Bewertung: 8
Brad Furman

Mandant, Der

"Du hast einen Mandanten, der unschuldig im Gefängnis sitzt und einen, der in Wirklichkeit dafür verantwortlich ist. Das ist ein Problem."

Foto: Copyright: Universum Film GmbH
© Universum Film GmbH

Inhalt

Mick Haller (Matthew McConaughey) ist ein erfolgreicher Strafverteidiger im Großraum Los Angeles und fährt in seinem Lincoln-Town-Car regelmäßig zu seinen Mandanten. Haller widmete die meiste Zeit seiner Karriere den verschiedensten Kleinkriminellen bis er zum Fall seines Lebens kommt: Louis Roulet (Ryan Phillippe), ein Playboy aus Beverly Hills und Sohn der Multimillionärin Mary Windsor (Frances Fisher), wird beschuldigt, eine Prostituierte geschlagen und zu vergewaltigen versucht zu haben. Dem Anschein nach ist Roulet unschuldig und nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Haller und sein Kollege Frank Levin (William H. Macy) werten die Beweismaterialien der Staatsanwaltschaft aus und vermuten, einen schnellen Sieg vor Gericht einfahren zu können. Jedoch haben sie nicht mit der Unwahrheit ihres Mandanten gerechnet.

Kritik

Es gibt Autoren, die freuen sich, wenn Filmproduzenten vor ihrer Haustüre stehen und anfragen, ob sie denn das von ihnen verfasste Buch verfilmen dürfen, und es gibt welche, die jagen diese Produzenten direkt vom Grundstück. Für beide Arten gibt es vernünftige Gründe, weshalb sie so reagieren könnten. Einerseits ist es die Freude, dass das eigene Buch eine höhere Anerkennung und einen größeren Bekanntheitsgrad erlangt und somit auch Geld in die Kasse fließen lässt. Andererseits ist es die Abneigung, dass ein Stück ihrer selbst von irgendwelchen Anfängern verunstaltet und die Aussage falsch interpretiert wird. Teilweise werden die Autoren auch gar nicht gefragt, da sie schon tot sind. Umso besser ergeht es demnach dem Buchautor Michael Connelly, welcher das Buch "Der Mandant" ("The Lincoln Lawyer") schrieb und damit schon großen Erfolg verbuchen konnte.

Sein Buch wurde mit Hilfe des fast unbekannten Regisseurs Brad Furman und dem Drehbuchautor John Romano buchstäblich so wiedergegeben, wie es sich Connelly vorgestellt hat. Das hat er zumindest selbst über den Film gesagt. Und wenn schon der Autor eines Buchs, welches als Filmvorlage dient, was Positives abgewinnen kann, dann kann dieser Film doch im Grunde nur gut sein. Oder etwa nicht? Schließlich ist seine Meinung auch nur eine von vielen. Ebenso die meine.

Meine Meinung zu dem Film ist der von Connelly gleich. Der Film ist ein sehr gelungener Thriller mit dem Hollywoodsternchen Matthew McConaughey, welcher nach 15 Jahren wieder die Rolle eines Anwaltes annimmt. Sein Debüt gab er in dem 1996 veröffentlichen Film "Die Jury" an der Seite von Samuel L. Jackson und Sandra Bullock gegen den von Kevin Spacey gespielten Staatsanwalt. Nur dieses Mal arbeitet McConaughey nicht mit solchen Größen der Kinoleinwand zusammen, sondern gibt sich mit kleineren Fischen zufrieden. Sei es als Schauspieler als auch als Filmcharakter, denn die Staatsanwaltschaft wird von Josh Lucas repräsentiert - einem Schauspieler, welcher in bekannten Filmen wie "Sweet Home Alabama" oder "Poseidon" agieren, dem aber nicht der sonderlich große Coup gelingen konnte, der ihn zu einer bekannten Berühmtheit machte. Ebenso ist sein Charakter des Ted Minton. Unbekannt gerät er schnell ins Straucheln, was zugleich an McConaugheys Rolle Mick Haller liegt, der gewieft ist und immer einen Lösungsweg zu haben scheint. Nur, was die Charaktere an Unterschieden aufweisen, das machen die Schauspieler mit ihrem Können wieder wett. Das soll heißen, es wäre egal gewesen, ob nun McConaughey oder Lucas die Rolle des Mick Haller bekommen hätte.

Eine sehr passende Rolle hingegen hat Ryan Phillippe erhalten. Den des Schönlings und Playboys. Also einfach nichts neues für ihn. Für die meisten womöglich nur durch seine Rolle in "Eiskalte Engel" bekannt, leistet er in diesem Film genau das, was von ihm verlangt wird. Es ist daher schwer vorstellbar, dass er in nächster Zeit auch einmal einen anderen Part bekommen wird.

Der Regisseur verlangt seinen Schauspielern in dieser Hinsicht aber auch nicht allzu viel ab, abgesehen von eben jenen genannten. Die restlichen Schauspieler präsentieren gekonnt und ausdrucksstark ihre Rollen, in einem Film, der wenig von irgendwelchen Actionszenen als vielmehr von der Dramatik und der Spannung lebt, die durch das Konstrukt an Lügen aufgebaut wurden.

Fazit

Ausdrucksstark, erregend und spannend. Diese drei Dinge machen "Der Mandant" zu einem sehenswerten Thriller, der sich damit brüsten kann, dass er eine sehr gute Storyline und eine durchweg ausgezeichnete Schauspielerriege aufweist.

Ignat Kress - myFanbase
31.05.2011

Diskussion zu diesem Film