Bewertung: 4
Heitor Dhalia

Gone: Ich muss dich finden

No one believes her. Nothing will stop her.

Foto: Copyright: 2012 Twentieth Century Fox
© 2012 Twentieth Century Fox

Inhalt

Jill Parrish (Amanda Seyfried) wurde vor einem Jahr von einem Serienkiller entführt. Sie konnte ihn als einziges seiner Opfer hinterlisten und aus dem Erdloch im Wald entfliehen. Seither ist sie davon überzeugt, dass er es auf sie abgesehen hat, doch der Polizist Powers (Daniel Sunjata) und sein Team halten sie für geisteskrank. Jill lebt nach unzähligen Klinikaufenthalten bei ihrer Schwester Molly (Emily Wickersham). Als diese eines Nachts spurlos verschwindet, ist sich Jill sicher, dass es derselbe Killer ist, der sie entführte. Während ihr die Polizei weiterhin keinen Glauben schenkt, macht sich die junge Frau auf eigene Faust auf die Suche nach ihrer Schwester.

Kritik

Es ist nicht leicht, sich aus einer Fülle von Thrillern durchzusetzen und bei den Zuschauern in Erinnerung zu bleiben. Die Story und der Trailer von "Gone" klangen vielversprechend, aber abgesehen von einem noch sehr unerfahrenen Regisseur kommt noch eine schwache Drehbuchautorin hinzu, die in der Vergangenheit keine großen Erfolge verbuchen konnte und es mit "Gone" auch weiterhin nicht kann.

Dass die Wahl der Hauptdarstellerin auf Amanda Seyfried fiel, ist nicht verwunderlich. Sie ist in letzter Zeit in vielen Genres vertreten und zeigt ihre Wandelbarkeit. In "Gone" spielt sie sich gut durch das begrenzte Drehbuch und gibt ihr Bestmöglichstes, aber ihr Talent wird nicht mal ansatzweise ausgeschöpft. Sie hat wenig Möglichkeiten, ihre Figur Jill von einer anderen Seite als die der hysterischen und wild entschlossenen Frau zu zeigen und mogelt sich in einer One-Woman-Show durch das Drehbuch. Letztendlich nimmt man Seyfried ihre Rolle ab, aber das nächste Mal sollte sie sich wieder auf eine anspruchsvollere Rolle konzentrieren. Ihre Kollegen Daniel Sunjata und vor allem Wes Bentley haben ihre Wahl noch schlechter getroffen und sind mit ihren Figuren durch einen x-beliebigen Schauspieler ersetzbar. Sie fungieren nur als unfähige Polizisten, die Jill zusätzlich Steine in den Weg legen.

Bei einem Thriller erhofft man sich natürlich spannungsreiche Wendungen, die einen mitreißen und verblüffen. Bei "Gone" ist genau das Gegenteil der Fall. Zwar wird stellenweise Spannung aufgebaut und als anfängliches Drama entwickelt sich der Film immer mehr zu einem Thriller, aber auch hier versagt das Drehbuch auf halber Strecke. Statt den Fokus zu sehr auf Jill zu legen, hätte man gut daran getan, dem Killer etwas mehr Profil zu geben. So bleibt er bis zum Ende zwar anonym, aber auch zu harmlos und der große Showdown bleibt ebenfalls aus. Es gibt kleinere Schockmomente und es ist interessant, wie Jill sich stückchenweise die Identität des Täters erarbeitet, aber für einen Kinothriller ist es einfach zu wenig.

Auch auf die Frage, ob sich die Entführung nur in Jills Kopf abspielt oder tatsächlich passiert ist, wird zu wenig eingegangen. Dabei wäre dieser Aspekt ideal für einige überraschende Wendungen gewesen. Besonders der Schluss kommt viel zu kurz und scheint mehr an den Haaren herbeigezogen. Schade eigentlich, denn aus "Gone" hätte man viel mehr machen können und müssen.

Fazit

"Gone" hat gute Ansätze und eine fähige Hauptdarstellerin, aber das Drehbuch limitiert den Film zu einem einfallslosen Thriller, den man ein Mal ansieht und wieder vergisst.

Tanya Sarikaya - myFanbase
07.04.2012

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