Bewertung: 5

Review: #1.07 November

Also, Joan soll mal wieder helfen, bloß wem? Das ist in dieser Folge die erste Frage, die sich stellt. Gott sagt ihr, sie müsse ihren Mitmenschen einfach nur zuhören, nicht jeder wüsste wie man um Hilfe bittet. Soweit so gut. Wie sich nach dem unglaublich langweiligen Anfang dieser Folge herausstellt, ist es eine junge alleinerziehende Mutter, die für ihren Sohn dringend einen Babysitter benötigt. Joan begegnet ihr im Bus und siehe da, alles fügt sich zusammen. Ab jetzt kommt die Folge langsam in Gang.

Vorher mussten wir uns allerdings durch fürchertliche Langeweile und Trägheit quälen: Adam hasst November, ist schlecht drauf und seine Umgebung muss seine schlechte Laune ertragen. Will hat einen neuen Fall. Zwei Polizisten seines Reviers sind im Fernsehen zu sehen wie sie einen schwarzen Autofahrer bei einer Verkehrskontrolle übelst verprügeln. Wie praktisch, dass das Kamerateam des Regionalsenders gleich dabei war und alles live im Fernsehen gezeigt werden kann, so dass es Will daheim auch sofort mitbekommt. Also, ehrlich, das kauft doch niemand ab! Und dann noch Helen und ihre Gespräche mit Pater Ken über den Sinn des Lebens und Verarbeitung von Lebensschicksalen. Die Gespräche verheimlicht sie auch noch vor Will, der kriegt es raus und "ooh Erleichterung", man spricht sich aus. Oje, oje! Aber, interessant ist zumindest die philosophische Komponente, die hier eingearbeitet wird, als Pater Ken von dem Philosophen Kirkegard spricht.

Nicht nachdenken möchte ich über Kevin und die nichtssagende Geschichte über seine Arbeit in der Zeitungsredaktion. Eigentlich wird nur thematisiert, dass Will offenbar seine "Schlägerpolizisten" unterstützt und versucht, sie vor den Rassissmus-Vorwürfen zu schützen. Kevin verteidigt seinen Vater, was nicht bei jedem in der Redaktion auf Verständnis stößt. Die Kevin-Szenen kann man in dieser Folge getrost überspringen, denn sie bringen keinerlei neue Impulse für den Verlauf der Geschichte. Abgesehen davon finde ich, dass zwischen Rebecca und Kevin Null Chemie ist.

Eines muss man in dieser Folge alledings hervorheben und zwar die Besetzung der Nebenrollen. Angefangen von der alleinerziehenden Mutter mit ihrem totkranken Sohn Rocky, bis hin zu dem kleinen Mädchen, das Gott darstellt oder den beiden Polizisten, die in die Prügelattacke verwickelt waren, alle samt wirklich gut und absolut überzeugend.

Wäre da nicht der Plot dieser Folge. Ich weiß nicht, für mich funktioniert es in dieser Folge einfach nicht. Das ganze Thema Leben und Sterben, Auseinandersetzung mit dem Tod am Beispiel des totkranken Rocky...und dann auch noch Adam, der den November hasst, weil seine Mutter im November gestorben ist. Ist doch alles an den Haaren herbeigezogen. Warum hasst er denn den ganzen Monat und nicht das ganze Jahr oder nur den einen Tag, aber wer will das eigentlich wissen? Völlig belanglos, finde ich, hätte genauso gut unerzählt bleiben können.

Wirklich schön ist in dieser Folge aber, wie auch bereits in den vergangenen, die optische Gestaltung. Die Szenerie, die Drehorte und Requisiten gefallen mir irgendwie. Schon das Haus der Girardis wirkt liebvoll eingerichtet, das Schulgebäude ist auch ganz nett anzuschauen und auch die Außendrehorte sind immer gut gewählt. Trotz aller Schwächen in der Handlung in dieser Folge, "schaut" man daher doch gerne hin.

Witzige Szene in dieser Folge für mich: Joan fragt Will, ob er Hilfe benötigt und Will fragt ganz verdutzt, warum, ob Joan wohl welche hätte. Sehr lustig, vor allem im englischen Original.

Fazit

Vielleicht etwas zu viel der Lebensweisheiten und etwas zu wenig an spannender, nachvollziehbarer Handlung. Meine Hoffnung liegt auf den nächsten Folgen, ich bin mir sicher, dass aus diesem Stoff noch mehr herauszuholen ist.

Anne L. - myFanbase

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