Bewertung: 8

Review: #10.09 Entschuldigungen

Das war doch mal eine Überraschung. Nachdem die letzten Wochen eher den Eindruck erweckten, dass man sich wohl ein wenig gedulden muss, bis Arizona und Callie wieder aufeinander zugehen, kommt nun diese Folge daher, die alles ändert. Innerhalb dieser knapp 42 Minuten werden ganze Monate in Callies Leben aufgearbeitet, was zu neuen Ansichten führt.

"We've all done things we aren't proud of. I understand that. I know nobody is perfect. But how do you live with it? How do you wake up every morning and face the world knowing you could have done better?"

Ähnlich wie schon in 7.18 Der Song hinter dem Song liegt der Fokus größtenteils auf Callie und eins muss vorweg gesagt werden: Sara Ramirez kann problemlos eine ganze Folge stemmen und liefert eine berührende Performance ab.

Als Zuschauer wurde man regelrecht mit der Neuigkeit überrumpelt, dass Callie und Arizona ein zweites Kind haben wollten. Mit keinem einzigen Wort wurde darauf vorher hingewiesen, was bedeutet, dass die Autoren diesen Aspekt noch nicht geplant hatten, als sich Callie und Arizona am Ende der neunten Staffel so heftig gestritten haben. Dementsprechend ist es schwer herauszufinden, aus welchem Grund diese Storyline nun überhaupt thematisiert wurde. Sie wäre nicht unbedingt nötig gewesen, um eine Annäherung zwischen Callie und Arizona einzuleiten, und kann für Arizona kein weiterer Grund für ihren Seitensprung gewesen sein, schließlich hat sie Callie danach nur Vorwürfe wegen der Beinamputation gemacht.

Darüber hinaus sind die Rückblenden aber sehr gut gelungen, vor allem was den Fall rund um Travis angeht. Natürlich könnte man hier einwenden, dass dieser Patientenfall wieder sehr stark mit dem Privatleben der behandelnden Ärzte kollidiert und eine starke Parallelität zu Callie und Arizona aufweist, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Man wurde emotional mitgerissen und durch die aufgebaute Spannung wollte man unbedingt erfahren, wieso dieser Eingriff so mächtig schief gelaufen ist. Callie kann man dabei keine Vorwürfe machen und der Zuschauer weiß ja, dass sie keine rücksichtslose Ärztin ist, an der so ein Ereignis einfach abprallt. Das ist sicherlich die Schattenseite des Daseins als Arzt: die Verantwortung. Miranda musste in der letzten Staffel mit so einer Sache kämpfen und die Konsequenzen daraus sind in ihren stärker werdenden Zwangsstörungen sichtbar.

Die anderen Hauptcharaktere wurden in dieser Folge hier und da eingebaut, was für das Konzept der Folge völlig ausreichte. Dabei war es ein sehr schöner Anblick, dass alle für Callie da waren und sie unterstützt haben. Angefangen mit Owen, der Callie durch eine Masse von Journalisten hilft, und fortgesetzt mit Meredith, die Callie verdeutlicht, dass diese nichts falsch gemacht hat. An den Schuldgefühlen ändert das rein gar nichts, aber ein Schuldspruch wäre definitiv nicht fair gewesen.

"Is beeing sorry enough?"

In diesem ganzen Geflecht aus Rückblenden und Gegenwartsszenen schafften es die Autoren sogar noch Callies Vater Carlos einzubauen, der seinen eigenen Seitensprung zu gestehen hatte. Wenn der Vater einem so etwas beichtet, ist das bestimmt eine herbe Enttäuschung, die auf Callies Gesicht klar abzulesen war. Aber gerade da Callies Eltern trotzdem noch zusammen sind, übte Carlos' Geständnis einen großen Einfluss auf seine Tochter aus.

Callie gibt sich am Ende also einen Ruck und möchte, dass ihre Frau wieder nach Hause kommt. Callies Entwicklung kommt hier zum Tragen, die sich über Monate gestreckt hat, dem Zuschauer aber eben in dieser einen Folge so kompakt gezeigt wurde. Arizona gibt das sichtlich zu denken und verändert ihre aufkeimende Beziehung mit Leah.

Fazit

Nicht alle Aspekte lassen sich als gelungen bezeichnen, doch über die hinzugedichtete Storyline mit der Fehlgeburt kann man in Anbetracht der Gesamtqualität der Episode hinwegsehen. Zumindest hat sie uns ein paar glückliche Momente von Callie und Arizona vor Augen geführt. Der Weg zur Wiedervereinigung dieses Paares wurde von Callies Seite aus geebnet und jetzt wäre es an der Zeit, Arizonas Innenleben zu thematisieren. Dafür war in der Form kein Platz in dieser Folge, doch es ist sehr wichtig, dass ihr Trauma nicht in Vergessenheit gerät. Schließlich war das überhaupt der Auslöser für diese Ehekrise.

Lukas Ostrowski - myFanbase

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