Bewertung: 9
David Yates

Harry Potter und der Orden des Phönix

Es ist nicht wichtig, worin ihr euch ähnelt, sondern worin ihr euch unterscheidet.

Foto: Copyright: Warner Bros. Ent.
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Inhalt

Lord Voldemort ist zurückgekehrt und unternimmt nun alles, um seine Armee von damals wieder aufzubauen und sein Vorhaben fortzusetzen. Dabei kommt ihm zu Gute, dass das Ministerium für Zauberei unter der Leitung von Cornelius Fudge nicht wahrhaben will, dass er zurückgekehrt ist und über die Presse alle Hinweise untergräbt und Harry Potter als Lügner darstellen lässt. Dumbledore wolle nur seinen Posten haben und versuche, Potters Aussagen zu nutzen, um Fudge zu stürzen. Dumbledore muss nun also andere Wege finden, um Voldemort aufzuhalten und erweckt den "Orden des Phoenix" wieder zum Leben, der schon damals den Widerstand gegen das Böse organisierte.

Harry tritt unterdessen sein fünftes Jahr in Hogwarts an und muss sich mit zahlreichen Problemen auseinandersetzen. Zum Einen ist auch die Schule in diejenigen, die ihm und diejenigen, die der offiziellen Aussage des Ministeriums Glauben schenken, unterteilt. Zudem plagen ihn seltsame Albträume, die Sorge um seine Freunde und auch Cho Chang schwirrt ihm immer noch in Kopf und Herz herum. Da das Ministerium auch Hogwarts kontrollieren will, schickt es Dolores Umbridge als neue Lehrerin für die "Verteidigung gegen die dunklen Künste" an die Schule und stattet sie nach und nach mit weitreichenden Kompetenzen aus, die sie zu nutzen weiß. Ihr Unterricht ist theoretischer Natur, damit auch ja niemand was lerne und es dann gegen das Ministerium einzusetzen weiß. Das geht dann selbst einigen Schülern zu weit und unter der Initiative von Hermine versammelt sich eine kleine Gruppe von Schülern aller Altersklassen, die in ihrer Freizeit von Harry im Verteidigen geschult werden wollen.

Kritik

Der fünfte Teil ist mein absolutes Lieblingsbuch der Reihe und daher bin ich mit riesiger Vorfreude und hohen Erwartungen in diesen Film gegangen. Dies und die Länge des Buches machten es aber fast unmöglich, dass mich der Film vollends zufriedenstellen konnte. Zuviel steckte in dem Buch, als dass man es in einem Film hätte wiedergeben können. Nichtsdestotrotz ist dem Team eine sinnvolle Kürzung der Romanvorlage gelungen, die alle wichtigen Aspekte betrachtet, auch die, die für den folgenden Film von Bedeutung sind. Allein für diese Zusammenfassung lohnt sich der Film.

Ein ganz großer Pluspunkt geht auch an die kreierte Atmosphäre im Film, für die mir die passenden Superlative fehlen. In jeder Szene hat man die Anspannung gespürt, die diese neue Bedrohung mit sich bringt, sei es im Orden, im Ministerium oder in der Schule. Auch wenn nur wenige die Aussagen von Harry für wahr hielten, stehen sie im Raum. Dass man in dieser Hinsicht die Literaturvorlage so gut trifft, ist mehr als nur fabelhaft. Überhaupt wird die ganze Entwicklung, wenn auch sehr gekürzt, wirklich gut getroffen. Hier stellt sich allerdings ein Problem heraus, dass ich aus den hinteren Sitzreihen vernehmen musste. Wer das Buch nicht gelesen hat, versteht die Bedeutung nicht und hofft, dass endlich mal wieder was passiert. Sie bekommen gar nicht mit, dass etwas passiert. Bleibt zu hoffen, dass dieser Anflug von Langeweile die leicht verwirrten Kinogänger dazu bringt, das Buch oder gar die Bücher zu lesen, um sich beim erneuten Filmanschauen mit allen anderen an jeder Sekunde erfreuen zu können. Es gibt also durchaus ein paar Defizite im Film, aber "Harry Potter" ist kein Film, sondern eine Verfilmung und diese ist einfach fantastisch gelungen.

Bleibt noch eine Betrachtung der neuen Charaktere, die einem schon so lange im Kopf herumspuken und auf die ich mich wirklich gefreut habe. Als erstes trifft der Zuschauer auf Tonks, die wunderbar getroffen wurde und sehr zum Amusement beitragen konnte. Einfach nur genial. Etwas kritischer kann man dagegen die beiden weiteren Hauptpersonen des Films sehen - Luna Lovegood und Dolores Umbridge. Lunas Aufmachung und verträumte Art hat mir sehr gut gefallen. Schade, dass man auch hier sehr viel vom Buch weglassen musste. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass einige Fans von diesem Charakter andere Vorstellungen hatten. Auch bei Umbridge scheiden sich wohlmöglich die Geister. Es ist hervorragend gelungen, die zwei Seiten dieser "Hexe" zu zeichnen und sie mit ihrer Kleidung, dem Kichern und den Katzen an der Wand als ganz liebe Oma darzustellen. Trotzdem hat mich immer etwas an ihr gestört. Ich kann nicht mal genau sagen, was es war. Ein erneuter Kinobesuch wird da hoffentlich Aufschluss geben. Es ist eh zu empfehlen, diesen Film mehr als einmal zu genießen, zumal der Showdown auch für die Actionfreunde etwas zu bieten hat.

Fazit

Hätte der Film all meine Erwartungen erfüllt, hätte ich zwei Mal neun Punkte geben müssen. Das ist nicht ganz gelungen, aber der Film verdient immer noch weit mehr Punkte, als ich hier geben könnte. Für Fans ist er ein absolutes Muss, auch wenn es nicht möglich war, die Vorlage in seinem Umfang wiederzugeben. Wer das Buch nicht kennt, könnte die ein oder andere Stelle langweilig finden, sollte sich diesen Film aber trotzdem nicht entgehen lassen.

Emil Groth - myFanbase
05.07.2007

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