Bewertung

Review: #2.06 Zugunglück

Foto: Katherine Heigl, T.R. Knight & Sandra Oh, Grey's Anatomy - Copyright: 2005 ABC, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Michael Desmond
Katherine Heigl, T.R. Knight & Sandra Oh, Grey's Anatomy
© 2005 ABC, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Michael Desmond

In dieser Episode entscheidet sich Derek (vorerst) für seine Ehefrau Addison und gegen seine Geliebte Meredith. Natürlich handelt es sich dabei um eine klassische Fehlentscheidung. Es ist gar nicht nötig, die Ehe von Derek und Addison durch die Meredith-Brille zu sehen, denn man erkennt auch so, dass die beiden Dr. Sheperds nur noch der Trauschein verbindet. Derek kehrt einzig und allein aus Pflichtgefühl zu Addison zurück, nicht aus Liebe. Er betrachtet es als seine Pflicht, zu der Frau, der er einmal das Ja-Wort gegeben hat, zurückzukehren, obwohl er ihr längst nicht mehr vertraut und eine andere Frau liebt. Natürlich sollte das Ehegelöbnis etwas zählen, doch ohne Liebe und Vertrauen kann eine Ehe einfach nicht funktionieren. So machen sich Derek und Addison nur gegenseitig unglücklich und treten nebenbei auch noch Merediths Gefühle mit Füssen.

Die Drehbuchautoren (bekanntlich eine sadistische Berufsgruppe) haben sich zweifellos für diese Wendung entschieden, um Meredith, Derek und Addison noch länger in einem emotionalen Wirrwarr gefangen zu halten, doch letztlich weiß man als Zuschauer von Beginn an, dass Derek irgendwann ein Lichtlein aufgehen wird und er seine Entscheidung revidiert. Als spannend kann man das nicht direkt bezeichnen.

Glücklicherweise heißt die Serie jedoch nicht "McDreamy mit zwei Damen", sondern "Grey’s Anatomy" und somit gibt es neben dem Liebesdreieck auch noch andere Storys in dieser Episode. So stellt ein schweres Zugunglück mit vielen Toten und Verletzten die Ärzte vor große Herausforderungen. Besonders der Fall zweier Zugpassagiere, die von einer Eisenstange durchbohrt wurden, ist sehr dramatisch und tragisch. Dass nur einer der beiden Patienten gerettet werden kann, geht nicht nur den Ärzten in der Serie, sondern auch dem Zuschauer sehr nahe. Man leidet einfach mit und die Szene am Ende, in der Bailey für ein paar Minuten den Fahrstuhl anhält, damit Derek kurz weinen kann, ist sehr stark.

Für etwas makaberen Humor sorgt die Story um Cristina, die nach dem abgetrennten Bein eines Patienten sucht. Zwar gelingt es ihr, das Bein rechtzeitig ins Krankenhaus bringen zu lassen, doch es ist Alex, der dafür die Lorbeeren einheimst. Dass die jungen Ärzte trotz gemeinsamen Leids und Freuds letztlich auch immer Konkurrenten sind, wissen wir ja. Insgesamt macht Cristina in dieser Episode keine besonders gute Figur, denn zwischenzeitlich schleppt sie ein Bein, das offensichtlich und schon von weitem erkennbar ein Frauenbein ist, zu dem männlichen Patienten in den OP. Ein solcher Lapsus passt eigentlich nicht zu dem ehrgeizigen Operationsjunkie Cristina.

Maret Hosemann - myFanbase

Die Serie "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" ansehen:


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