Bewertung: 8

Review: #1.10 Pure Eifersucht

Nachdem in den vorangegangenen Episoden die Affäre von Lyla und Tim ans Licht kam, stellt diese Folge besonders für die beiden und Jason eine emotionale Achterbahnfahrt dar, was zu einigen äußerst beeindruckenden Szenen geführt hat. Der traurige Unterton der Folge wird allerdings durch die aufkeimende Beziehung von Julie und Matt sowie ein paar andere Kleinigkeiten abgemildert.

"It's different for girls."

Die eigentlich allseits beliebte Lyla muss nun zum ersten Mal damit umgehen, sich Spott und Häme anzuhören. Äußerst realitätsnah stellt man hier dar, wie grausam Teenager manchmal unter einander sein können und wie man sich am Schmerz der anderen labt. Dass Lyla sofort in die Opferrolle schlüpft und die bösartigen Kommentare über sich ergehen lässt, untermalt, wie sehr sie von ihrer eigenen Untreue entsetzt ist und dass sie sich aufrichtig schämt. Ganz besonders ergreifend waren für mich die Szenen, in denen man uns Lyla in Nahaufnahme zeigt und wie ihr dabei eine einzelne stumme Träne die Wange hinunter rollt. Genau dieser stille Schmerz spiegelt sich auch in ihren Augen wieder. Es ist tragisch, dass Lyla niemanden hat, an dessen Schulter sie sich ausweinen kann. Zu Jason kann sie nicht, zu Tim will sie nicht und vor der restlichen Welt möchte sich Lyla nicht die Blöße geben und zeigen, wie verletzlich sie ist. Dieser Handlungsstrang ist wahnsinnig gut gelungen, da die Emotionen einen so packen, dass man selbst am liebsten mitweinen möchte.

Tim ist es nicht gewohnt, die Rolle des Helden zu übernehmen, was uns besonders in den Szenen mit Jason schon einige Male gezeigt wurde. Doch obwohl nicht nur er sondern auch Tyra in dieser Episode erkennt, dass er mehr als nur Freundschaft oder Lust für Lyla empfindet, nimmt sich Tim zurück und setzt alles daran, Jason und Lyla wieder zu versöhnen. Ich persönlich finde ja, dass er und Lyla ein äußerst schönes Paar abgeben würden, da die beiden so unterschiedlich sind, dass sie viel von einander lernen und daran wachsen könnten. Dennoch fand ich es wahnsinnig ergreifend, dass Tim seine eigenen Bedürfnisse zurücknimmt und für Lyla durch den strömenden Regen läuft, um sie wieder aufzubauen. Dass er dann auch gleich einen Schlussstrich unter ihre Affäre setzt, wird dabei von einer unglaublich traurigen Musik begleitet. Seine Ansprache bei Jason ist jedoch nicht weniger emotional, denn als Tim versichert, dass Lyla nur Jason liebt, wissen wir Zuschauer, dass das nicht die ganze Wahrheit ist. Dies führt schließlich zu einem komplizierten Moment während des Cheerleader-Wettbewerbes, bei dem Jason über seinen Schatten zu springen scheint und den ersten Schritt auf Lyla zugeht. Sie hat sofort nur Augen für Jason und beginnt nun endlich wieder zu strahlen. Zwischen den beiden steht Tim, der erst zu Lyla und dann zu Jason schaut. Ist er nun glücklich, dass sein bester Freund und die Frau, die er liebt, wieder lächeln können? Oder hat Tim nun erkannt, dass seine Chance bei Lyla damit vertan ist? Man wirft in diesem Zusammenhang viele Fragen auf und muss erkennen, dass es, egal bei welcher Konstellation, immer einen geben wird, der unglücklich und einsam zurückbleibt.

Auch mit Jason erleben wir ein paar wunderbare Momente. Zum einen handelt es sich dabei um sein Aufeinandertreffen mit Lyla, bei dem man durch sein schüchternes "Hi" zunächst glaubt, dass er Lyla nun verzeihen wird. Die Musik klingt hoffnungsfroh und deutet ebenfalls darauf hin, doch schnell wird klar, dass man sich getäuscht hat. Es ist vollkommen klar, dass Jason durch den Seitensprung sehr verletzt ist und nun, außerhalb des Krankenhauses, scheint er nicht recht zu wissen, wohin mit sich. In seinen Augen spiegeln sich Trauer, Wut und Verzweiflung, da Jason sehr an Lyla hängt, nun aber einfach nicht weiß, wohin mit den vielen Gefühlen. Lyla war bisher der Mensch, dem er sich anvertrauen konnte, doch wer bleibt nun, nachdem die Beziehung zu Ende ist? Diese ohnehin sehr schwere Zeit hat für Jason noch lange kein Ende. Was alles in ihm brodelt sieht man auch, als Jason Lylas Hand an sein Gesicht legt, sie dort allerdings nicht verharren lassen kann, weil ihm ihre Nähe einfach zu weh tut.

