Bewertung: 6
Jon Lucas & Scott Moore

Bad Moms 2

Foto: Bad Moms 2 - Copyright: LEONINE Distribution GmbH
Bad Moms 2
© LEONINE Distribution GmbH

Inhalt

Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür und da sie ihren Kindern zuletzt einiges zugemutet hat, will Amy (Mila Kunis) diesmal ein tolles Weihnachtsfest durchführen. Kurz vor dem Fest haben sich ihre Eltern Ruth (Christine Baranski) und Hank (Peter Gallagher) angekündigt. Amy hat nicht gerade das beste Verhältnis zu ihrer Mutter und befürchtet Schlimmes. Aber auch Kiki (Kristen Bell) und Carla (Kathryn Hahn) bekommen Besuch von ihren Müttern. Während Kikis Mutter Sandy (Cheryl Hines) nicht ihre Tochter loslassen kann, hat Carlas Mutter Isis (Susan Sarandon) nicht gerade das Bedürfnis, lange irgendwo sesshaft zu bleiben. Das bedeutet für alle drei Freundinnen Stress pur und das Weihnachtsfest könnte anders verlaufen, als sie denken...

Kritik

Ehrlich gesagt war ich ziemlich überrascht, als mit "Bad Moms 2" ein zweiter Teil angekündigt wurde. Zwar gab es beim ersten Teil am Ende doch die ein oder andere offene Frage, aber eben solche, mit denen ich hätte leben können. Bei "Bad Moms 2" handelt es sich um einen Weihnachtsfilm. Weihnachten wird als Fest der Liebe bezeichnet, aber so ziemlich jede*r weiß, dass es dann auch schon mal Streitigkeiten mit der lieben Verwandtschaft gibt. So war es also auch nicht unbedingt überraschend, dass wir im zweiten Teil die Mütter der Bad Moms kennenlernen sollten. Hier hat mich vor allem das Casting von Christine Baranski und Susan Sarandon neugierig gemacht, welche Rollen sie einnehmen werden bzw. wie diese mit ihren Töchtern Amy und Carla agieren werden und inwieweit sie sich charakterlich unterscheiden.

Da es sich schon beim ersten Teil um eine Komödie gehandelt hat, war es natürlich ebenso wenig überraschend, dass auch der zweite Teil in diesem Genre spielen würde. Ich finde es bei Komödie immer etwas schwierig, ein Weihnachtsding daraus zu machen, weil man eben von diesem Genre immer erwartet oder viel mehr erwarten sollte, dass es da immer wieder Gags gibt, die lustig sein sollen und über die man lachen kann. Auch bei diesem Film werden einige Gags gebracht, die aber eben auch nicht immer zünden, da sie zu gewollt sind.

Eines der besten Beispiele ist Kikis Mutter Sandy. Diese wirkt unglaublich aufgedreht, kindisch und wie jemand, den man nicht so wirklich ernst nehmen kann. Bei ihr fand ich die Gags, Dialoge und Aktionen zu übertrieben, als dass ich hätte drüber lachen können. Ich verstehe, wenn Mütter am Leben ihrer Töchter teilhaben wollen, doch Sandy übertreibt es einfach auch total und auch die Begründung, weshalb sie das alles tut (Kleidung mit dem Gesicht ihrer Tochter anzuziehen, das Haus nebenan zu kaufen), ist mir einfach nicht aussagekräftig genug gewesen. Leider hat dies doch einiges kaputt gemacht, da es zu sehr gewollt war und dadurch nicht den gewünschten Effekt gebracht hat. Zwar fand ich es dann letztlich schön, dass sich Kiki mit ihrer Mutter versöhnt hat und Sandy mit den anderen beiden einen Trip unternehmen möchte, doch es kam eben zu spät.

Besser hat mir da die Geschichte mit Amys Mutter gefallen, die war auch einige Stolpersteine und unlustige Sachen hatte wie beispielsweise, dass sich Ruth mal so gar nicht weder den Namen noch das Gesicht von Jessie (Jay Hernandez) merken kann und man dann doch auch ein bisschen in die Thematik Rassismus eintaucht (was eigentlich nicht nötig gewesen wäre), aber die Erklärung, warum Ruth so kalt und perfektionistisch wirkt, gefiel mir dann doch sehr gut. Zudem hat man Peter Gallagher, der als Hank zunächst wie ein Mitläufer wirkt, der unter dem Pantoffel seiner eigenen Frau steht, einen wichtigen Part gegeben, denn er fungiert als Vermittler zwischen Mutter und Tochter und Gallagher selbst hat einfach eine tolle Art an sich, genau das an Zuschauer*innen herantragen zu können, weshalb mir auch das Gespräch in der Kirche zwischen Mutter und Tochter gut gefallen hat.

Mein persönliches Highlight war jedoch Susan Sarandon in der Rolle der bekifften Rockermutter Isis. Für mich hat sie wunderbar auf die Rolle gespannt und hier fand ich auch die Komik an sich sehr passend für beide Charaktere, denn es hatte diese gewisse Situationskomik, die dem kompletten Film unglaublich gut getan hätte.

So hat man einige Szenen und Dialoge, die völlig überzogen gewesen sind und die einfach auch nicht lustig waren, wie Carlas Sohn Jaxon (Cade Cooksey), der nicht unbedingt viel in der Birne zu haben scheint, wenn er nicht mal merkt, dass ihm derselbe Baseballhandschuh immer und immer wieder geschenkt wird. Die Rolle von Justin Hartley Ty hat mir anfangs auch nicht sonderlich gefallen, weil sie ebenfalls so gewollt erschienen ist, was man vielleicht auch hätte anders machen können.

Da es sich bei "Bad Moms 2" um einen Weihnachtsfilm handelt, war abzusehen, dass alles gut ausgehen wird und ich muss sagen, dass dieser Teil mir sogar am besten gefallen hat, nicht nur weil es harmonisch gewesen ist, sondern weil sich alles irgendwie zusammengefügt hat. Und ich hoffe, dass der versprochene dritte Teil mit dem Titel "Bad Moms' Moms" doch noch kommen wird. Dieser soll sich um die drei Mütter Ruth, Sandy und Isis drehen und ich denke, wenn man das richtig anstellt, könnte es ein Knaller werden.

Fazit

"Bad Moms 2" ist alles andere als das Gelbe vom Ei, da man zu gewollt lustig sein wollte und dabei für mich persönlich versäumt hat, dass man mit Wortwitz und Situationskomik viel besser hätte punkten können. Die Besetzung der Mütter und einige Szenen haben den Film dann aber doch noch zu einem soliden Sehvergnügen werden lassen.

Daniela S. - myFanbase
20.12.2021

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