Bewertung: 9
Wolfgang Petersen

Troja

"Man soll sagen, ich lebte zu Zeiten Hektors, dem Pferdebezwinger. Man soll sagen, ich lebte zu Zeiten Achilles." - Odysseus

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Inhalt

Im Jahre 1220 v. Ch. schließen die Spartaner und Trojaner Frieden miteinander. Doch der Trojaner Paris (Orlando Bloom) ist in die schöne Helena (Diane Kruger) verliebt und nimmt sie mit nach Troja. Daraufhin erklärt Griechenland unter der Herrschaft von Agamemnon (Brian Cox) Troja den Krieg. Doch um den Sieg zu erringen, ist Griechenland auf den Helden Achilles (Brad Pitt) angewiesen, der nach Ruhm und Ehre strebt und als bester Krieger seiner Zeit angesehen wird. Damit sein Name für die Ewigkeit in aller Munde ist, willigt Achilles ein. Mit über tausend Schiffen nimmt Griechenland die Küste Trojas ein und will die Mauern von Troja niederbrennen. Aber Paris und sein Bruder Hektor (Eric Bana) setzen zum Gegenzug an und der blutige Kampf zwischen Spartanern und Trojanern beginnt.

Kritik

Wenn man Troja hört, denkt man zuerst wahrscheinlich immer an das berühmte trojanische Pferd, einen Trick, den die Spartaner anwendeten, um die hohen Mauern von Troja zu brechen. Das zumindest wird in der Mythologie so erzählt. Der trojanische Krieg dauerte angeblich zehn Jahre, aber in der Verfilmung dieser Saga wird der Krieg zwischen Spartanern und Trojanern in nur wenigen Wochen erzählt. Aber wie will man den legendären Krieg in nur einigen Wochen darstellen und dann daraus noch ein großes Historienepos machen? Nun, für Wolfgang Petersen war das anscheinend kein Problem, denn mit "Troja" hat er einen der besten Historienfilme überhaupt geschaffen.

Nachdem ich "Alexander", "Spartacus" und noch weitere historische Filme gesehen habe, die immer wieder einige Längen aufwiesen, war dieser Film für mich auch schon fast als langatmiger Eposstreifen abgestempelt. Aber "Troja" überrascht in allen Hinsichten. Die Handlung ist kurz und verständlich erklärt, die Geschichte und historischen Grundzüge bleiben dennoch erhalten. Auch wenn der Krieg angeblich zehn Jahre dauerte, der Zuschauer kann sich in den dargestellten Wochen des Kriegs dennoch ein Bild machen und die Gesamtsituation ist glaubhaft dargestellt. Langweilig wird es hier garantiert nicht, denn mit zu vielen historischen Fakten wird der Zuschauer nicht konfrontiert. Vielmehr versucht Petersen den Krieg authentisch wirken zu lassen, und das ist ihm gelungen. Die Kriegsszenen und die Kämpfe sind sehr gut umgesetzt, die Kamera wackelt nie und der Soundtrack ist optimal eingesetzt. Ferner sind die Kulissen phänomenal, so dass man sich direkt in das Zeitalter hineinversetzten kann. Die Kostüme, Rüstungen und Festungen sind zeitaufwendig und bis ins kleinste Detail genau perfektioniert.

In einem historischen Film stehen ganz klar die Kriege im Vordergrund und in "Troja" sind diese mehr als gelungen. Überaus erfreulich und ebenfalls toll gelungen sind die Liebesgeschichten, von denen "Troja" auch einige zu bieten hat. Ob nun die Liebe zwischen Paris und Helena oder die zwischen Achilles und Briseis, beide Liebesgeschichten sind gut in die Handlung integriert. Die gesamte Story ist perfekt in sich stimmig, sodass der Film bis zur letzten Sekunde spannend ist und nie überfüllt oder unschlüssig wirkt.

Zu einem großen Historienfilm gehören auch großartige Schauspieler, und davon gibt es in "Troja" viele. Allen voran Brad Pitt, der sich mit der Rolle des Achilles selbst übertroffen hat. Aber die Lorbeeren gehen nicht nur an Mister Pitt sondern auch an seine genialen Co-Schauspieler. Eric Bana, Orlando Bloom, Diane Kruger und Sean Bean geben allesamt eine Glanzleitung ab und Regisseur Wolfgang Petersen hat bei seiner Besetzungsliste alles richtig gemacht. Nicht selten ist es der Fall, dass die Zuschauer um der Schauspieler willen sich den Film ansehen, was hier auch sicherlich bei vielen der Fall sein wird. Und bei dieser Star-Besetzung lohnt sich das auf jeden Fall.

Fazit

"Troja" ist einer der besten Historienfilme und unbedingt sehenswert.

Tanya Sarikaya - myFanbase
31.12.2009

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