Bewertung: 7
Doug Liman

Fair Game

"The responsibility of a country is not in the hands of a privileged few. We are strong and we are free from tyranny as long as each one of us remembers his or her duty as a citizen. Whether it's to report a pothole at the top of your street or lies in a State of the Union address. Speak out! Ask those questions. Demand that truth. Democracy is not a free ride, man. I'm here to tell you. But, this is where we live. And if we do our job, this is where our children will live."

Foto: Copyright: 2011 Universal Pictures Germany
© 2011 Universal Pictures Germany

Inhalt

Valerie Plame (Naomi Watts) führt ein perfektes Leben, doch was nur wenige wissen, ist, dass sie eine CIA-Agentin ist, was neben der Regierung nur ihr Ehemann Joe Wilson (Sean Penn) und ihre Eltern wissen. Nach dem 11. September 2001 wird sie auf den Irak angesetzt und soll herausbekommen, ob Saddam Hussein an einem Massenvernichtungswaffenprogramm arbeitet, kommt aber zu dem Schluss, dass das unwahrscheinlich ist. Joe, ehemaliger US-Diplomat, kann dies unterstreichen, nachdem er ins afrikanische Niger gereist ist, wo er den Verkauf von 500 Tonnen Yellowcake-Uran-Erz an den Irak beweisen sollte. Bush und seiner Regierung passt das überhaupt nicht, weshalb der amerikanische Präsident vor die Presse tritt und lügt, dass es eine Uranlieferung gegeben hätte, worauf Amerika in den Irak einzieht. Joe ist außer sich und erklärt öffentlich, dass die Regierung gelogen hat, worauf Valerie von der eigenen Regierung als CIA-Agentin enttarnt wird. Während Joe mit allen Mitteln gegen die Lügen Bushs angeht und seine Frau zu beschützen versucht, ist Valerie verzweifelt und fühlt sich auch von Joe verraten.

Kritik

Für Doug Liman ist das Genre Polit-Thriller jetzt nicht unbedingt Neuland, hat er doch mit "Die Bourne Identität" und "Mr. & Mrs. Smith" schon zeigen können, dass er Spionagefilme inszenieren kann. Mit "Fair Game" schlägt er allerdings einen authentischeren Weg ein. Die erste Fassung des Drehbuchs entstand bereits vor der Veröffentlichung der Bücher von Joe Wilson und Valerie Plame ("The Politics of Truth: Inside the Lies that Led to War and Betrayed My Wife's CIA Identity: A Diplomat's Memoir" und "Fair Game: My Life as a Spy, My Betrayal by the White House"). Als Doug Liman mit ins Projekt einstieg und neben Jerry und Janet Zucker schließlich auch als Produzent agierte, wurde es nochmals umgeschrieben, da es anfangs zu sehr in ein Gerichtsdrama abdriftete und hauptsächlich seinen Fokus auf den Prozess um Scooter Libby legte. Liman wollte aber beleuchten, was passiert, wenn die Agenten nach Hause kommen.

Der Film wird chronologisch erzählt. Er umfasst die Ereignisse von sechs Jahren, die im Oktober 2001 mit der Übertragung der Leitung einer Sondereinsatzgruppe an Valerie Plame, die herausfinden soll, ob der Irak Massenvernichtungswaffen entwickelt, beginnt, und mit ihrer Aussage vor dem Kongress im März 2007 endet. Eine Stunde lang konzentriert sich Limans Thriller auf die Jahre 2001 bis 2003, in der Valerie Plame und Joe Wilson herausfanden, dass es eben gerade diese Massenvernichtungswaffen nicht gab und wie die Lüge im Weißen Haus in Gang gesetzt wurde. Das wird authentisch unterlegt mit Auszügen aus Nachrichten mit gerade den Leuten, die damals zum Regierungsstab von Bush gehörten und in der Plame-Affäre verwickelt waren. Der eigentliche Kampf der beiden Protagonisten beginnt am 6. Juni 2003, als Joe Wilson in der New York Times klarstellt, dass Afrika kein Uran an den Irak verkauft hat und sich somit die Regierung und fast ganz Amerika gegen ihn stellt. Nur eine Woche später wird seine Frau in der Washington Post als CIA-Agentin enttarnt und ist ab da Freiwild.

Die anfänglichen Nebenplots, in denen hauptsächlich Naomi Watts zu sehen ist, sind teilweise etwas langatmig, mussten aber in den Film integriert werden, damit man die Entwicklung bis hin zum Eklat, welcher über Jahre hinweg stattfand und nicht von heute auf morgen, auch nur ansatzweise nachvollziehen kann. Nachdem Liman dem Zuschauer nun einen Einblick auf die Spionage gegeben hat, kommen direkt der Kampf gegen das Weiße Haus und die Eheprobleme. Den Kampf wird mehr oder weniger nur von Joe Wilson ausgetragen. Valerie hält sich bedeckt, wirkt fast schon eingeschüchtert von der eigenen Regierung, was aber alles nachvollziehbar ist. Getragen wird "Fair Game" von seinen beiden Hauptdarstellen Naomi Watts und Sean Penn, die schon in "21 Gramm" wunderbar harmonierten. Sean Penn wirkt in seiner Rolle als Ex-Diplomat sehr glaubwürdig. Man kauft ihm alles ab, und man leidet mit ihm mit, als Valerie nicht erkennt, dass er das alles nur ihr zuliebe macht. Sicher, es dauert, bis Valerie das einsieht und ihr Vater hat daran einen großen Anteil, aber dass sie es überhaupt eingesehen hat, lässt einen mit einem guten Gefühl zurück, dass man sich nicht mundtot machen lassen darf und das Richtige machen muss.

"Fair Game" basiert auf einer wahren Begebenheit, doch es ist nicht immer gesagt, dass der Regisseur es schafft, gerade das wirklich zu vermitteln, worauf es ankommt. Liman ist das aber gelungen. Er filmte an Originalschauplätzen im Nahen Osten, integrierte Nachrichtenausschnitte, ließ sich von Valerie Plame helfen, was die CIA-Settings betrifft, und Joe Wilson war auch eine große Hilfe. Auch wenn das Geschehene schon Jahre her ist, ist das Thema doch aktuell wie nie zuvor. Der Film vermittelt das sehr gut. Es muss einfach erlaubt sein, seine Regierung zu kritisieren, ohne Angst vor Vergeltung zu haben.

Fazit

Ein wirklich anstrengender Film, aber es lohnt sich, ihn zu sehen. Man muss sich schon für das Genre Polit-Thriller interessieren und sich auch mit der Plame-Affäre etwas auseinandergesetzt haben, um dem Film gut folgen zu können. Doug Liman macht es dem Zuschauer einfach, indem er eine zusammenhängende Geschichte in chronologischer Reihenfolge erzählt, trotzdem erfordert der Film Geduld und auch Hintergrundwissen. Liman legte viel wert drauf, sich auf Politik und Spionage zu konzentrieren, aber eben auch seinen Fokus auf die Ehe zu legen und die sich entwickelnden Probleme zwischen Valerie und Joe, und das ist ihm gut gelungen.

Technische Details

FSK: ab 12 Jahren
Ton: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Bild: 2,35:1 Anamorph Widescreen
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial: Audiokommentar mit Valerie Plame-Wilson & Joe Wilson; Making of; Interviews mit Naomi Watts, Doug Liman, Valerie Plame-Wilson & Joe Wilson; B-Roll; Trailer & TV-Spots

Dana Greve - myFanbase
27.04.2011

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