Bewertung: 8
Wes Ball

Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste

"I'm a Crank. I'm slowly going crazy. I keep wanting to chew off my own fingers and randomly kill people."

Foto: Copyright: 2015 Twentieth Century Fox
© 2015 Twentieth Century Fox

Inhalt

Kaum sind sie aus dem Labyrinth entkommen, müssen sich Thomas (Dylan O'Brien) und seine Freunde auch schon der nächsten Herausforderung stellen, denn es stellt sich heraus, dass ihre vermeintlichen Retter ebenfalls der Organisation ANGST angehören. Als Teresa (Kaya Scodelario) plötzlich verschwindet, überlegen sie nicht lange, retten sie aus den Klauen des mysteriösen Janson (Aidan Gillen) und flüchten hinaus in die Brandwüste. Doch was sie dort erwartet, hätte die Gruppe niemals für möglich gehalten. Auf ihrer ermüdenden Reise müssen sie vor sogenannten Cranks, halb Mensch, halb Zombie, durch den Brand infiziert, flüchten, sich vor schrecklichen Naturgewalten in Sicherheit bringen und haben ANGST stets im Nacken. Und der sichere Hafen scheint in weiter Ferne zu liegen.

Kritik

Nach dem großen Erfolg von "Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth" startet nach einer schier unerträglichen Wartezeit nun endlich das langersehnte Sequel. Die Ereignisse knüpfen direkt an das Ende des ersten Teils an, nachdem die Jugendlichen aus den Klauen des Bösen scheinbar gerettet wurden.

Zu Beginn passieren die Ereignisse Schlag auf Schlag und man bekommt als Zuschauer keine Gelegenheit, sich auch nur kurzzeitig erstmal einzugewöhnen. Es werden Hintergrundinformationen über den gefährlichen Virus, den Brand, geliefert und neue Charaktere werden eingeführt. So merkt man sehr schnell, dass es überaus spannend vorangehen wird. Bei Teil 1 war der wesentliche Kritikpunkt, dass die Charaktere eher oberflächlich gehalten wurden und es ihnen an Tiefgang fehlte. Das wird im zweiten Teil wieder wettgemacht, denn man spürt in jeder Szene, wie die Jugendlichen immer mehr zusammenwachsen und eine fantastische Gemeinschaft bilden. Sie vertrauen einander, würden über Leichen gehen, um sich gegenseitig zu beschützen und sind von ihren Plänen nicht abzubringen. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Dylan O'Brien, Thomas Brodie-Sangster und Ki Hong Lee, welche Thomas, Newt und Minho verkörpern. Die Chemie dieser Darsteller stimmt auf ganzer Linie, sodass die enge Verbundenheit ihrer Charaktere glaubhaft von ihnen verkörpert wird. Je mehr sie an ihren Aufgaben und zu bestehenden Prüfungen wachsen, desto mehr wachsen sie auch dem Zuschauer ans Herz und man beginnt mit zu fiebern und mit ihnen zu leiden.

Als neues Gruppenmitglied wird der junge Aris eingeführt, der ebenfalls einem Labyrinth entkommen ist. Er verhilft Thomas und seinen Freunden zur Flucht und schließt sich ihnen an. Allerdings wirkt er noch sehr verschlossen und geheimnisvoll, was vielleicht daran liegt, dass er der Neuankömmling in einer Gruppe ist, die viel zusammen durchgemacht hat. Doch möchte man mehr über ihn lernen und herausfinden, was hoffentlich im finalen Teil noch möglich sein wird. Auch Brenda und ihr "Ziehvater" Jorge werden zu einem späteren Zeitpunkt im Film eingeführt und fungieren als fantastische Charaktere, die der Story einen gewissen Kick geben. Sie sind interessant und facettenreich und man weiß, dass sie irgendetwas im Schilde führen, doch was genau das ist, wird nicht klar. Die vom Brand infizierten Cranks werden ebenso genial dargestellt – sie sehen aus wie der Serie "The Walking Dead" entsprungen und sind absolut furchteinflößend. Sie sorgen für den ein oder anderen Schockmoment, von denen es zur Genüge gibt.

Doch nicht nur bekommen die Charaktere mehr Tiefgang, auch die Handlung wird noch weitaus düsterer, actiongeladener und spannender. Hier gibt es keine Atempausen zwischendurch, stattdessen wird man von einer Actionsequenz in die nächste katapultiert. Was für viele an dieser Stelle aber das wohl größte Problem darstellen wird, ist die Tatsache, dass es keine Antworten gibt, sondern noch mehr Fragen aufgeworfen werden. Doch wünscht man sich nichts sehnlicher, als endlich hinter die großen Geheimnisse von ANGST und dem Brand zu kommen. Wem können die Jugendlichen überhaupt noch trauen und wer steckt mit der Organisation unter einer Decke? Wie genau wollen sie mit der Hilfe von Thomas und seiner Freunde ein Heilmittel gegen die Seuche finden und wie genau ist diese überhaupt entstanden? Wird es den Jugendlichen jemals gelingen, in Freiheit leben zu können? All diese und noch viel mehr Fragen wollen endlich eine Antwort bekommen. Diese werden allerdings noch bis Februar 2017 auf sich warten lassen, wenn der Kampf der Auserwählten in die finale und alles entscheidende Runde geht. Nach dem unfassbaren Ende des zweiten Teils sollte die Zeit hoffentlich vergehen wie im Flug!

Einzig wirklicher Kritikpunkt an "Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste" ist die Tatsache, dass der Cliffhanger vom ersten Teil nicht aufgegriffen wird. Der Film endete mit den Worten von Ava Paige, dass Phase 1 nun abgeschlossen sei und die zweite Phase beginnen könne. Doch worin genau bestand nun Phase 2? Hierauf hätte man besser eingehen können, um nochmal den ersten Film ein bisschen mehr einzubeziehen.

Fazit

Düsterer, actiongeladener, spannender – Eigenschaften, die auf "Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste" alle zutreffen und diesen zweiten Teil noch besser werden lassen als den Vorgänger. Wer nichts gegen ein bisschen Ekel einzuwenden hat und wen es nicht stört, dass man noch keine Antworten auf die aufgeworfenen Fragen erhält, der sollte sich das einmalige Sequel auf keinen Fall entgehen lassen – am Besten in 3D!

Zum großen "Maze Runner"-Special auf myFanbase

Sanny Binder - myFanbase
10.09.2015

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