Bewertung: 6
Phil Lord, Chris Miller

21 Jump Street

"Hey, wollen wir Freunde sein?"

Foto: Copyright: Sony Pictures Releasing GmbH
© Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

So sieht man sich wieder: Während Jenko (Channing Tatum) auf der High School beliebt war und sich über Freaks wie Schmidt (Jonah Hill) lustig gemacht hat, ist er auf der Polizeiakademie auf Schmidts Gehirn angewiesen. Im Gegenzug hilft ihm Jenko, in den Sporttests zu bestehen. Jetzt, als Freunde und frisch gebackene Polizisten, wollen sie die Schurken so richtig aufmischen. Allerdings landen die Dickköpfe auf Grund eines vermasselten Falls an der 21 Jump Street. Dort wird unter der Leitung des reizbaren Bosses Dickson (Ice Cube) verdeckt gegen Jugendkriminalität an High Schools ermittelt. Da eine neue Droge im Umlauf ist, werden Jenko und Schmidt dort prompt eingeschleust. Als sie dem Schüler Eric (Dave Franco) auf die Schliche kommen, wie er Drogen vertickt, freunden sie sich mit ihm an, um an den Hersteller zu kommen. Noch einmal erleben Jenko und Schmidt die Teenagerphase durch mitsamt Partys, Gefühlen und einer Menge Gangstern.

Kritik

Nach dem "Das A-Team" kommt nun ein weiterer Actionfilm in die Kinos, der auf einem berühmten Serienklassiker beruht. Nicht nur, dass "21 Jump Street - Tatort Klassenzimmer" zur Hitserie der späten 80er gekrönt wurde, er brachte auch den Durchbruch für Johnny Depp. Die Filmversion "21 Jump Street" setzt inhaltlich exakt am Serienvorbild an. Nachwuchspolizisten, frisch aus der Akademie entlassen, werden für verdeckte Ermittlungen in Schulen eingeschleust. Mit dem Unterschied, dass die Regisseure alles andere als seriös an die Sache gegangen sind.

Mit Jenko und Schmidt haben sie keine typischen Helden geschaffen, sondern echte Komiker. Es ist die ungleiche Männerfreundschaft, die "21 Jump Street" prägt und mit viel Witz und Humor gehen die Kameraden durch dick und dünn. Sie hauchen der Geschichte förmlich Leben ein und sind zweifellos die Hauptattraktion. Zu verdanken ist es den komödiantischen Talenten von Jonah Hill und Channing Tatum, die bestimmt auch hinter der Kulisse genau so viel Spaß gehabt haben. Dass Jonah Hill es kann, hat er unzählige Male bewiesen. Tatum, der sonst eher in Actionfilmen und Dramen zu sehen ist, schlägt sich erstaunlich gut und steht seinem Kollegen in nichts nach. Beide geben ein ziemlich gutes Paar ab, die Chemie stimmt in jeder Szene und letztlich wird man von beiden um den Finger gewickelt.

Ihre Charaktere, die auf den ersten Blick wenig originell erscheinen, gewinnen mit zunehmender Spiellänge immer mehr an Tiefe. Die erste halbe Stunde zieht sich sehr in die Länge und auch im weiteren Verlauf gibt es keinen Spannungsbogen, aber als Jenkos und Schmidts Einsatz in der Schule beginnt, fängt der Spaß erst richtig an. Besonders, als Jenko immer mehr zu den Strebern gehört und die große Bühne für den uncoolen Schmidt frei wird, fliegen herrlich amüsant die Fetzen. An Humor mangelt es dem Film keineswegs, auch wenn man an einigen Stellen deutlich übertrieben hat. Besonders das Ende kommt ein wenig ideenfrei rüber, da es deutlich bessere Verfolgungsjagden, Explosionen oder Schießereien im Hollywoodkino gibt.

Gefährlich wird es außerdem, wenn man sich zu sehr auf die Darsteller und zu wenig auf die Handlung fokussiert, aber dafür hat "21 Jump Street" eine passende Lösung parat: Der Film zieht so gut wie alles ins Lächerliche und nimmt sich erst gar nicht ernst. Dass die Handlung um die Drogendealer an den Haaren herbeigezogen wird und der Bösewicht hinter den Erwartungen zurückbleibt, fällt trotzdem auf. Das muss man eben ignorieren oder einfach akzeptieren, in der Hoffnung, dass man an diesen Schwachstellen in dem angekündigten Sequel im Jahre 2014 ansetzt.

Hier dreht sich die Story hauptsächlich rund um das High-School-Leben, wo das neue Coolsein dem Umweltschutz und der Theater-AG gilt. Daran ist nur "Glee" Schuld, stellt Jenko schnell fest und ganz in diesem Sinne werden aktuelle Themenbereiche durch den Kakao gezogen. Häufig nimmt "21 Jump Street" parodieartige Züge an und mit derben Kraftausdrücken wird auch nicht gespart. Anscheinend funktioniert es, denn das Sequel mit Tatum und Hill ist schon angekündigt. Zudem sollten sich Fans von Ice Cube und Johnny Depp, der einen überraschenden Cameoauftritt hat, den Film nicht entgehen lassen.

Fazit

Mit vielen Übertreibungen, zwei höchst amüsanten und sympathischen Charakteren und einer Menge derbem Humor fühlt man sich bei "21 Jump Street" wie in einer Parodie. Wem's gefällt, der wird seinen Spaß daran haben. Für Fans der Darsteller ist diese durchgeknallte Actionkomödie aber ein Muss.

Tanya Sarikaya - myFanbase
14.05.2012

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