Bewertung: 8

Review: #3.13 Bitcoin für Dummies

Foto: Julianna Margulies & Jason Biggs, Good Wife - Copyright: Paramount Pictures
Julianna Margulies & Jason Biggs, Good Wife
© Paramount Pictures

Und weiter geht es mit der Hochphase der dritten Staffel, die "Good Wife" hier nach einem etwas verhalteneren Start vorlegt. Auch #3.13 Bitcoin For Dummies war wieder großartige Unterhaltung, vor allem getragen von einem bis ins Detail exerzierten Fall der Woche. Dabei ging es dieses Mal wieder einmal in die Welt der neuen Medien, des Internets und den Dingen, die dieses so mit sich bringt. Der Erfinder einer rein digitalen Zahlungsmethode namens Bitcoin (die es übrigens wirklich gibt und welche sich zu einem dieser neuen Medien Phänomene entwickelte) wird vom Finanzamt gesucht, und dessen Anwalt, dargestellt von "American Pie"-Darsteller Jason Biggs, wendet sich an Lockhart/Gardner.

Im Zuge des Falles begibt sich Kalinda auf die Schnitzeljagd nach dem geheimnisvollen Mr. Bitcoin, dessen Identität so verschlüsselt ist, wie in einem guten alten Agatha-Christie-Roman, und auch die Auflösung lässt einem im positivsten Sinne an derartige Krimiklassiker denken. Dieser spezielle Fall sorgt dann auch für ein Wiedersehen mit Alicias ganz besonderem Freund auf Seiten des Finanzamtes, Gordon Higgs, der sie bereits wegen der ominösen Verordnung 13224 in die Mangel genommen hatte. Für den ganz besonderen Humor sorgte hier wieder einmal das Zusammenspiel der Anwälte, Anklagevertreter und des Richters vor Gericht und dieses hat dem Fall eine wirklich amüsante Ebene verliehen. Zusammen mit dem ausgeklügelten Rätselfaktor ist dieser also wieder einmal vollkommen gelungen. Dabei bleiben zwar die persönlichen Bezüge zu Alicia oder einem der anderen Anwälte etwas auf der Strecke, aber wir haben kurz Kalinda im Verdacht, als Hackerin beteiligt zu sein (allerdings ist dieser Verdacht so weit hergeholt, dass er sich nie auf den Zuschauer überträgt), und gegen Alicia braut sich im Hintergrund etwas zusammen, von dem sie noch nichts ahnt.

Die vielleicht oder vielleicht nicht gefälschte Akte im Scheidungsfall Huntley, die bereits letzte Woche für viel Aufregung sorgte, bleibt weiterhin gefährlich. Nun ist sie im Besitz der Staatsanwaltschaft und Dana Lodge benutzt sie Kalinda gegenüber, um sie zur Kooperation in Wills Fall zu bewegen. Dieser nimmt langsam Form an. Wir wissen nun, dass Will seinen alten Wettbuchhalter zu seinen Basketballspielen mitbrachte (wie Elsbeth Tascioni es so schon ausdrückt: "His actor friend".) und dieser ihm einen Betrag von 8000 Dollar erlassen hat. Zudem wurde der Kreis der Richter eingegrenzt u.a. auf Richter Parks und Richter Winter. Aber weiterhin bleibt in dieser Sache völlig unklar, worauf Wendy Scott-Carr und ihre Mannen eigentlich hinaus wollen, und weiterhin ist nicht auszumachen, wo Kalindas Loyalität wirklich liegt. Einerseits bin ich mir ziemlich sicher, dass diese mehr zu Will als Freund tendiert, dem sie ja durchaus mehr verpflichtet ist und zu dem sie ja auch so etwas wie Freundschaft hegt. Im Gegensatz dazu hält sie sich Dana wohl eher warm, um weiterhin Informationen aus der Staatsanwaltschaft zu erhalten. Aber warum glaubt diese überhaupt, mit ihrem Anfüttern von Kalinda etwas anderes zu erreichen, als der Gegenseite die Trümpfe zu zeigen? Oder kalkuliert sie (und natürlich auch Wendy Scott-Carr) dies mit ein und lenkt so Will und Kalinda genau dahin, wo sie sie haben wollen? Oder ist die drohende Gefahr für Alicia, wegen der gefälschten Akte für eine Straftat haftbar gemacht zu werden, das Mittel, um Kalinda gegen ihre Instinkte zur Kooperation zu bewegen? Oder spielen sie und Will ein ganz kompliziertes Spiel, welches diese Manöver der Gegenseite einplant? Momentan ist dies jedenfalls vollkommen rätselhaft und langsam steigert sich diesbezüglich die Spannung. Auch da Will mittlerweile seine coole Hülle abgelegt hat und sichtlich Gefühle zeigt, was auch beim Zuschauer die Bedrohung der ganzen Sache noch einmal steigert.

Im privatem Bereich sieht sich Alicia damit konfrontiert, dass sie teilweise doch näher an ihrer verhassten Schwiegermutter Jackie liegt, als ihr das lieb ist, denn ihre Bedenken Zachs fester Freundin Nisa gegenüber klingen doch genauso wie die von Jackie. Als Alicia das klar wird (mit ein wenig gezielten Worten von Zach), gibt sie ihre harte Haltung ihrem Sohn gegenüber auf und der wird wieder einmal mit einem Bonus belohnt, nachdem Jackie ihre Zähne zeigte. Kann sich noch jemand erinnern, wie Zach zu seinem Auto kam? Langsam ist hier ein Verhaltensmuster erkennbar.

Diese Episode ist vielleicht nicht ganz so spektakulär und absolut überzeugend wie die davor, aber sie hat durchaus wieder einige der typischen "Good Wife"-Stärken zu bieten. Dabei möchte ich vor allem noch einmal hervorheben, wie beeindruckend ich es finde, dass man immer wieder die Kleinigkeiten aus den vorherigen Episoden, wie hier beispielsweise den Finanzbeamten Gordon Biggs und die ominöse Scheidungsakte hervorholt und diese in die Handlung involviert. So baut man ein dichtes erzählerisches Netz auf, das den Spaß an der Sache noch einmal enorm steigert.

Cindy Scholz - myFanbase

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