Bewertung: 7

Review: #4.11 Stille Tage in Minnesota

Foto: Julianna Margulies & Michael J. Fox, Good Wife - Copyright: Paramount Pictures
Julianna Margulies & Michael J. Fox, Good Wife
© Paramount Pictures

Mit der zehnten Episode dieser Staffel verabschiedete sich "Good Wife" in eine längere Pause und nun soll die #4.11 Stille Tage in Minnesota wohl einen etwas ruhigeren Einstieg in die neue Staffelhälfte verschaffen. Dazu wird Alicia allein in die Einöde von Minnesota geschickt, da sie sich dort aber mit dem Lieblingsantagonisten von Lockhart/Gardner, nämlich Louis Canning trifft, wird es zum Glück nicht allzu ruhig. Überhaupt schafft diese Episode einen sehr guten Gegensatz zum gewohnt geschäftigen Treiben der Kanzlei in Chicago, zumal durch den drohenden Bankrott auch immer noch genug Aufregung herrscht.

Überhaupt nimmt die finanzielle Lage der Kanzlei immer mehr Raum ein, der Krieg zwischen Will und Diane auf der einen Seite und Clarke Hayden auf der anderen weitet sich immer weiter aus und in gute alter "Good Wife"-Manier sind dabei die Rollen Gut und Böse nicht so einfach verteilt, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Clarke Hayden ist eine der gelungensten Ergänzungen dieser Staffel, da Nathan Lane absolut zurückhaltend und subtil gegen sein bekanntes Image anspielt und besonders in Kombination mit Cary hier wirklich Sympathiepunkte sammeln konnte, er steht aber nun einmal auf der falschen Seite, zumindest aus unserem Blickwinkel. Dass Will und Diane dabei aber auch immer wieder recht uneinsichtig und in Bezug auf ihre Kanzlei auch schlicht egoistisch wirken, lassen den Zuschauer doch immer wieder daran zweifeln, ob Hayden mit seinen Analysen und daraus resultierenden Handlungsvorschlägen nicht doch auch irgendwie recht hat. Der ganz große Showdown wird aber noch einmal eine Weile vertagt, wird aber sicher bald stattfinden, zumal nach dem Schluss dieser Episode nun auch noch Louis Canning als Gläubiger bei Lockhart/Gardner eingestiegen ist.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich den Mechanismen der drohenden oder auch bereits stattgefundenen Firmenpleite schon lange nicht mehr absolut folgen kann, zumal mich schon eine ganze Weile der Verdacht beschleicht, dass diese auch mit noch soviel Aufmerksamkeit auf die Details nicht wirklich Sinn ergibt. Was zählt ist die je nach Bedarf aufgebaute Bedrohungslage, wobei man als Zuschauer aber ja doch irgendwie weiß, dass die ganz große Firmenpleite nicht passieren wird, was die Spannung dann in Grenzen hält. Zumal man in Staffel 2 eine ähnliche Storyline, mit einem ebenfalls von außen einplatzierten dritten Partner schon einmal durchexorzierte. In meinen Augen könnte man die Sache also gerne demnächst abschließen und für Clarke Hayden dann aber bitte einen neuen Platz im Gefüge der Serie finden.

In engem Zusammenhang mit den finanziellen Schwierigkeiten von Lockhart/Gardner steht der aktuelle Gerichtsfall, für den Alicia gemeinsam mit Louis Canning in ein abgelegenes Hotel in Minnesota reist, um den CEO einer Bank zu einer Aussage zu bewegen. Der Fall als solcher hat die üblichen Wendungen und Überraschungsmomente, ohne dabei wirklich aus der Masse herauszustechen. Aber generell genügt es, Julianna Margulies und Michael J. Fox zum verbalen Schlagabtausch zu bitten, eine Aufgabe, der die beiden auch hier wieder zur vollen Zufriedenheit nachkommen. Immer wieder amüsant ist dabei, wie sich beide gegenseitig ausmanövrieren und den Gegner mit dessen eigenen Waffen schlagen. Die Begegnung Alicias mit Cannings Ehefrau, sowie die stillen Stunden mit Kalinda bilden dazu einen angenehmen Rahmen für diese Episode, die dadurch wieder einmal großartige Unterhaltung abliefert.

Auch Elis Teil der Handlung trägt zu diesem Unterhaltungswert bei, zumal die Kombination aus Eli und Diane auch eine ganz besondere ist, die immer wieder Spaß macht. Dass natürlich ausgerechnet Wendy Scott-Carr gegen ihn ermittelt ist schon ein starkes Stück, wo die Sache letztendlich aber hinführen mag, bleibt weiter unklar. Hier bekommt Eli erst einmal Probleme in den eigenen Reihen und mit Jordan Karaheilos einen Jungspund vor die Nase gesetzt, der ihm so gar nicht in den Kram zu passen scheint. Der Zuschauer freut sich aber um die Ergänzung von T.R. Knight in die immer größer werdende Darstellerfamilie von "Good Wife" und da das von Eli angebrachte Motto gilt: "No one disappears, they all come back like zombies." werden wir an ihm wohl noch eine Weile Freude haben.

Cindy Scholz - myFanbase

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