Review: #11.18 Things We Left Unsaid
Wir bewegen uns immer weiter auf das Staffelfinale zu, bei dem ich mir aber nicht sicher bin, was uns da genau erwartet. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es etwas mit dem Schicksal von Caitlin Lenox, aber auch Hannah Asher und Dean Archer zu haben wird. Vom Schicksal wurden diesmal auch eine ganze Familie getroffen, was uns mal wieder zeigt, wie schnell alles vorbei sein kann und wie wichtig es ist, Dinge auszusprechen, die das Herz betreffen.
Ich bin definitiv der Ansicht, dass man sich um Caitlin Sorgen machen muss, und es ist gut zu erkennen, dass sich das wie ein roter Fader durch die komplette Staffel zieht. Nach ihrer Diagnose war es zu Staffelbeginn Sam Abrams, der ihr dazu geraten hat, zu seiner Tante in Therapie zu gehen. Es war auch klar, dass Caitlin diesen Rat in den Wind schießen wird, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie sich a) gar nicht damit auseinandersetzen will und b) nicht will, dass noch weitere von ihrer Erkrankung wissen. Ich habe die Hoffnung allerdings noch nicht aufgegeben, dass wir CCH Pounder mindestens noch ein weiteres Mal in der Rolle der Therapeutin sehen werden. Caitlins Verhalten nimmt nämlich Ausmaße an, die sicherlich in der kommenden Zeit weder für sie noch dem Krankenhaus tragbar sind. Dabei hatte ich eigentlich gehofft, sie hätte in Mitch Ripley jemanden gefunden, dem sie sich anvertrauen könnte. Mittlerweile sind schon mehreren vom Kollegium aufgefallen, dass Caitlin ein Verhalten an den Tag legt, das ihren sonstigen Charakterzügen nicht mehr entsprechen. Ich konnte definitiv verstehen, dass sie John Frost nicht ins Vertrauen ziehen wollte. Er scheint zwar vertrauenswürdig zu sein, aber ich glaube, bei solch einer Sache, wie es bei Caitlin der Fall ist, bezweifle ich ehrlich gesagt, dass er angemessen damit umgeht. Aber wie gesagt, bei Mitch hatte ich einen anderen Eindruck, besonders weil ihre 'Beziehung' immer enger wird. Beziehung kann man dies ja nicht nennen, da Caitlin nur auf Spaß und Sex aus ist, und weniger auf Gespräche oder Verantwortung. Wobei man ihr dieses Verantwortungsgefühl in ihrem Beruf nicht absprechen kann. Dort nimmt sie es eher zu genau und es war diesmal unschwer zu erkennen, dass ihr kleiner Patient Colin mehr für ihr eigenes Leben stand.
Es heißt zwar immer, dass die Ärzteschaft für ihre Patienten und Patientinnen sprechen müssen, doch bei Caitlin wirkte dies diesmal ziemlich extrem. Es hatte nicht nur den Anschein, als würde sie für sich selbst sprechen, sondern Gavin auch (absichtlich) unter Druck setzen. Man kann eigentlich nur froh sein, dass Caitlin eine so gute Ärztin ist und der schwierige Eingriff bei Colin gelungen ist, ansonsten hätte Gavin seine ganze Familie verloren. Caitlins Auftreten vor Gavin erinnerte mich sehr an die Staffelpremiere, bei der sie den Schwestern, die bei dem Rave verletzt worden sind, auch ziemlich empathielos klar gemacht, dass sie sich gegenseitig alles sagen müssen, bevor es zu spät ist. Zu diesem Zeitpunkt war es Abrams, der ihr verdeutlicht hat, etwas empathischer zu sein. Dieses Mal war es Ripley. Auch wenn er noch immer nicht weiß, was mit ihr los ist, so ist ihm doch bewusst, dass Caitlin etwas belastet, sie sich jedoch noch weigert, darüber zu sprechen. Stattdessen will sie ihr Leben in vollen Zügen genießen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob man hier tatsächlich von Genuss sprechen kann. Mich erinnert Caitlin immer mehr an jemanden, der die Extreme und den Nervenkitzel liebt und (erst einmal) nicht an die Konsequenzen zieht. Diese hat aber offenbar jetzt Mitch gezogen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, wie lange er das durchstehen wird. Fakt ist aber zumindest für mich, dass er sich nicht noch einmal einer solchen Gefahr wie in der Bikerbar aussetzen will. Ich überlege gerade, ob dies dieselbe Bar ist, die Caitlin in der Staffelpremiere besucht hat. Ich glaube aber, man kann davon ausgehen, dass sie bei ihren Kneipentouren viel rumgekommen ist.
