ist es nicht zwingend erforderlich, trauernd durch die Gegend zu laufen, doch bekam man wieder einmal den Eindruck, als würde sich alles nur um Meredith drehen. Aber nicht nur das empfand ich als störend, sondern, auch dass sie jeden darum gebeten hat, ihre Kinder zu betreuen, während sie zu Derek nach Washington fliegen wollte, um Sex mit ihm zu haben. Für mich passte dieser Handlungsbogen so gar nicht in das ganze restliche Geschehen und lockerte es leider auch nicht auf.

Das Einzige, was man erfahren hat, war, dass Maggie gut mit Kindern umgehen kann und sich dazu bereit erklärt, die Kinder ihrer Halbschwester zu hüten. Dabei frage ich mich, ob sie diese schon einmal gesehen und Kontakt zu ihnen hat. Ähnlich wie in der letzten Folge fehlt mir auch hier die Zwischenszene, die das gute Verhältnis der beiden erklären würde. Ich hoffe mal nicht, dass dieses schwammige Schema beibehalten wird.

Fazit

Betrachtet man nur die Storyline rund um das Baby der Averys, würde ich dieser Folge alle verfügbaren Punkte geben. Jedoch gab es ein bis zwei Handlungsstränge, die die Dramatik für mich schmälerten, so dass ich Abstriche in der Bewertung mache.

Daniela S. - myFanbase

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