Bewertung: 8

Review: #3.17 Tot

Einmal bitte die Augen schließen und tief durchatmen: Meredith lebt! Okay, wenn man ehrlich ist, kann dies nicht wirklich überraschen, denn schließlich ist Meredith die Titelheldin und mit ihrem Tod hätte man womöglich die ganze Serie zu Grabe tragen müssen, aber ein kleiner Zweifel war tief im Inneren doch vorhanden.

Was können wir aus dieser Folge mitnehmen? Meredith macht einen Abstecher ins Jenseits, oder ins Nachleben, man kann es aber auch Limbus nennen, oder Astralebene, Totenreich, Elysium, vielleicht ist es doch eher eine Traumwelt, Merediths Unterbewusstsein, eine Illusion, Sauerstoffmangel ... es gibt viele Begriffe und Definitionen, ohne das etwas davon richtig oder falsch ist. Damit wären wir auch schon beim Hauptkriterium dieser Episode. Wir sehen Szenen, die wir in dieser Serie sonst nicht sehen. Alles geht etwas abgedrehter, merkwürdiger und fremdartiger zu. Ich kann durchaus verstehen, dass dies manchen zu abstrus ist, aber mir hat es durchaus gefallen. Es sind vor allem Denny und Dylan, die diese Jenseitsszenen sehenswert machen. Obwohl der Tod im Prinzip natürlich ein ernstes Thema ist, schaffen es die Beiden mit ihren gegenseitigen Neckereien, die Stimmung aufzulockern und für gute Unterhaltung zu sorgen.

Vor allem Denny wird zu Merediths wichtigstem Begleiter, sozusagen ihr offizieller Sachbearbeiter in Jenseitsfragen. Man mag sich fragen, warum gerade Denny, mit dem Meredith zu seinen Lebzeiten gar nicht viel zu tun hatte, aber auch wenn Meredith und Denny nicht sehr bekannt miteinander waren, hat sie doch emotional an seinem Tod Anteil genommen und Izzies Trauer miterlebt. Er eignet sich damit recht gut als Personifikation des Todes.

Die stärksten Momente haben aber letztlich Derek und Cristina, die beide auf ihre Weise leiden und am Ende zeigen, wie viel ihnen Meredith bedeutet. Cristinas Einkaufswut mit anschließender Vorzeigeveranstaltung in Joe's Bar hat diese besondere, tragisch-komische Atmosphäre. Man muss unweigerlich grinsen, hat dabei aber einen dicken Kloß im Hals. Zur gleichen Zeit wirken Dereks Gefühle sehr echt und ehrlich, man kann einfach mitleiden.

Insgesamt besitzt diese Episode schon einen gewissen Kitschfaktor, dies gilt besonders für die Szene zwischen Meredith und ihrer Mutter im Jenseits. Ich bin nicht der Meinung, dass es unbedingt nötig war, so kurz nach Georges Vater auch noch Merediths Mutter sterben zu lassen, aber vermutlich muss man die Geschichte der Ellis Grey einfach als zu Ende erzählt betrachten.

Nun darf man gespannt sein, wie Meredith mit ihrer Nahtod-Erfahrung umgeht. Wird sie aus Freude über ihr "zweites Leben" zur fallschirmspringenden, mit Giftschlangen schmusenden Partyqueen, oder eher zur Sicherheitsfanatikerin, um eine solche Erfahrung so bald nicht wiederholen zu müssen? Wird sich ihre Beziehung zu Derek verändern?

Maret Hosemann – myFanbase

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