Bewertung

Review: #2.06 Der Traum von Yale

Nach der einwöchigen Pause, ist #2.06 New Haven Can Wait eine doch sehr zufrieden stellende Episode. Die Serie brauchte in den ersten vier Folgen wohl etwas Zeit, um wieder ein geeignetes Tempo zu finden, aber spätestens jetzt hat sie sich wieder gefangen und hat ähnliches - wenn auch mittelmäßiges - Niveau wie in Staffel eins zu bieten.

I need your help... Fire her!

Klar, wenn’s weiter nichts ist.

Huch, da blieben mir schon die Worte weg (ja, auch das gibt es...), obwohl ich zwar geahnt hatte, dass Jenny noch etwas Ähnliches blühen würde, nachdem sie sich in der letzten Episode mal wieder so untugendhaft ihrem Vater gegenüber verhalten hat. Als Rufus und Jenny gleich zu Beginn der Folge wieder lieb und nett miteinander sprachen, verwunderte mich das etwas, aber dass Rufus Jennys respektloses Verhalten nicht auf sich sitzen lassen würde, hat man ja dann bei Eleanor gut gesehen. Rufus' Zwiespalt, da er sich entweder für die Gunst seiner Tochter oder gegen Jenny entscheiden musste, war zwar wenig spannend, aber für sich eine sehr unterhaltsame Storyline. Das beste daran war aber zweifellos, finde ich, Eleanors und Rufus' Gespräch, indem Blairs Mutter Rufus doch wieder auf den Boden holte und ihm mehr oder weniger erklärte, dass Jenny diese einzigartige Chance nur einmal in ihrem Leben habe und ihr Talent auch vollkommen ausnützen sollte. Zwar erwarte ich mir dadurch nicht weniger Schwierigkeiten zwischen Rufus und Jenny, als sie uns in der letzten Staffel und in #2.05 The Serena Also Rises geboten wurden, aber das 15jährige Mädchen ist vorerst mit Storylines versorgt. Genug Platz also, um andere, bedeutungsvollere, geplante Geschichten endlich mal in Angriff zu nehmen.

Rufus und Vanessa stehen gerade übrigens recht alleine da, weil sie zurzeit einfach keine mehrere Episoden tragenden Storyplots haben. Ah, die hatten sie noch nie so wirklich, also wäre es doch an der Zeit, auch auf die Neben-Hauptdarsteller sozusagen näher einzugehen. Ich hoffe mal, dass die beiden nicht die Storylines bekommen, von denen ich schon in den Spoilern gelesen habe, die müssen immerhin zwangsläufig auch nicht hundertprozentig richtig sein. Lily ist ja auch noch da, die dringend aufgefangen werden sollte... von Rufus, oder sonst wem.

Of all the things – Nate, my mom, the girls at school – you wouldn't take this from me. Because if you do, I swear, I'll take you down.

Öhm ja, das hat Blair dann auch gemacht, nur mit dem feinen Unterschied, dass sich beide einen richtig schlimmen Girls-Fight wie er im Buche steht, geliefert und sich dann wieder vertragen haben. Ich stehe der Versöhnung immer noch sehr skeptisch gegenüber, da ich gehofft hatte, dass Serena noch ein wenig länger vor Blair herumgeizen würde, aber es bleibt zu verschmerzen. Serena gefällt mir nun nur immer weniger, was vor allem durch ihre neue Art und Weise verstärkt wird.

Bei Blair könnte es an Leighton Meester liegen, die die Figur der sonst recht hinterlistigen, aber sonst sehr einsamen und auch vielseitigen Waldorf-Dame gut rüberbringt, nur Serena und Blake Lively, ihrer Darstellerin, kann ich mittlerweile so gar nichts mehr abgewinnen. Serena ist schon recht vorlaut und nimmt sich einfach zu viel heraus. Warum plötzlich alle Reporter und Direktoren vieler Eliteuniversitäten wie die Fliegen auf sie zuschwirren? Tja, einmal kurz mit einem Sternchen aus Hollywood fotografiert, ein nettes Foto mit der Mutter und schon ist man beliebter denn je. Schön fies, dass Serena auch noch die Frechheit besaß, Blair direkt ins Gesicht zu sagen, dass sie sich in Yale so unglaublich wohl fühlen würde und nichts lieber täte, als gleich hier zu bleiben. Genug Sorgen hatte Blair ja ohnehin schon, wie in dem mehr als genialen Traum zu sehen war.

