Bewertung: 7

Review: #5.05 Der Domino-Effekt

Jahrelang war Derek Shepherd für viele weibliche Fernsehzuschauerinnen die Verkörperung des idealen Traummannes. Gut aussehend, charmant, keine Angst, seine Gefühle in Worte zu packen und beruflich überaus erfolgreich – eben ein echter McDreamy. So verwunderte es auch nicht, dass er die Frauen reihenweise anzog und vor allem Meredith war zu beneiden. In dieser Folge bekam dieses Bild des perfekten Mannes nun einen Riss, denn wenn es um seine Karriere geht, kennt er keine Gnade.

Natürlich überrascht es nicht, dass der Chef die Lorbeeren einsackt, während die Assistenten die eigentliche Arbeit machen. Vermutlich hat ein jeder in seinem Arbeitsleben schon einmal Ähnliches erleben dürfen. Wie Derek allerdings damit umgegangen ist, Meredith als "Baby" tituliert und sie damit zur unmündigen Hilfskraft degradiert hat, war nicht in Ordnung, und an Merediths Stelle hätte ich mich nicht mit einer eingelegten Niere ruhig stellen lassen. Dass Meredith dann eine der Nieren hat herunterfallen lassen, fand ich albern. Ja, sie ist erst im 2. Jahr, aber Dereks Aussagen dann mit einem solch schwerwiegenden Fehler auch noch zu stützen, war überflüssig. Wieder einmal haben wir gesehen, was es für Probleme geben kann, wenn man Privatleben und Beruf miteinander vermischt. Derek ist ein anerkannter Gehirnchirurg, und das ist er sicher nicht dadurch geworden, dass er seinen Erfolg mit irgendjemandem geteilt hat.

Die Geschichte um die Domino-Operationen war sehr spannend und wieder einmal etwas, was man so im Fernsehen noch nicht gesehen hat. Man kann sich nur ansatzweise vorstellen, was für Bailey für ein Aufwand dahinter steckte, bis endlich 12 geeignete Personen gefunden wurden. Umso mehr freut es mich, auch für Richard, dass letztlich alles gut gegangen ist, und dass das Seattle Grace nun mal wieder positive Schlagzeilen gemacht hat.

Noch immer kann ich mich mit Callie und Erica Hahn nicht anfreunden. Die Geschichte um die Sexprobleme erinnerte ein wenig an die Anfangszeiten von George und Izzie, und auch die beiden haben kein gutes Ende genommen... Callie und Erica wird es sicher genauso gehen, denn ich vermute, dass Callie und Mark langfristig ein Liebespaar werden, auch wenn ich mir noch nicht genau vorstellen kann, wie diese Wandlung kommen wird.

George soll nun eigene Assistenten bekommen und die anderen müssen jeweils einen abgeben. Natürlich hat diese Geschichte für einige lustige Szenen gesorgt, vor allem als Cristina in der Mittagspause alle Assistenten aufgereiht und lautstark die einzelnen negativen und positiven Eigenschaften der armen, eingeschüchterten Kerle diskutiert hat. Einerseits ist es krass, dass sie sich von Cristina so behandeln lassen und nicht ein Widerwort wagen, andererseits bringen sie für George jedoch nicht ein Fünkchen Respekt auf. Sicher, er war bis vor kurzem einer von ihnen, aber ein wenig skurril ist die Sache schon, immerhin sind es nicht nur erwachsene Menschen, sondern auch die besten ihrer Zunft, ansonsten hätten sie es nicht in das Programm geschafft. Und dass sich derartig hoch qualifizierte Ärzte von Cristina so behandeln lassen, ist trotz allem Witz, den das für die Serie bringt, einfach Schwachsinn.

Lexie(pedia) hat endlich den Mund aufgekriegt und George die Meinung gesagt. Okay, sie ist verliebt in ihn, aber warum sie jetzt unbedingt in seinem Team arbeiten wollte, kann ich nicht wirklich nachvollziehen, immerhin leben die beiden zusammen und sehen sich so auch in ihrer Freizeit. George Reaktion auf Lexies Offenbarung steht ja noch aus, und ich wette, dass er absolut ahnungslos war, dass Lexie mehr für ihn empfindet.

Die Spannung zwischen Izzie und Alex hingegen war in den letzten Folgen ja beinahe nicht mehr auszuhalten, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis die beiden sich wieder näher kommen. Endlich ist zumindest dieser Schritt geschafft, und man wünscht es beiden, nach allem, was sie durchgemacht haben, dass sie eine gemeinsame Zukunft haben.

Insgesamt eine mittelmäßige Folge, die jedoch durch die Massen-Nierentransplantationen recht spannend war. Derek Shepard hat gezeigt, dass er auch andere Seiten als die des perfekten Mannes hat und Meredith hat einen Fehler begangen, durch den ihr klar wurde, dass sie noch ganz am Anfang ihrer Karriere steht.

Sandra G. - myFanbase

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