Nebenbei leitet man auch gleich eine weitere Storyline ein, bei der Jasons Eltern scheinbar Klage einreichen wollen. Wie sich die Sache entwickelt und ob nun Coach Tylers Job am seidenen Faden hängt, wird äußerst spannend. Besonders deshalb, weil Jason so vehement dagegen ist, Eric die Schuld an seinem Unfall zu geben, während seine Eltern offenbar einen Schuldigen brauchen, um sich nicht selbst dafür die Verantwortung geben zu müssen, Jason bei diesem gefährlichen Sport unterstützt zu haben. Ich hoffe sehr, dass diese Geschichte dazu führt, dass man mehr Einblicke in die Gedanken von Jasons Eltern erhält, die bisher sehr im Hintergrund standen.

"They had a blanket." - "You're an idiot."

Der ganze Herzschmerz hat in dieser Episode allerdings aber auch einen starken Gegenpol. Denn Julie und Matt sind augenscheinlich sehr in einander verliebt und wissen nur noch nicht ganz, wie sie ihren Gefühlen Ausdruck verleihen sollen. Der Kuss zwischen ihnen unterstreicht genau das, weil Julie einfach damit herausplatzt, während Matt ganz überfordert ist, aber wohl am liebsten Luftsprünge machen würde. Die Sache wird sogar zu einer kleinen Komödie, da Eric mit dem Liebesleben seiner Tochter nicht zurecht kommt und ihr nicht einmal bei einem Fernsehabend mit Matt über den Weg traut. Es ist mehr als witzig, wie peinlich Tami das Verhalten ihres Mannes ist und wie jener krampfhaft versucht, das Pärchen von einander fern zu halten. Dabei muss er sich fast geschlagen geben, als Julie ihm durch ihre Mutter ein paar Football-Metaphern ausrichten lässt, durch die Eric zu erkennen scheint, dass sich diese junge Liebe nicht so leicht im Keim ersticken lässt.

Nicht weniger witzig ist das Tänzchen der Football-Spieler für ihre Cheerleader. Dass sich die Jungs alle in Schale schmeißen und zum Affen machen, hat die bis dahin traurige Folge sehr gut gebrauchen können.

Smash

Die Storyline mit dem Doping wird in dieser Episode nur am Rande thematisiert und ich finde es gut, dass Eric nun ein wenig darauf aufmerksam gemacht wird, da die Sache ganz sicher nicht allzu lange gut gehen kann. Vordergründig ist in dieser Episode bei Smash sein Liebesleben und sein Balztanz um Waverly. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich diese Lovestory finde, da es so aussieht, als würden Smash und Waverly einfach zu verschieden sein. Die gebildete Waverly macht sich ganz augenscheinlich über Smash und sein gigantisches Ego lustig, was Smash erst ab einem gewissen Grad auffällt, was schon fast peinlich ist. Dass er sich bisher noch nie um seine Bildung gekümmert hat und sein Hirn ein einziger Football zu sein scheint, lässt Smash als Figur plötzlich wahnsinnig platt aussehen. Wenn man an seine bisherige Storyline zurückdenkt, geht einem aber auf, dass außer Mädchen und Sport nicht allzu viel in Smashs Kopf los ist. Ich hoffe daher sehr, dass man durch das Thema Doping einige neue Aspekte an ihm entdecken kann und Smash etwas mehr Tiefe verleiht.

Fazit

Bei dieser gefühlsstarken Episode bleiben sicherlich bei niemandem die Augen trocken, da es so viele schöne, verstörende und traurige Momente gibt, dass man von einer Emotion zur nächsten gerissen wird.

Marie Florschütz - myFanbase

Diese Serie ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Friday Night Lights" über die Folge #1.10 Pure Eifersucht diskutieren.