Immerhin wusste sie genauestens, dass es schon seit Blairs Kindheit ihr größter Wunsch war, nach Yale zu kommen, um dort zu studieren. Ihr das zu nehmen, ist unter aller Würde und unverzeihbar. Ich hoffe, dass somit einigermaßen verständlich ist, weshalb ich der Wiedervereinigung der beiden Charaktere noch etwas skeptisch gegenüber stehe. Das mindeste, was Serena nun tun kann, ist, Blair das irgendwann nicht vorzuhalten oder auch umgekehrt. Vielleicht bescheren uns die beiden gelegentlich noch ein paar dieser "Beste Freundinnen"-Momente, wie sie unter anderem in den Folgen um Weihachten und Thanksgiving verstärkt hervorstachen und zu überzeugen wussten. Denn das machen ECHTE Freunde wirklich nicht!

Neue Freunde - beste Freunde?

Kommen wir zur letzten großen und gleichzeitig meiner Meinung nach besten Storyline der aktuellen Folge. Drei Männer der Serie, Nate, Chuck und Dan, haben darin eine größere Rolle gespielt und es war herrlich.

Ich war anfangs mehr als enttäuscht, um das kurz noch anzuspielen, dass Nate so gar kein Wort mehr über Catherine und den geplatzten Deal von ihr und Blair verloren hat, besonders, da diese Frage nach #2.04 The Ex-Files offen blieb und mich die Antwort schon brennend interessieren würde. Kamen sie nun zu einer Einigung? Hat Nate mit dem Mann von Catherine, wie ich mir fast denken könnte, Probleme bekommen? Zu viele Fragen, aber darauf werden wir wohl kaum eine Antwort bekommen. Genauso wie in "O.C., California" legt man hier öfters wert auf Quantität, anstatt auf Qualität. Und unter Qualität würde ich verstehen, einen großen Plot bis zum Ende zu drehen, anstatt irgendwie und irgendwo in der Mitte abrupt abzubrechen.

Nichtsdestotrotz hatte ich nach der letzten Folge zwei Wochen Zeit, mir auszuspinnen, wie Chucks Rache, der Dans "Tat" sicherlich nicht ungesühnt lassen würde, aussehen sollte. Gerade gelegen kommt dem Intrigenspinner da natürlich die Schülerorganisation der Yale-Universität, der er Dan in die Arme spielt. Dass Chuck bei Nate dadurch tief in seiner Gunst fällt, kam etwas überraschend, ist aber genauer betrachtet wenig verwunderlich, besonders nachdem Nate Dan in Schwierigkeiten gebracht hat, als er dessen Namen als seinen genannt hat.

Während also eine Freundschaft wieder einmal (wer sich noch an Staffel eins erinnert, dem muss ich ja nichts mehr erzählen) den Bach runtergeht, könnte zwischen Nate und Dan eine neue entstehen.

Ich glaube dabei, ebenso wie bei der Konstellation Chuck und Dan, dass diese durchaus Potential hat, wenn man nur die richtigen Leute hat, die wissen, wie sie es gut machen können. Ich setzte nun einfach einmal eine große Portion Vertrauen in die Drehbuchautoren... Mal schauen, ob’s was hilft.

Fazit

Neue und zugleich alte Freundschaften wurden geschlossen. Das heißt auch Platz für neue Plots im Kreise der Upper East Sider. Ich weiß wirklich nicht, was mich erwarten wird, aber die Vorfreude auf die kommende Episode ist ungemein hoch. Maybe I dream a little dream of it...

Niko Nikolussi - myFanbase

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