Bewertung: 9
David Fincher

Seltsame Fall des Benjamin Button, Der

"Ich bin unter ungewöhnlichen Umständen geboren."

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Inhalt

New Orleans, 1918. Die Südstaatenstadt darf zwei freudige Ereignisse feiern: Zum einem wird der Erste Weltkrieg beendet, zu anderem wird eine fabelhafte Persönlichkeit geboren, welche das Leben vieler Menschen zum Guten veränderte. Benjamin Button (Brad Pitt) erblickt das Licht der Welt unter sehr ungewöhnlichen Gegebenheiten, da er als Säugling mit den körperlichen Eigenschaften eines 80-jährigen Greises geboren wird. Seine Mutter stirbt und sein Vater Thomas (Jason Flemyng) ist vom Anblick seines Sohnes so erschüttert, dass er kurzerhand das Neugeborene nimmt und mitten in einer Sommernacht vor der Tür eines Altersheims aussetzt. Queenie (Taraji P. Henson) und ihr Geliebter Tizzy (Mahershalalhashbaz Ali) finden den kleinen Säugling und nehmen ihn in ihrem Altersheim auf.

Benjamin denkt von sich selbst, dass er ein alter Mann ist, der am Ende seines Lebens steht, so wie es ihm von Ärzten prophezeit wurde. Aber er wird eines Besseren belehrt, denn sein Leben läuft rückwärts, so dass er immer jünger wird, während seine Mitmenschen immer älter werden. Dann eines Tages, als Benjamin im geistigen Alter von sieben Jahren ist, lernt er die Liebe seines Lebens kennen: Daisy (Elle Fanning, später: Cate Blanchett). Er erkennt in ihr sofort seine Seelenverwandte. Leider ist es ihm anfangs nicht möglich, mit ihr sein Leben zu verbringen, weil sie ein kleines "normales" Kind ist und er ein alter Mann, doch das soll nicht das Ende für die Beiden bedeuten, denn sie bleiben ihr ganzes Leben hindurch in Kontakt.

Mit der Zeit wird Benjamin geistig immer älter und körperlich zunehmend jünger, so dass seine Neugier für die unentdeckte Welt größer wird. Infolgedessen ergreift er die Chance, ein Seemann auf einem einfachen Schiff zu werden, um letztendlich sein Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Auf seiner Reise durch die Welt erlebt er zahlreiche Abenteuer und begegnet vielen Menschen, die sein Leben grundlegend verändern, doch er vergisst nie seine Daisy...

Kritik

Diese Story ist einfach nur fabelhaft. So eine Geschichte wird nicht alle Tage verfilmt, so dass sie einfach nur einzigartig ist. Dass Benjamins Lebensgeschichte in solch einem Ausmaß dargestellt wurde, verdient großen Respekt und der geht vor allem an den Regisseur David Fincher ("Zodiac", "Fight Club"), den Drehbuchautoren Eric Roth ("Forrest Gump") und Robin Swicord und den Hauptdarstellern Brad Pitt und Cate Blanchett.

Die Vorlage für den Film lieferte die Kurzgeschichte "The Curious Case of Benjamin Button" von F. Scott Fitzgerald ("Der große Gatsby"), welche er in den 20er Jahren verfasst hatte. Darüber hinaus muss erwähnt werden, dass die Drehbuchautoren lediglich die Ausgangshandlung, also nicht die Originalhandlung der Geschichte übernahmen, so dass es im Endeffekt ein adoptiertes Drehbuch ist. Trotz all dem ist die Biographie von Benjamin Button unglaublich faszinierend, so dass es dem Gelingen des Films keinen Abbruch tut.

Obwohl dieses Drama etwas Besonderes ist, weist es viele Parallelen zu dem Blockbuster "Forrest Gump" auf. Auch bei diesem Film wurde eine beeindruckende Biographie auf die Leinwand gebracht, welche ebenfalls in einem Südstaat Amerikas spielte. Außerdem wurde auch hier eine starke Verbindung zwischen Sohn und Mutter inszeniert, doch das große Hauptthema ist und bleibt die Liebe. Diese Parallelen fallen besonders auf, weil Eric Roth schon als Drehbuchautor für "Forrest Gump" tätig war. Wie ich schon hervorgehoben habe, ist dieser Spielfilm dennoch auf jeden Fall einzigartig, also ist es definitiv kein billiger Abklatsch von "Forrest Gump".

Des Weiteren muss man einfach sagen, dass dieses Drama schauspielerisch beeindruckend dargestellt wurde. Der Kinofilm ist in vieler Hinsicht emotional: Einerseits ist er so traurig, dass man eine Träne nach der anderen vergießt, andererseits animiert er die Lachmuskeln des Publikums mithilfe der zahlreichen humorvollen Sprüche.

Was den Film so außergewöhnlich macht, ist, dass der Gegner von Benjamin Button die Zeit ist. Hierfür steht die konstruierte Uhr von Monsieur Gateau (Elias Koteas), welche rückwärts läuft und somit das Symbol für den Hauptdarsteller ist. Darüber hinaus überzeugen die Schauspieler nicht nur durch ihre Leistung, sondern auch mit Hilfe ihres Aussehens. Nicht nur die Handlung, sondern auch die Körper der Schauspieler machen eine Reise vom Ende des Ersten Weltkrieges bis ins 21. Jahrhundert. Deshalb verdienen die Visagisten und Stylisten des Filmes enorme Bewunderung für ihr Werk.

Fazit

Abschließend möchte ich sagen, dass der Film einfach nur genial ist. Wahrscheinlich hat er auch deshalb dreizehn Oscarnominierungen erhalten und auch jeden Einzelnen in jeder Kategorie verdient.

Juliane Walter - myFanbase
09.02.2009

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