Bewertung: 7
Phyllida Lloyd

Mamma Mia! - Der Film

I have a dream...

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Inhalt

Donna (Meryl Streep) ist eine alleinerziehende Mutter und lebt mit ihrer Tochter auf einer kleinen griechischen Insel, auf der sie eine Pension besitzt und sich irgendwie durchzuschlagen versucht. Während sie seit Jahren schon ohne Mann auskommt, hat ihre Tochter Sophie (Amanda Seyfried) ihre große Liebe gefunden und möchte nun heiraten. Dabei ist es ihr größter Traum, dass auch ihr Vater anwesend ist, doch sie will ihre Mutter nicht darauf ansprechen.

Durch Zufall fällt ihr aber das Tagebuch ihrer Mutter aus dieser Zeit in die Hände und so macht Sophie drei potentielle Väter aus, die in jener Zeit vor etwa 20 Jahren mit ihr anbandelten. Hinter dem Rücken ihrer Mutter schreibt sie alle drei an und lädt sie zur Hochzeit ein. Sie glaubt, dass sie, sobald sie die drei sieht, wisse, welcher davon ihr Vater ist. Als aber plötzlich sowohl Sam (Pierce Brosnan), Harry (Colin Firth) als auch Bill (Stellan Skarsgård) vor ihr stehen, hat sie keinen blassen Schimmer.

Von nun an geht Einiges drunter und drüber: Sophie hofft, dass sie bis zum nächsten Tag doch noch herausfindet, wer ihr Vater ist, damit er sie zum Altar führen kann, doch sie kann die Anwesenheit der Männer nicht vor ihrer Mutter verbergen. Diese ist völlig schockiert und wird von ihren Gefühlen aus der damaligen Zeit wieder eingeholt. Gut, dass ihre besten Freundinnen (Julie Walters und Christine Baranski) zugegen sind, um sie aufzufangen.

Kritik

Was kann man von einem Film erwarten, der den gleichen Titel trägt wie ein weltberühmter ABBA-Song und auch schon als Musical die Bühnen der Welt besuchte? Natürlich nur eines: Der Musicalfilm dieses Sommers ist wie die Bühnenversion voller bekannter und auch unbekannterer ABBA-Songs. Das kann über die Dauer des Filmes fast ein bisschen nerven, doch auch für den Zuschauer, der die Band nicht gerade zu seinen Lieblingen zählt, gibt es Gründe, den Film zu sehen. Zunächst findet man zu den Songs unter Umständen einen anderen Zugang, wenn sie im Kontext des Filmes durch die Schauspieler interpretiert werden, was über weite Strecken sehr gut funktioniert.

Viel bedeutsamer aber ist neben gesanglichen Höchstleistungen, bei denen man nur Pierce Brosnan etwas ausklammern muss, die schauspielerische Leistung. Es macht so viel Spaß, diesen Film zu schauen, weil es den Darstellern so viel Spaß macht, diesen Film zu machen. Ihnen ist es gelungen, eine Energie auf die Leinwand zu zaubern, die den Zuschauer einfach mitreißt. Besonders Meryl Streep, Julie Walters und Christine Baranski gehen in diesem Film richtig aus sich heraus. Man hat den Eindruck, als erfüllen sie sich gerade einen Jugendtraum und flippen völlig aus. Schön sind hierbei auch die Parallelen zwischen Donna und ihren Freundinnen, sowie Sophie und deren Freundinnen. Teilweise vergisst man, wer die junge und wer die alte Generation ist. Trotz der herausragenden Leistungen dieser drei älteren Damen können die anderen aber mithalten und fügen sich wunderbar in das Gesamtkonzept ein. Der Film hat eine tolle Dynamik, unglaublich viel Witz, eine ordentliche Portion Charme und eine Vielzahl von großen Gruppenbildern, die mit einer recht einfachen, aber wirksamen Choreographie begeistern können. Hinzu kommt noch das sommerliche Inselfeeling, das eine zusätzliche gute Laune verbreitet und Urlaubswünsche aufkommen lässt.

Trotz all dieser positiven Aspekte fehlt aber der letzte Tick. Gerade im Vergleich zu anderen Musicalfilmen wie "Moulin Rouge", "Chicago" oder auch "West Side Story" fehlt das gewisse Etwas, die ganz besondere Note. Vielleicht ist es die Last der ABBA-Songs, die die Würze rausnimmt, sodass der Film nicht mit den Oscargewinnern mithalten kann.

Fazit

Ein Gute-Laune-Film, der eine ordentliche Option für Kinogänger darstellt, Freunden des ausgelassenen, unbedarften Schauspiels gefallen wird und für ABBA-Fans sowieso ein Muss ist.

Emil Groth - myFanbase
02.07.2008

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