Da wird uns auf der Ziellinie der Staffel befinden, wundert es mich nicht, dass Caitlin kurz davor gewesen ist, Mitch in ihr Geheimnis einzuweihen. Demnach ist wahrscheinlich auch davon auszugehen, dass es fast darauf hinaus laufen wird, dass ihre Diagnose publik wird. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass man sich von Caitlin schon wieder verabschieden muss. Dafür steckt die Handlung rund um ihre Diagnose noch in den Kinderschuhen und Sarah Ramos ist eine zu gute Schauspielerin, als dass man sie schon wieder aus dem Cast entlassen würde.
Apropos Geheimnis: John hatte wieder einen emotionalen Fall mit einem Teenager, welcher Fingerspitzengefühl erforderte. Aus diesem Grund bin ich ganz froh, dass sich Daniel Charles schon wieder so arbeitstauglich fühlt, auch wenn ich mir gewünscht hätte, wir hätten mal was von seiner Genesungsphase miterlebt, wer aber OneChicago lange genug verfolgt, der weiß einfach, dass man in diesem Bezug nicht zu hohe Erwartungen haben darf. Allerdings war Daniel bei dem Fall rund um Cody ohnehin die bessere Wahl. Das Verhalten von Theo Rabari hat mich nämlich ehrlich gesagt vor ein Rätsel gestellt, von dem ich hoffe, dass wir es noch lösen werden und es nicht im Sande verlaufen wird, nur damit man sich mal wieder sang- und klanglos von einem Nebencharakter verabschieden kann. Dass Codys Zusammenbruch im Trainingslager nicht einfach so passiert ist und sehr viel mehr dahintersteckt, war spätestens dann klar, als man Daniel ins Boot geholt hat. Bei solchen Missbrauchsfällen frage ich mich immer wieder, wie wenig Eltern ihre Kinder kennen. Es ist logisch und auch völlig normal, dass Teenager ihren Eltern Dinge verheimlichen. Aber gerade bei Missbrauch, der auch noch über mehrere Jahre geht, kommt es zu einer Wesensveränderung des Kindes. Es ist mir ein wahres Rätsel wie so etwas so lange unentdeckt bleiben kann. Cody tat mir wahnsinnig leid, nicht nur, weil er das solange mitmachen musste, sondern weil ihn die Angst um seinen Bruder so belastet hat, dem er das ersparen wollte.
Ersparen hätte man uns auch das Reviergehabe von John. Ich mag ihn wirklich sehr und ich mag auch seine Szenen mit Naomi Howard, weil sie gut zusammenpassen. Aber sein Gespräch mit Taye hätte nicht sein müssen. Schade, dass wir ihn nur so kurz gesehen haben. Er machte wirklich einen sympathischen und aufrichtigen Eindruck. Ein bisschen zu schnell ging es dann letztlich doch, dass sich Naomi von ihm getrennt und offensichtlich mit John zusammengekommen ist. Mal sehen, wie lange die beiden so gut miteinander harmonieren.
