Bewertung: 9

Review: #1.09 Revolution!

In dieser Folge trifft Joan auf die Namensgeberin der Serie, Joan of Arc bzw. Johanna von Orleon. Alles dreht sich um den Geschichtstest zu diesem Thema, bei dem Joan überraschenderweise eine Eins plus bekommen hat. Leider wird ihre Freude hierüber getrübt, denn es wird ihr vorgeworfen, sie habe bei dem Test gespickt. Zum Beweis des Gegenteils soll Joan den Test noch einmal schreiben.

Joan zeigt in dieser Folge Vehemenz und den unbedingten Willen für sich und ihre Interessen einzustehen. Sie weigert sich, den Test noch einmal zu schreiben. Es ist Zeit für Joans Revolution, wie Grace so treffend formuliert. Kampfeseifer, Rebellion und der unbeirrte Glaube an sich selbst werden hier zu den zentralen Themen dieser Folge gemacht, welche meines Erachtens ein echter Höhepunkt der ersten Staffel ist. Die Geschichten in dieser Folge werden mit Tiefgang, Sorgfalt und Anspruch erzählt. Es geht nun nicht mehr nur darum, die Charaktere und deren allgemeine Lebenssituation kennenzulernen, sondern darum wie der Einzelne seine Werte und Ideale im Leben umsetzt.

Hierbei wird auch die Frage aufgeworfen nach dem, was richtig ist und welcher Weg der richtige ist. Die für mich etwas banale Antwort der Autoren hierauf, ist die Feststellung, dass der richtige Weg manchmal eben auch der Steinigere ist. Ja, das hat wohl schon jeder einmal gedacht. Für mich keine wirklich neue Erkenntnis...

Joans Revolution wird allerdings jeh beendet als Gott ihr aufträgt, den Test nun doch noch einmal zu schreiben. Widerwillig fügt sich Joan. Im ersten Moment ist dies jedoch nicht wirklich nachvollziehbar. Wie kann Gott von Joan verlangen, den Test noch einmal zu schreiben, wenn sie doch nicht betrogen hat und es eines Gegenbeweises eigentlich nicht bedarf? Sehr rührend wird dies jedoch in dieser Folge aufgelöst: Der Geschichtslehrer von Joan glaubt, nachdem Joan auch den neuen Test mit einer Eins plus besteht, dass er sie für das Fach Geschichte begeistern konnte. Dies ist ihm Ansporn und Inspiration und man hat den Eindruck, ein bisschen sieht er hierin auch die Erfüllung seines Lehrerdaseins. Um mit den Worten Joans zu sprechen, das ist einfach unglaublich cool!!

Die Themen und Handlungsstränge sind in dieser Folge bunt gemischt und fügen sich dennoch grandios zusammen. Dabei kommt jedoch wie immer der Humor nicht zu kurz. Immer wieder gelingt es urkomische Momente zu kreieren. So glaubt Joan beispielsweise in der Familientherapeutin Gott zu erkennen, zwinkert ihr auffällig 'unauffällig' zu und fragt sie flüsternd, ob sie 'sie' wäre. Die skeptischen Blicke ihrer Familie, die sie hierfür erntet, sind zum brüllen. Luke daneben klagt der Familientherapeutin sein Leid, dass er immer ignoriert werde und wird prompt auch von der Therapeutin ignoriert. Und auch Will sorgt für einen lustigen Moment, als er beim Abendeessen von Joan und ihrem Ausbruch ablenken will und ganz trocken meint, das Wetter wäre doch ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit.

Aber auch ernste Töne werden in dieser Folge angeschlagen. Kevin bricht in der Familientherapie in Tränen aus und gibt sich selbst die Schuld an seinem Unfall und dem Leid, dass er dadurch sich und seiner Familie gebracht habe. Kevins Geschichte rührt in dieser Folge besonders, weil sie so überraschend, zugleich aber auch sehr ehrlich und ungeschönt aufgegriffen wird.

Wiederum wird hier der freie Wille und die eigene Entscheidung, insbesondere die Konsequenzen des eigenen Handelns, ins Spiel gebracht und dem Thema Gott und Glaube gegenübergestellt. Ohne zu viel loben zu wollen, aber die Umsetzung dieser Thematik sowie der gesamte Plot dieser Folge ist einfach gelungen.

Fazit

Um es kurz und knapp zu machen: Insgesamt eine grandiose Folge, die man so schnell nicht vergisst!

Anne L. - myFanbase

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