Harmonie. Das ist bei Sharon Goodwin und ihrer Familie dieses Mal auch ein Thema für sich gewesen. Der Beginn und das Ende der Episode war echt harmonisch anzusehen und es hatte eine schöne Atmosphäre, besonders weil man alle drei Goodwin-Kinder zusammen hatte und geschwisterliche Eintracht zu sehen war. Ich war allerdings überrascht, dass wir sogar etwas mehr von Sharons Vergangenheit erfahren haben und man nicht eine komplette Staffel gewartet hat. Ich glaube, ich habe in den vergangenen Staffeln immer gedacht, Sharon hatte nur zwei Kinder, weshalb ich am Anfang der Staffel allerdings überrascht war, als sie dann von David Goodwin sprach, zu dem sie offensichtlich ein besonderes Verhältnis hatte bzw. noch immer hat. Durch Episode #11.06 The Story of Us haben wir auch erfahren, dass Bert Goodwin nicht sein leiblicher Vater gewesen ist, ihn aber als seinen leiblichen Sohn angesehen und auch so behandelt hat. Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass wir Davids leiblichen Vater kennenlernen werden. Aber diese kleinen, aber wichtigen Dinge zeigen, wie sehr sich "Chicago Med" im Storytelling verändert hat. Auf Spencer Cook hätte ich jedoch verzichten können. Sharon muss damals noch sehr jung gewesen sein, als sie sich auf ihn eingelassen hat und auch wenn Bert sie mit jemanden betrogen und ihr das Herz gebrochen hat, kommt er im Vergleich doch wahrlich besser als Ehemann weg. Als Spencer das Büro von Sharon betreten, und sie ihm eine Ansage gemacht hat, musste ich unweigerlich an zwei Szenen denken, die wir im Staffel-10-Finale erlebt haben. Spencer hat nicht wirklich den Eindruck gemacht, als ob er jemals liebevoll oder zärtlich gegenüber Sharon hätte sein können – ganz im Gegensatz zu Bert. Auch wenn er bereits an Demenz erkrankt war, so war doch bei ihrem Besuch sehr liebevoll. Kann sich noch jemand daran erinnern, wie tough Sharon gewesen ist, als sie bei Cassidy im Gefängnis gewesen ist und ihr den Angriff nicht verziehen hat? Genauso tough war Sharon nun auch bei Spencer und ich habe es nicht nur genossen. Ich habe es gefeiert! Spencer wirkte so unsympathisch, dass man nur hoffen kann, man muss ihn nicht noch einmal ertragen. Zudem hat sie besonders bei dem Gespräch mit David bewiesen, wie liebevoll, aufbauend und bodenständig sie auch als Mutter sein kann bzw. wie sie es ist. Da hätte Spencer wirklich nur gestört, denn ich bin nun noch versöhnlicher mit Bert und was wir kurz vor dessen Tod über ihn erfahren hatte. Es ist auch in gewisser Hinsicht schade, dass man so etwas nicht zu seinen Lebzeiten gehört hat.
Besonders der tragische Familienfall in dieser Episode hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, die Dinge, die einen auf dem Herzen liegen, auszusprechen. Gavin, der Familienvater der verunglückten Familie tat mir unfassbar leid. Wenn ein Kind stirbt ist das immer schlimm, vor allem, wenn die Verletzungen nicht so schlimm erscheinen. Aber auch noch seinen Ehepartner zu verlieren, mit dem man auch noch im Streit auseinander gegangen ist, das ist schrecklich. In diesem Sinne war es sogar gut von Caitlin, dass sie Colin das Bein gerettet hat, auch wenn ihm das kaum bei der Trauer um seine Schwester und seine Mutter helfen wird. Der ganze Fall und die tragische Tragweite davon beeinflusst auch Dean und Hannah. Ich bin mir nicht sicher, wie die Geburt von Hannahs Tochter einen positiven oder negativen Ausgang haben wird, aber dieser Fall hat die werdenden Eltern noch enger zusammengeschweißt. Ich hoffe mal, wir erleben noch ein Liebesgeständnis von Hannah. Nach dem Fall der Bennetts und der noch ungewisse Ausgang der Lockharts sind Beweise, dass Dean und Hannah zusammengehören. Für mich haben die Lockharts und Bennetts auch gezeigt, dass Alter absolut keine Rolle spielen, da beide jeweiligen Elternteile noch sehr viel jünger als Dean sind.
Fazit
"Chicago Med" hat eine emotionale und spannende Episode abgeliefert, die die Weichen für das bevorstehende Staffelfinale gestellt, bei dem es aber in alle Richtungen gehen könnte. Ich bin definitiv gespannt darauf.
Daniela S. - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Things We Left UnsaidErstausstrahlung (US): 22.04.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Anthony Nardolillo
Drehbuch: Brian Yorkey
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